Das verbale Moralitätsstatut


Wer gerne Actionfilme guckt, stolpert irgendwann über Demolition Man. Für diejenigen, die etwas aufmerksamer Filme gucken, hält dieser Film etliche Anspielungen auf Bücher und andere Werke bereit, die sich mit dem Thema Utopie befassen. So heißt die von Sandra Bullock verkörperte Polizistin Lenina Huxley, ein Kniefall vor Aldous Huxleys Meisterwerk “Brave New World“, in dem die weibliche Hauptdarstellerin Lenina Crowne heißt.

Warum erwähne ich das hier? So oberflächlich Demolition Man erscheinen mag, so düster und tiefgründig ist die utopische Vision dahinter. Viele Dinge, die im Film vorkommen, schleichen sich allmählich in unsere Gegenwart. Wer die dort skizzierten Entwicklungen als Unsinn abtut, der möge bitte den Artikel “Öffentliche Lautsprecher gegen antisoziales Verhalten” lesen. Erinnert das noch jemanden an die Automaten, die Verwarnungen bei öffentlichem Fluchen verteilen?

“Meep! John Spartan, sie erhalten eine Strafe von einem Credit wegen Verstoßes gegen das verbale Moralitätsstatut”.

Beim Lesen der ganzen Materialien stelle ich noch eine zweite Übereinstimmung zwischen Film und Realität fest: im Film gibt es eine Schwarzenegger-Bibliothek, es wird erwähnt, dass die Verfassung geändert wurde, damit Schwarzenegger Präsident werden konnte. Der Film ist aus dem Jahre 1993. Zehn Jahre später wurde Arnie dann Gouverneur in Kalifornien und einige Senatoren haben schon Verfassungsänderungen vorgeschlagen, damit der Terminator auch Präsident werden kann.

Davon, dass die Oldies der Zukunft die Werbejingle der heutigen Zeit sind, möchte ich hier gar nicht erst anfangen.

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