Franchisequalen

Ich stand heute aus indirektem Anlass eine Zeit lang im Ladengeschäft eines Telekom-Konkurrenten. Der Laden war mit zwei Mitarbeitern besetzt und gehört natürlich nicht direkt diesem Anbieter sondern wird als Franchise betrieben, sprich jemand Wagemutiges macht das auf eigene Rechnung und betreibt in letzter Konsequenz einfach Reselling.

Während ich in diesem Laden wartete kamen immer wieder Kunden herein, die alle eins gemeinsam hatten: sie hatten ein Problem und wollten es gelöst haben oder sich beschweren. In der Zeit kam kein Einziger, der tatsächlich etwas kaufen oder einen Vertrag abschließen wollte. Die Mitarbeiter des Ladens waren also praktisch die ganze Zeit mit Supportanfragen beschäftigt. Der Haken an der Sache: Als Franchisemitarbeiter arbeitet man eben nicht für das Unternehmen, das das Franchising anbietet. Somit kann man bei Problemen mit Kundenverträgen sich auch nur die Probleme oder Beschwerden mehr oder weniger freundlich anhören und diese dann weiterleiten. Zusagen oder Ähnliches können gar nicht es gemacht werden, alles wird mit “in der Regel”, “für gewöhnlich” o.ä. direkt wieder relativiert.

Im Endeffekt arbeiten alle diese Leute als ausgelagerte Callcenter mit direktem Kundenkontakt. Die Provisionen müssen anscheinend enorm sein, warum sonst sollte man sich in einen Laden stellen, in dem 90% der Kundschaft (empirische, nicht repräsentative Beobachtung meinerseits) sich beschweren möchten. Lässt einen das nicht an der Fähigkeit und Zuverlässigkeit seines Franchisepartners zweifeln?

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