Folgen der Globalisierung: Coming full circle


Front meines DVD-PaketsGlobalisierung hat schon was Lustiges an sich. Bei Amazon.com habe ich die komplette Serie The Adventures of Brisco County jr. (8 DVDs in einer Box) geordert und sie mit Low Priority Airmail verschicken lassen. Heute ist das gute Stück angekommen und die Verpackung offenbart einen interessanten Einblick in den internationalen Handel.

Fangen wir mal vorne an: abgeschickt wurde das Ding von 1600 East Newlands Drive, Fernley, NV, wo sich anscheinend Amazon.com befindet (oder deren Vertrieb oder so). Das ist in sofern erstaunlich, als dass sich Fernley beinahe mitten im Nichts befindet (ok, es liegt ca. 40 km östlich von Reno) – spart vermutlich Steuern.

Von da aus wurde das Ding dann von einer Firma mit Postfach in Auckland auf Neuseeland weiter behandelt, schlappe 10.800 km Luftlinie von Fernley entfernt. Angesichts der Tatsache, dass das Paket zu mir nach Deutschland sollte, könnte man jetzt darüber spekulieren, was genau Low Priority Airmail eigentlich ist. Man könnte zu dem Schluss kommen, dass Waren, die so transportiert werden, einfach immer auf irgendein Flugzeug geladen werden, auf dem gerade Platz ist, um dann irgendwann ein Flugzeug zu erwischen, das tatsächlich da hinfliegt, wo das Paket auch hin soll. Der statistischen Wahrscheinlichkeit dauert dieser Zufall zwischen 6 und 22 Arbeitstagen (laut Amazon.com).

VOn Neuseeland aus kam das Ding dann nach Frankfurt, passierte dort den Zoll (was mich immerhin fast 10 Euro gekostet hat) und kam immerhin unbeschädigt bei mir an. Meine letzte Lieferung, die der Zoll geöffnet hat, wurde so schlecht wieder verpackt, dass meine Outer Limits Box in einem großen Karton hin- und herschleuderte und aussah, als wäre sie von einem Auto überrollt worden.

Insgesamt hat das Paket (wenn das denn alles so stimmt) etwa 28.000 km (Luftlinie) zurückgelegt, es hat also fast einmal die Erde umrundet. Der direkte Weg, wenn man unterstellt, dass es einen gibt, wären nur 9.000 km gewesen. Zieht man noch in Betracht, dass die Reiseroute USA-Europa nicht über den Nordpol führt, das sind es vielleicht 12.000 km, aber immer noch keine 28.000.

Eine andere Frage wäre noch, wie jemand daran verdienen kann, ein Paket einmal um den Globus zu fliegen und dafür nur 11 Dollar zu verlangen. Globalisierung ist irgendwie lustig.

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