OK, Themenwoche trifft es nicht mehr ganz, aber hier ist trotzdem der zweite Beitrag zum Themengebiet Vergessene Serien: Captain Powers and the Soldiers of the Future. Wie kam ich zu dieser Serie? Ich konnte mich erinnern, als Kind mal eine Serie gesehen zu haben, in der die ersten kruden fernsehtauglichen 3D-Animationen vorkamen, ganz besonders konnte ich mich aber an leuchtende Neonflächen an einigen der Figuren erinnern. Der Inhalt der Serie, den ich schon längst vergessen hatte, zog mich damals in seinen Bann. Ich habe diese Serie seitdem nie wieder gesehen, es ging sogar so weit, dass ich fast bereit war, einzusehen, ich hätte mir diese Serie eingebildet, den niemandem, den ich fragte, kam diese Serie bekannt vor. Vor zwei, drei Jahren recherchierte ich dann aber großflächig im Internet und fand dieses Serienintro. Es gab die Serie also wirklich.
Worum ging es? Das Grundszenario ist in der Science-Fiction-Welt sehr häufig anzutreffen: in einer nicht allzu fernen Zukunft (2147) ist der Kampf zwischen Mensch und Maschine entschieden und die Maschinen haben gewonnen und unterdrücken die überlebenden Menschen. Das Imperium der Maschinen, das sog. Biodredd-Imperium wird von einem Mensch/Maschine-Hybriden (man könnte fast von einem Borg sprechen) namens Lord Dredd regiert (nicht mit Judge Dredd verwechseln). Aber natürlich gibt es noch eine Reide strahlender Helden, die das böse Imperium bekämpfen und hochmoderne Verwandlungstechnologie verwenden um sich mit hochmodernen Kampfrüstungen (Power Suits) zu umgeben.
Ich verzichte hier mal auf detaillierte Storyinfos, da man die auch anderswo nachlesen könnte. Ich widme mich lieber der Frage, warum ich von dieser Serie so fasziniert war. Das Schlimme daran: gucke ich mir die Serie heute an, habe ich das Gefühl, ich gucke mir den Vorläufer der Power Rangers an. Allerdings sind die Storys der einzelnen Episoden bedeutend besser und tiefgründiger und es läuft eigentlich niemand in albernen Gummikostümen herum (ok, außer den Hauptdarstellern, aber da hält es sich noch in Grenzen). Die Serie hat eigentlich alles, was so eine Serie braucht: Action, Tricktechnik, einen kompletten Satz Helden und einige grafische Spielereien.
Interessant im Zusammenhang mit dieser Serie sind die Namen der Drehbuchautoren, bzw. der Name eines Autors: JMS – eben jener J. Michael Straczinsky, der auch Babylon 5 ersonnen hat. Und hier wird auch schnell der Unterschied zu so stumpf dummen Serien wie Power Rangers klar: JMS schreibt in erster Linie handfeste Science-Fiction und erst in zweiter Linie Fernsehserien. Und eben das zeichnet Captain Power and the Soldiers of the Future aus, zu erkennen u.a. an nachdenklichen Episodentiteln (die bei Babylon 5 ja leider der deutschen Übersetzung zum Opfer fielen) wie z.B. And study war no more oder New Order: The Sky shall swallow them. Folgen der Serie sind vergleichsweise schwer zu bekommen, doch die eine Staffel, die je gedreht wurde, stellt storymäßig einen Meilenstein der Science-Fiction-Serien dar. Ich verweise hier auch mal an einen Beitrag im Blog von John Kenneth Muir.
Wer an storylastiger Science-Fiction interessiert ist, und über den 80er-Jahre-Stil hinwegsehen kann, der sollte sich diese Serie wirklich mal angucken.
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