Archiv für Kategorie Big Brother

Mehr Privatssphäre – Jetzt und hier

Ich habe mein Blog mal etwas umgekrempelt, auf WordPress 2.7 aktualisiert und ein paar neue Plugins mit neuen Version versorgt. Außerdem habe ich dafür gesorgt, dass dieses Blog möglichst wenig Benutzerinformationen über seine Besucher erfasst. Ich bin mittlerweile zu der Einsicht gelangt, dass ich mich nicht über die Datengier anderer beschweren sollte, solange in meinem eigenen Wirkungsbereich Dinge wie Google Analytics oder Clickheat aktiviert sind und die IP-Adressen und User-Agents eines jeden, der einen Kommentar schreibt, mitprotokolliert werden. Unterm Strich kann es mir egal sein, wer mein Blog wie liest. Dadurch gibt es auch nicht mehr Leser und da es hier nichts Kommerzielles gibt, brauche ich auch nicht meine Benutzerführung für eine Steigerung der Verkaufsquote ändern.

Was habe ich also im Einzelnen geändert:

  • Google-Analytics entfernt
  • Clickheat entfernt
  • Kommentare ohne Namen und ohne E-Mail-Adresse zugelassen (Kommentare müssen allerdings immer noch durch mich moderiert werden)
  • 123 AntiVDS installiert um die Speicherung von IP, User-Agent und E-Mail-Adresse bei Kommentaren und Trackbacks zu unterdrücken

Leider kann ich, durch die Art wie dieses Blog derzeit gehostet wird, nicht die Speicherung von IP-Adressen im Apache-Zugriffslog verhindern. Aber da arbeite ich auch schon an einer Lösung.

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Epic Fail

Der Vorwahlkampf der Demokraten ist vorbei, Barack Obama designierter Präsidentschaftskandidat. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bis vor kurzem in ihm den “schwarzen John F. Kennedy” gesehen habe (wobei man sagen muss, dass auch dieser geschichtlich zum visionären Vorzeigepräsidenten verklärt wurde).

Mittlerweile bin ich zu der ernüchternden Erkenntnis gekommen, dass auch Obama nur das “same old Washington game with the same old Washington players” spielt, dass er so angeprangert hatte. Zwei Vorkommnisse in letzter Zeit machen ihn für mich zum Epic Fail.

  • Er befürwortet die Todesstrafe. Das alleine ist schon ein Totalversagen in meinen Augen, aber Obama setzt noch einen drauf und befürwortet die Todesstrafe auch für andere Straftaten als Mord, im konkreten Fall für Kindesmissbrauch. Die Geschichte, vor allem die der USA, beweist eigentlich eindrucksvoll, dass die Todesstrafe niemanden abschreckt, entsprechende Verbrechen zu begehen. Dem verlinkten Artikel nach wird die Todesstrafe von Obama als eine Art Ausdruck der moralischen Entrüstung einer Gesellschaft gesehen. Zu gut Deutsch: Rache bzw. Vergeltung. Weder das eine noch das andere ist Aufgabe eines Strafsystems. Fail.
  • Er hat für die Umsetzung des FISA Amendments Act of 2008 gestimmt, der u.a. illegale Abhörmaßnahmen der Regierung unter Straffreiheit stellt. Wer bei der englischen Wikipedia nach dem vierten Verfassungszusatz sucht, wird auf folgende knappe, aber zutreffende Beschreibung stoßen:

    Fourth Amendment to the United States Constitution – part of the Bill of Rights, it guarded against unreasonable searches until the FISA Amendments Act of 2008, but still seems to guard against unreasonable seizures, and unreasonable searches of residencies.

    Bei Heise ist eine verständliche Beschreibung der Änderungen zu finden. Wie kann man einem solchen Gesetz nur zustimmen? Fail.

EPIC FAIL!

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Mehr als das Offensichtliche

Ich hatte vor knapp zwei Jahren mal über den Film Loose Change gebloggt, ein Internet-Independent-Dokumentarfilm, der sich mit den Geschehnissen rund um den 11. September 2001 beschäftigt. Jetzt, gute zwei jahre später, ist die Welt immer noch nicht um Erkenntnisse reicher, dafür aber um weitere Freiheiten ärmer.

Statt mit befriedigen Antworten versorgt zu werden, hat sich die Welt um uns herum in eine andere Richtung entwickelt. Sei es nun der Legitimierung von Folter durch die USA, die massive Kameraüberwachung in Großbritannien oder Stasi 2.0 in Deutschland, nur um ein paar Beispiele zu nennen – es steht einiges auf dem Spiel.

Nun will ich hier keinen alten Kaffee aufwärmen, sondern ein wenig auf alternative Denkweisen aufmerksam machen. Ich habe hier auch schon Beiträge über den vermeintlichen deutschen Terrorplot gepostet, der ein gutes Beispiel dafür ist, wie mit Medien die öffentliche Wahrnehmung beeinflußt werden kann, und zeigt, wie aus fehlgeleiteten Stümpern plötzlich die islamistischen Top-Terroristen wurden.

Ich habe in letzter Zeit zwei weitere Dokumentarfilme rund um 9/11 und den War-on-Terror gesehen, die ich hier mal empfehlen möchte. Der erste Film heißt Zeitgeist und beschäftigt sich in drei Teilen mit den Themen Religion, 9/11 und einem Blick hinter die Kulissen des Weltgeschehens. Er erläutert u.a. plausibel, warum die USA solche Probleme in Vietnam und im Irak haben und wer wieso davon profitiert. Ein zweiter Teil ist zur Zeit in Vorbereitung und für Oktober angekündigt.

Der zweite Film ist eine deutsche Produktion mit dem Namen Unter falscher Flagge, die sich ebenfalls mit 9/11 und den Entwicklungen danach beschäftigt, in der zweiten Hälfte aber den Einfluss dieser Ereignisse auf die deutsche Sicherheits- und Außenpolitik beleuchtet. Hier werden mögliche Motive von Herrn Schäuble und auch dem deutschen Afghanistaneinsatz beleuchtet, der Film ist recht aktuell.

Um es in aller Deutlichkeit abschließend zu sagen: ich versuche hier niemanden zu bekehren. Auch stellen diese Filme nicht “die Wahrheit” dar und können auch nicht mit unwiderlegbaren Fakten aufwarten. Ich möchte aber deutlich machen, dass es auch eine andere Sichtweise auf verschiedene Geschehnisse um uns herum gibt, die auch nicht weniger glaubwürdig ist, als die von den Medien verbreitete Mainstream-Meinung.

Hier nochmal die Link:

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Kopfschütteln

Ich starte heute mal eine neue Kolumne, die sich mit den bekannten und weniger bekannten Vorfällen beschäftigt, die unsere Freiheit, unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung oder einfach nur unser Verständnis von der Welt beeinträchtigen.

Fall 1: Die IP-Adressenspeicherung des BKA. Nicht mal einen Monat ist es her, seit die Vorratsdatenspeicherung hier in Deutschland abgenickt wurde (wer wie Bodo und ich an der Verfassungsbeschwerde teilnehmen möchte, der besuche bitte diese Webseite). Das BKA interessierte das wohl sei jeher nicht, wie Heise berichtet, denn dort werden bereits seit Jahren die IP-Adressen von Besuchern der Webseite gespeichert und wohl auch für die Strafverfolgung verwendet. Bestes Beispiel sind die Informationsseiten des BKA über die sog. militante gruppe (mg), Besucher dieser Seiten müssen mit einem verstärkten Interesse der Behörden bis hin zu ersten Ermittlungen rechnen.

Fall 2: Die deutschen Wirtschaftsinteressen in China. Seit der Dalai Lama im September von Angela Merkel empfangen wurde, sind die Beziehungen zu China in eine neue Eiszeit geraten. Inzwischen fordert der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) die Regierung und Frau Merkel zu einer aktiven Verbesserung des Klimas auf. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Die deutschen wirtschaftlichen Interessen und die Forderung nach mehr Menschenrechten in China stehen sich leider gegenseitig im Wege. China wäre allerdings nicht das erste Land, für das wir Deutschen unsere Forderungen nach Menschenrechten aufgeben würden. Usbekistan z.B. gehört auch dazu, dort ist das Luftdrehkreuz der deutschen Armee nach Afghanistan. Siehe hier und hier.

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Flucht vor der Datenkrake

Nach sachlicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht ständig über mangelnden Datenschutz lästern kann, solange ich selber nicht auch auf den Schutz meiner Daten achte. Das ändert sich jetzt. Ab heute unternehme ich den Versuch, mich der “abstrakten” Datenkrake zu entziehen. Den Anfang dabei macht meine Kundenrabattkarte.

Ich weiß nicht genau, was ich mir damals dabei gedacht habe, als ich meine Payback-Karte beantragt habe. Jedenfalls hat Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, völlig recht. Über ihn und sein neues Buch gibt es einen Artikel bei Spiegel Online, der das Thema Datenschutz und Gewohnheit thematisiert. Dort heißt es:

Viele Bürger scheinen gar nicht zu wollen, dass Peter Schaar sie schützt. Sie fürchten nicht die schöne neue Welt, wie sie Aldous Huxley in seinem Roman beschrieb, sondern sie freuen sich über den schönen neuen Toaster, den sie für ihre Bonuspunkte erhalten – auch wenn der Supermarkt-Computer dank der Kundenkarte nun speichert, wann sie Kondome kaufen oder wie sich der Alkohol-Konsum entwickelt.

Verdammt! Ok, bei mir war es ein Grill und Alkohol trinke ich auch keinen, aber das Problem besteht trotzdem. Ich habe daher mal über das Kontaktformular auf der Payback-Webseite eine Kündigung ausgesprochen. Auf der Seite habe ich leider keine Informationen zum Thema Kontoauflösung gefunden. Mal gucken, was draus wird.

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