Bürgerentscheid: Münster und die Musikhalle


Heute kamen die offiziellen Abstimmungsunterlagen für den seit Monaten umstrittenen Bau der Musikhalle und dem Bürgerentscheid gegen die städtische Beteiligung an diesem Projekt.

Worum genau geht es? Um das nicht alles hier wiedergeben zu müssen, verweise ich mal auf diesen Artikel bei Westline. Die Gegner der städtischen Beteiligung an der Musikhalle haben mit 24.427 Unterschriften einen Bürgerentscheid zu dem Thema erzwungen. Entschieden wird am 27. April über folgende Frage:

Soll der Ratsbeschluss vom 24.10.2007 zur Finanzierung einer Kultur- und Kongresshalle aufgehoben werden und die Stadt Münster kein Geld für den Bau und Betrieb einer Kultur- und Kongresshalle auf dem Hindenburgplatz ausgeben.

Die m.A. etwas unglückliche Formulierung rührt aus der Position der Antragsteller her. Wer also keine Musikhalle will, der muss mit Ja stimmen.

Obwohl ich jetzt schon mehrere Jahre in Münster wohne, muss ich gestehen, dass ich keinen wirklichen Draht zur Lokalpolitik habe. Als ich das erste Mal vom Bau dieser Halle hörte, war mein erster Gedanke “Wieso?”. Ich belege zur Zeit immer noch einen Schwedischkurs der VHS, der im Schlaun-Gymnasium stattfindet. Die VHS muss wegen reduzierter städtischer Förderung schon die Preise erhöhen und streicht Kurse mit wenigen Teilnehmern (gefühlt < 15) aus dem Programm. Das Schlaun-Gymnasium soll geschlossen werden (und das obwohl es zentral in einer Nebenstraße des Bült liegt). Hier in Nienberge, dem Vorort in dem ich wohne, wurde das Freibad geschlossen. Das alles sind die Beobachtungen, die ich schon gemacht habe, obwohl ich mich eigentlich nicht nennenswert involviere. Aus meiner Sicht hat die Stadt ganz andere Probleme als eine fehlende Kultur- und Kongresshalle.

Diese Halle fehlt aber eigentlich gar nicht, es gibt sie bereits, in Form der Halle Münsterland am Albersloher Weg. Sie fasst je nach Event bis zu 6500 Personen und dort finden Konzerte, Messen und Kongresse statt. Direkt daneben befinden sich mehrere Parkhäuser und ein Hotel. Wo bitte also ist der Bedarf für eine zusätzliche Halle?

Die neue Halle würde auf dem Hindenburgplatz gebaut. Dort vernichtet sie Parkplatzfläche (mit dem evtl. geplanten Hotel gleich doppelt soviel) und reduziert die verfügbare Fläche für den Send (was laut Befürwortern kein Problem darstellt. Ich sehe noch nicht ganz, wie sich ein großes Volksfest und die Halle gleichzeitig vertragen.).

Hier noch die Seiten zum Pro und Contra:

Ich stimme JA, und damit NEIN zur Musikhalle.

Tags: bürgerentscheid, kultur, lokal, münster, musik, musikhalle, politik, zukunft

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  1. #1 von Lothar Lobby - 3. April 2008 zu 04:49

    Für den Standort Münster wäre es sehr zukunftsweisend, wenn neben der Musikhalle auch noch der Transrapid vom HBF zum Hindenburgplatz gebaut würde. Gern auch unterirdisch. Ein echter U-Rapid. Da würden die Westfalen den Bayern endlich mal zeigen können wo der Hammer klopft. Die lebenswerteste Stadt der Welt wär endlich Weltspitze! Noch vor den Chinesen.
    Ich kenn da ein paar Bauunternehmer die machen’s bestimmt für zehn Kästen Bier, sicher. Jemand, der den Wählern dann sagt, die Fahrt kostet dann auch bestimmt nur 20 cent findet sich auch immer… und die 30.000 Provision für diesen Auftritt können aus der Portokasse abgezweigt werden.
    Zweifler sind doch nur neophobe Angsthasen die lieber mal schnell rübermachenn sollen.
    Und eins ist ja wohl ganz klar: Das alles rechnet sich. Ehrenwort.

(wird nicht veröffentlicht)