Bullet/Sabaton/Hammerfall = Osnabrück


Bin gerade vom Hammerfall-Konzert aus Osnabrück zurück gekommen. Nachdem das neue Album “No sacrifice, No victory” als erstes Hammerfall-Album überhaupt in die Top-10 der deutschen Albencharts geklettert ist (Platz 7, nicht lange, aber immerhin), sind die Jungs gerade auf ihrer “Any tour necessary“-Tour und machen zusammen mit Bullet und Sabaton die einschlägigen Locations unsicher.

Ich war also in Osnabrück, in der Halle Gartlage – eine Premiere, in der Halle war ich bisher noch nie. So war ich etwas erstaunt zu sehen, dass sie ausreichend Parkplätze haben (geteert, nicht Schlammwüste), am Eingang niemanden durchsuchen und zudem ein absolutes Rauchverbot in der gesamten Halle durchsetzen (Plakataufschrift: “Wer raucht fliegt raus!”). Welchem Zweck diese Halle sonst dient hat sich mir bisher nicht erschlossen, es gibt keine fest installierten Traversen, keine Bühne, keine Lichtanlage, keine nennenswerten Lautsprecher, nur einen blanken Betonboden und ein paar Sitzreihen an der Seite. Ich glaube, das ist so eine klassische Multifunktionshalle, die alles kann, aber nichts richtig. Es gibt nicht mal eine Internetseite.

Die ganze Sache begann um 20 Uhr mit Bullet, die sehr nach AC/DC klangen und nicht wirklich so mein Fall sind. Gegen 21 Uhr waren dann Sabaton an der Reihe, bei denen ich mich sehr gefreut habe, da ich sie schon immer mal live sehen wollte. Vom Stil her war Sabaton ganz anders als Bullet und heizte der Halle mächtig ein. Gespielt wurden vor allem neuere Stücke vom “Art of War”-Album sowie einige Klassiker, wie z.B. Metal Machine. Vor allem gefallen hat mir, dass Sabaton sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und an den Fans hatte. Interessanterweise haben sie viele Lieder schneller gespielt als die Albumversionen.

Um 22 Uhr war dann Hammerfall endlich dran und das Warten hatte sich gelohnt. Gewohnt energiegeladen gings los, vor einem vom Albumcover abgeleiteten Bühnenbild, einem Satz Ruinen. Unterstützt wurde das ganze neben der üblichen Licht- und Pyro-Show auch durch einen Waterscreen, auf den ein Laser Schriftzüge, Logos und Animationen projezierte. Wenn man mir das vorher gesagt hätte, hätte ich starke Zweifel gehabt, ob die Musik und die Lasershow zusammen passen, aber sie hat sich super ins Gesamtbild eingefügt. Vor allem die Frage “Do you want more, Osnabrück?” vor dem Zugabenteil hat die Halle zum Toben gebracht.

Nachdem Stefan Elmgren und Magnus Rosen die Band voriges Jahr verlassen haben, mussten sich heute zwei Neuzugänge bewähren. Stefan Elmgren wurde durch Pontus Norgren ersetzt, der bei der Erstellung des Albums auch gleich seine persönliche Note einbrachte. Live schlägt er sich wacker, sieht aber manchmal aus wie Andy Serkis, der gleich zu Gollum wird. Der zweite alte neue ist Frederik Larsson am Bass, der nach dem ersten Album zu einer Thrash- und Deathmetal-Reise aufbrach und nun wieder zu Hammerfall zurückgekehrt ist.

Die Show war super, auch an der Liedauswahl gab es nichts zu meckern, alle wichtigen Lieder von Heeding the Call bis hin zu Let the Hammer fall waren vertreten. Als bis zuletzt kein Hearts on Fire gespielt wurde, machte sich etwas Unmut breit, der aber einkalkuliert war, den mit Hearts on Fire wurde dann der finale Schlußstrich unter ein großartiges Konzert gesetzt. Eins hat man deutlich gemerkt: auch wenn Hammerfall nicht mehr die jüngste Band ist (Joacim ist inzwischen fast 40, Anders geht auf die 50 zu), sie wissen immer noch wie man soliden Metal auf die Beine stellt und mitreissend performen kann. Danke für die tolle Show!

(Ich merke im Übrigen, dass ich auch nicht jünger werde, ich fühle mich nach Konzerten immer alt und steif wenn ich wieder ins Auto einsteige).

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