bedürfen anscheinend einiger Pflege um langfristig funktionsfähig zu bleiben. Nachdem ich jetzt etwa eine Stunde an meiner rumgeschraubt und -gelötet habe, funktioniert sie endlich wieder einwandfrei. Der Humbucker war seit einiger Zeit defekt und funktionierte nur noch im Split-Coil-Modus, beide Spulen auf einmal wollten keinen Ton von sich geben. Ich habe alle Lötstellen nachgelötet (einige hatten das anscheinend nötig) und dem Humbucker ein zusätzliches Massekabel spendiert. Wozu? Also…
Damit ein Humbucker im Split-Coil-Modus betrieben werden kann, braucht er mehr als zwei Anschlusskabel, je nach Konfiguration (nur eine Spule einzeln nutzbar, beide Spulen einzeln nutzbar) drei (zwei Masse, ein Plus) oder vier (2 Masse, 2 Plus). In billigen Gitarren wie meiner ist nur eine Spule einzeln nutzbar, folglich müsste der Humbucker 3 Anschlüsse haben. Meistens hat er aber nur ein zweipoliges Kabel und stellt den dritten Kontakt über eine Alufolie auf dem Schlagbrett her, durch die alle Bauteile geschraubt sind (siehe z.B. hier). Diese Konstruktion ist suboptimal, da es schnell mal zu Kontaktfehlern kommen kann und dann knackt es oder gibt gar keine Töne mehr von sich. Wer also einigermaßen mit dem Lötkolben umgehen kann, sollte sich ein zusätzliches Massekabel in dem Humbucker löten und zwar an die Stelle, wo von innen der zweite Massepol ans Gehäuse gelötet ist. Dieses Kabel verlötet man dann mit der Masseschiene der restlichen Teile, z.B. am Umschalter oder Lautstärkeregler. Das sorgt für einen sauberen Massekontakt des Humbucker und beugt Ausfällen vor.
Wer übrigens möchte, dass seine Gitarre wieder schön glänzt, der kann Autopolitur nehmen, tiefere Kratzer im Lack gehen mit Schleif- bzw. Polierpaste wieder raus.
Viel Erfolg!
Tags: E-Gitarre, elektronik









#1 von Fabian Volmer am 15. Januar 2009 - 11:33
Schlechte Lötstellen und Kabelbrüche innerhalb billiger E-Gitarren scheinen nicht die Ausnahme zu sein. Auch ich musste letztens bei der Gitarre meines Bruders ein Kabel innerhalb der Gitarre wieder anlöten. Sobald man den Deckel der E-Gitarre auf hat, sieht man auch direkt die mangelnde Qualität der Lötstellen, aber auch der verbauten Teile selbst.
Aber dank der einfachen Technik sollte da fast jeder die benötigten, kleineren Lötarbeiten durchfühen können, dem ein Lötkolben nicht völlig unbekannt ist.
#2 von Hendrik Busch am 15. Januar 2009 - 12:01
Ja, ich hab auch einen Schreck bekommen als ich das Ding aufgemacht habe. Die Vertiefungen waren völlig versifft mit Resten von der Politur, die bei der Herstellung benutzt wurde, eine Schraube, die die Saitenkonstruktion auf der Rückseite festhält, war so schlecht eingeschraubt das sie oben wieder rauskam und die Kabel und Lötstellen sahen auch nicht wirklich gut aus.
Dem Universum sei dank ist eine Gitarre aber jetzt kein elektronisches “Teufelswerk” sondern recht simpel aufgebaut und daher einfach zu reparieren.