“Unterm Strich zähl ich” ist die Spruch der aktuellen Werbekampagne der Postbank, mit der sie ihren Anteil am Privatkundengeschäft zu vergrößern versucht. Ich hatte eine Zeit lang mein Girokonto bei der Postbank, direkt nachdem ich das alte bei der Sparkasse geschlossen hatte.
Der große Vorteil der Postbank gegenüber der Sparkasse war damals das kostenlose Gehaltskonto und die Tatsache, dass es sich bei der Postbank um eine bundesweit agierende Bank mit vielen Fillialen handelt, im Gegensatz zur Sparkasse, die zwar bundesweit noch viel mehr Fillialen haben, die aber alle nur gleich heißen, aber sonst nur sehr wenig miteinander zu tun haben. Das wird nach Aussagen von Kollegen allmählich besser, war aber damals wirklich ein Grund, mein Konto nicht länger da zu haben.
Bei der Postbank bin ich allerdings auch nicht mehr. Warum nicht? Weil ich eben unterm Strich, zumindest im Girkontengeschäft, nicht wirklich zähle. Die Postbank gehört der Cashgroup an, einem Zusammenschluss von Banken, die untereinander vereinbart haben, dass man seinen Kunden keine Gebühren für die Benutzung der Geldautomaten der Verbandsbanken in Rechnung stellt. Damit möchte man die Allgegenwärtigkeit der Sparkassenautomaten erwidern. Als ich das Konto 2004 eröffnete hatte die lokale Postagentur im Kiosk nebenan noch Postbankdienstleistungen und ich konnte da kostenlos gebührenfrei Bargeld bekommen. Irgendwann kam dann ein Brief, in dem sinngemäß drin stand, dass man diese Dienstleistung einstellen müsse, um den gewohnt hohen Servicelevel weiterhin zu den günstigen Konditionen anbieten zu können.
Von da an musste ich also zum Geldholen in die Post in Münster-Kinderhaus, die sogar einen Geldautomaten hatten, der auch nach 18 Uhr geöffnet hatte. Es verging nicht wirklich viel Zeit, bis dieser Automat mir mitteilte, dass er in Kürze deaktiviert würde, was dann auch passierte. Damit nicht genug, auch die Post dort an sich bot keine Bankdienstleistungen mehr an, auch nicht am Schalter.
Wer Lust dazu hat, kann über die Cashgroup-Suche den nächsten gebührenfreien Automaten für meine Adresse suchen. Allen anderen verrate ich es: Domplatz, Münster. Ja, richtig, in der Innenstadt, schnöde 20 Autominuten von hier weg.
Ich bin jetzt bei einer anderen Bank. Die hat zwar keine Fillialen, aber mal ehrlich, wann muss man schonmal Bargeld einzahlen oder Schecks einlösen. Stattdessen hat die ne Kreditkarte, mit der man weltweit an allen Automaten gebührenfrei Bargeld abheben kann (ok, man muss mind. das Äquivalent von 100 EUR abheben, aber he, was solls?). Denn wie ich feststellen musste, zählte ich als Girokontenkunde unterm Strich – nicht viel.
Tags: bank, gebühren, geld, Münster









#1 von domi am 15. September 2008 - 21:44
Hab grad das erstemal (bewusst) diesen tollen Spruch “Unterm Strich zähl ich” in der TV-Werbung gehört. Das erste was mir dazu einfiel: “Unterm Strich ZAHL ich”. Allein werbetechnisch eine Katastrophe, dieser Slogan…
Ansonsten ein schöner Artikel, der mich in meiner Meinung bezüglich der Postbank bestätigt. Und das, obwohl ich nie Kunde bei denen war.