Derzeit läuft der dritte Teil von “The Fast and the Furious” mit dem Untertitel “Tokyo Drift”. Nachdem der erste Teil eigentlich ein Genrebegründer war und der zweite ein schwacher Krimi mit Tuning-Aufsatz, war ich gespannt, was der dritte Teil bringen würde. Immerhin wurde außer dem Namen und dem Hauptthema nichts beibehalten: neuer Regisseur, neuer Drehbuchautor, neuer Cast, neues Land – eigentlich gute Voraussetzungen.
Worum gehts es: Hauptfigur Sean Boswell (Lucas Black) hat schon vor seinem 18. Geburtstag so ziemlich alles kaputtgefahren, was es gibt. Als bei einem Rennen gegen einen versnobbten Mitschüler (Zachery Ty Brian – Hör mal, wer da hämmert) wieder etliches zu Bruch geht und Leute verletzt werden, steht Sean vor der Wahl: Jugendknast oder nach Tokio zu seinem Vater ziehen, der dort bei der US Navy ist.
In Tokio angekommen lässt sich der rebellische Sohnemann nicht von seinem Vater zurückhalten und fordert wie der Elefant im Porzellanladen direkt als erstes den König der Untegrund-Drifting-Szene heraus. Damit beginnt dann der Stress.
Sean fährt den geliehenen Wagen bei dem Rennen zu Schrott, da er keine Ahnung von Drifting hat und macht sich noch an die Freudin des Drift-Kings heran. Der Besitzer des Wagens lässt Sean für sich arbeiten um die Schulden abzubezahlen und bringt ihm nebenbei noch das Driften bei. Der Rest der Story sei hier mal nicht verraten.
Nach dem sichtlich schwachen 2. Teil der F&F-Reihe, bringt der dritte Teil endlich wieder Spannung und rasante Action, die nicht sofort nach billigen CGI-Tricks aussieht. Der IMDB zufolge sind keine der Drift-Stunts im Computer entstanden, allerdings fragt sich sich bei manchen Kamerafahrten schon, wie das funktionieren soll.
Die Darsteller sind recht überzeugend und machen sich gut in ihren Rollen, wenn man davon absieht, dass obwohl der Film in Tokio spielt, die meisten Hauptdarsteller trotzdem Amerikaner sind und ihre japanischen Kollegen zur Nebensache degradieren.
Technisch bietet der Film einiges: interessante Rennen, heftige Drifts, spektakuläre Crashs und jede Menge Japan-Racing-Hightech. Dutzende Autos und über 3000 Reifen blieben während der Dreharbeiten auf der Strecke.
Dass das Showdown-Rennen zwischen einem Nissan Z350 und einem Ford Mustang, dem man einen Nissan Skyline Motor eingepflanzt hat, stattfindet, ist durchaus symbolisch zu sehen. Auch interessant: am Ende taucht der seit Teil 1 verschollene Dominic Toretto (Vin Diesel) wieder auf.
Fazit: ein durchaus sehenswerter und amüsanter Film, vor allem dann wenn man stundenlanges Motorengeheul aushalten kann und nicht allzuviele Fragen nach der Integrität des Films stellt (“Warum setzen beide Autos an der gleichen Stelle auf, wo doch der eine 20 Zentimeter mehr Bodenfreiheit hat als der andere?” oder “Erst macht der Vater so einen Stress von wegen Pünktlichkeit und am Ende schenkt er seinem Sohn sein Auto.”)
Tags: auto, film, kino, tipp, Tuning








