Vuvuzela-Filter für alle!

Nachdem Tube vor ein paar Tagen grundlegend erläutert hat, wie man einfach Vuvuzela-Gedröhne mit einem Mehrband-EQ herausfiltern kann und ich gestern ein passendes Effekt-Preset für Ableton Live onlinegestellt habe, lege ich jetzt auf Wunsch einiger Leser nochmal nach und biete das ganze auch als Projektdatei für energyXT sowie in einer Freeware-Lösung für Windows an.

Hinweis: Diese Anleitung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehme ich keinerlei Haftung für daraus resultierende Schäden oder Probleme, insbesondere nicht an Fernsehern, Stereoanlagen oder Ohren.

Vuvuzela-Filter für Ableton Live

>>> siehe hier

Vuvuzela-Filter für energyXT

Bei energyXT besitzt bereits jede Audiogruppe einen vierstufigen Equalizer, den man nur noch passend einstellen muss. Das habe ich in dem unten verfügbaren Projekt bereits getan und auch gleiche ein Soundbeispiel in den Sequencer geladen. Wer nur das Livesignal filtern möchte, der kann die Sequencer-Gruppe auch getrost löschen. Das ganze Projekt ist schon passen geroutet:

Audio In/Sequencer -> EQ -> Audio Out

Wer das ganze ungefiltert genießen will, um z.B. den Unterschied zu hören, der kann mal den Audio In bzw. den Sequencer direkt in den Audio Out umleiten.

>>> Vuvuzela-Filter-Projekt für energyXT (ZIP, erstellt mit energyXT 2.5 für Windows)

Vuvuzela-Filter für alle

Wer keine DAW-Software sein Eigen nennt, der kann sich seinen Filter mit einem VST Host wie z.B. VSTHost von Hermann Seib und einem Equalizer-Plugin wie dem AiXcoustic Creation Electri-Q posihfopit Edition basteln. Entsprechende Software gibt es auch für Mac OS. Man gehe wie folgt vor:

>>> Vuvuzela-Preset für Electri-Q

Man startet VSTHost und wählt unter “Datei” den Menüpunkt “Neues Plugin…”. Im daraufhin erscheinenden Dialog wählt man die Electri-Q (posihfopit edition).dll, die Electri-Q in das gewählte VST-Plugin-Verzeichnis installiert hat. VST-Host verbindet nun automatisch das Plugin mit Eingang und Ausgang.

Electri-Q VST-Plugin laden

Electri-Q VST-Plugin laden

Nun öffnet man die Einstellungen des Plugins. Dazu klickt man in dem mittleren Kästchen in der oberen Reihe auf den vierten Knopf von rechts (im Bild rot umrandet). Die orangene Einstelloberfläche von Electri-Q erscheint.

Einstellungsdialog von Electri-Q öffnen

Einstellungsdialog von Electri-Q öffnen

Jetzt muss das Plugin noch konfiguriert werden. Dazu könnt Ihr das Preset herunterladen, das ich vorbereitet habe, und in das Plugin laden. Klickt dazu mit der rechten Maustaste auf das Preset-Feld links unten und wählt “Import Preset…” und danach im Dialog die Datei, die Ihr aus meinem ZIP entpackt habt.

Electri-Q Preset importieren

Electri-Q Preset importieren

Wenn alles erfolgreich war, müsstet Ihr jetzt einen Frequenzverlauf mit vier markanten Einschnitten erkennen. An genau diesen Frequenzen wird die Vuvuzela herausgefiltert.

Frequenzverlauf des Vuvuzela-Filters

Frequenzverlauf des Vuvuzela-Filters

Jetzt gilt es nur noch zu bestimmen, welche Audioein- und Ausgänge benutzt werden sollen. Klickt dazu im Menü “Geräte” auf den Punkt “Wave”. Im nachfolgenden Dialog könnt Ihr die Geräte für Ein- und Augang wählen. Wenn Ihr ein Audiogerät mit niedriger Latenz mit ASIO-Treiber verwendet, braucht Ihr nur das Ausgabegerät konfigurieren, dieses wird dann auch gleichzeitig als Eingabegerät verwendet. Sollte es zu Aussetzern im Ton kommen, müsst Ihr die Puffergröße erhöhen. Hängt der Ton dem Bild hinterher, hilft es, die Puffergröße herabzusetzen. Ist über die Puffergröße kein befriedigendes Ergebnis zu erzielen, ist vermutlich die Hardware an der hohen Latenz schuld und Ihr braucht ein besseres Audio-Interface.

Audiogeräteauswahl in VSTHost

Audiogeräteauswahl in VSTHost

Creative Commons License
Vuvuzela-Filter für alle! von Hendrik Busch steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
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18 Antworten für “Vuvuzela-Filter für alle!”

  1. C.Bender 15. Juni 2010 um 13:52 #

    Vielen Dank für die letzte Anleitung. Habe alles so eingerichtet wie angegeben. Der Sound durchläuft das VSTHost, aber der Equalizer nimmt keinen Einfluss auf den Klang. Unten rechts sieht man die (sich leicht verändernde) Anzeige “-82 db”, aber jeder im “Maschinen-Eingang”-Fenster noch in den anderen Fenstern tut sich was bei der Level-Pegel-Anzeige. Klappt das nun doch nicht oder muss ich noch eine Einstellung beachten, die in der Anleitung nicht erwähnt wurde? Rettet mir die WM und meine Ohren, deshalb: danke für Eure Antworten.

  2. C.Bender 15. Juni 2010 um 13:57 #

    kleiner Nachtrag: ich benutze ein externes Soundinterface (Tascam US 144) und habe unter Geräte -> Wave -> Ausgabegerät “ASIO: US-122L / US-144″ angegeben, falls das was zur Sache tut.

  3. Manu 15. Juni 2010 um 18:34 #

    Hallo Danke für das tolle plugin
    erhalte jedoch folgende fehlermeldung wenn ich das preset importiere 0,1000000014…. ist kein gültiger Gleitkommawert.
    Mach ich da was falsch?

    Danke und Gruss

  4. Achim 15. Juni 2010 um 21:26 #

    Hallo, hätte da mal ne kleine Frage.
    Ich streame die Spiele und wollte nun Ein- unD Ausgang wählen.
    Dann habe ich für den Ausgang Kopfhörer gewählt, da ich den Ton auf meine Stereoanlage setze.
    Nun weiß ich nicht, was ich auf den Eingang setzen soll…..
    Ich habe zur Auswahl:
    MME: Microsoft Soundmapper
    MME: Modem Nr. 0 Line-In
    MME: Mikrofon (High Definition Audio) [2*]
    DS: Primärer Soundaufnahmetreiber
    DS: Line 1 (Virtual Audio Cable)
    DS: Mikrofon (High Definition Audio-Gerät) [2*]

    Nun ja, versteh nicht, wieso es nicht geht.
    Hab alle Varianten ausprobiert^^
    Oder muss ich wenn ich die Einstellung gemacht habe noch irgendwo drücken?

  5. Christian 16. Juni 2010 um 01:23 #

    Hallo,
    funktioniert sogar verlustfrei:
    Vom Receiver über die optionale Slotblende von meiner Realtek ALC888 Onboard mit Toslink in den Computer und mit S/P-DIF oder Toslink in das 5.1 System.

  6. Hendrik Busch 16. Juni 2010 um 09:41 #

    @C.Bender Hat das Tascam-Interface mehr als einen Ausgang? Wenn ja, kann es sein, dass Du den falschen erwischt hast. Über die Einstellungen von Maschinenein- und ausgang müsstest Du die Kanäle noch wählen können. Vom Prinzip her habe ich für mein Beispiel aber auch nichts anderes gemacht als Du, nur ist mein Audiointerface simpler. Bekommst Du überhaupt eine Audio-Ausgabe auf dem Tascam, auch ohne EQ-Plugin?

  7. Hendrik Busch 16. Juni 2010 um 09:42 #

    @Manu Von welchem Preset reden wir hier? Und rein technisch gesehen ist 0,1000000014 ein gültiger Gleitkommawert ;-). Aber mal Spaß beiseite: das ist so ein Fehler, wo ich Dir vermutlich nicht helfen kann, weil dass an dutzenden Faktoren liegen kann, die ich nicht mal alle kenne.

  8. Hendrik Busch 16. Juni 2010 um 09:48 #

    @Achim Wenn ich das richtig verstanden habe, versuchst Du den Ton zu filtern, der direkt aus dem Stream kommt. Ich fürchte, das ist so ohne weiteres nicht möglich, weil der Sound direkt über den Rechner und nicht aus einem “normalen” Eingang kommt. Dazu sind leider ein paar Tricks notwendig, die ich selber noch nie ausprobiert habe. Ich würde Dich daher gerne an die Doku von Audacity verweisen, wo dieses Thema diskutiert wird (in dem grünen Kasten):

    http://wiki.audacityteam.org/wiki/Mixer_Toolbar_Issues#Using_the_Control_Panel

  9. Hendrik Busch 16. Juni 2010 um 09:50 #

    @Christian Das ist natürlich noch besser. Wer direkt die digitalen Audiosignale anzapfen kann, der ist natürlich fein raus, besonders was Qualität und Latenzen angeht. Mein 25-Euro-Sat-Receiver hat sowas nettes allerdings nicht :-(

  10. Achim 16. Juni 2010 um 21:04 #

    Hallo, vielen Dank für die Antowrt.
    Ich werde mich am Wochenende mal damit beschäftigen da ich viel zu tun habe.
    Aber ich habe einen zweiten Laptop der aber was älter ist.
    Vielleicht versuche ich mal den dadurch zu jagen bevor ich ihn auf die Anlage leite.
    Dann müsste es ja eigentlich funtzen….

  11. David 17. Juni 2010 um 20:29 #

    Habe auch das Problem von Manu mit dem “0,1000000014… ist kein gültiger Gleitkommawert”. Habe einfach mit einem Texteditor das komma mit einem punkt ersetzt also “0.1000000014″ “statt “0,1000000014″ dann funktionierts mit dem import.

  12. Blogger 18. Juni 2010 um 13:57 #

    Ich hab inzwischen auf einen Live-Stream umgestellt. Dafür muss man garnichts installieren, sondern verwendet statt dem Ton vom Fernseher einfach einen Tröten-gefilterten Live-Stream aus dem Internet von http://www.vuvuzela-frei.de/. Ist anscheinend mit dem Open-Source Tool soX gemacht.

  13. Christian 19. Juni 2010 um 20:43 #

    Wenn ich die Frequenz der (Gasdruck)Fanfaren (520 und 590 Hz) filtere, höre ich sie trotzdem noch.

    Was könnte ich noch einstellen ?
    Wie kann man Frequenzbereiche (z.B. 520-590 Hz) filtern ?

  14. Anonymous 20. Juni 2010 um 20:37 #

    @Manu
    Had the same problem and found the solution: edit the .e-q file with wordpad and replace , with . on the 4 values. Must be a regional thing stuff or something.

  15. Hendrik Busch 20. Juni 2010 um 22:11 #

    @Christian: Die Fanfaren herauszufiltern ist mit Sicherheit nicht leicht. Neben den genannten Frequenzen müsstest Du zunächst mal auch alle Ober- und Untertöne (Frequenz x0.5, x2, x 3, etc.) herausfiltern. Hinzu kommt, dass der Frequenzverlauf von Vuvuzelas und Fanfaren natürlich nicht punktgenau ist. Zu Beginn und Ende des Klanges ist die Frequenz vermutlich niedriger als mittendrin, wegen der Zu- und Abnahme des Drucks.
    Was den Frequenzbereich angeht: Hier ist vermutlich nötig, mehrere Einzelbereiche mit sehr geringer Bandbreite nebeneinander zu filtern, also z.B. 520, 540, 560, 580, 600Hz. Je mehr man da aber rausfiltert, desto komischer klingt das nachher.

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