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		<title>Atlanta, Tag 4</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 16:26:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tag 4 war der letzte Konferenztag. Ich tauschte das etwas armselige Frühstück dann doch lieber gegen einer Dreiviertelstunde mehr Schlaf und war dann pünktlich zum Vortrag von Nancy McKinstry, ihreszeichens CEO von Gesamt-Wolters Kluwer, im großen Ballsaal des Four Seasons. Nach zwei weiteren Workshops war dann &#8211; nach einer gemeinsamen Abschlusskundgebung &#8211; schon am frühen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tag 4 war der letzte Konferenztag. Ich tauschte das etwas armselige Frühstück dann doch lieber gegen einer Dreiviertelstunde mehr Schlaf und war dann pünktlich zum Vortrag von Nancy McKinstry, ihreszeichens CEO von Gesamt-Wolters Kluwer, im großen Ballsaal des Four Seasons. Nach zwei weiteren Workshops war dann &#8211; nach einer gemeinsamen Abschlusskundgebung &#8211; schon am frühen Nachmittag Schluss.</p>
<p>Nachmittags habe ich dann mit einigen Kollegen die <a title="Webseite der World of Coca-Cola" href="http://www.worldofcoca-cola.com/">World of Coca-Cola</a> in Angriff genommen, wenn man ja schonmal in Atlanta ist, dann kann man auch das Touri-Programm machen. Eine der Fragen, die sich in amerikanischen Großstädten stellt, ist: wie kommt man da hin? Hier in Atlanta hat man die Wahl zwischen der U-Bahn, die aber nur die Nord-Süd und die Ost-West-Achse bedient, Bussen, die einen Mitteleuropäer regelmäßig vor ein Problem stellen, denn an den Haltestellen steht weder dran, welche Busse hier fahren noch wann. Wenn man also nicht vorher ein Online-Studium der Fahr- und Stadtpläne abgeschlossen hat, ist Busfahren mehr ein Glücksspiel als eine zuverlässige Art der Beförderung. Dann wäre da noch Taxi, was hier durchaus bezahlbar ist. Und dann gibt es noch das Courtesy Car. Eine interessante Einrichtung, jedes Hotel, dass was auf sich hält (also nur die teuren), bietet einen kostenlosen Chauffeurservice auf First-come-first-served-Basis an. Da zumindest ein Teil der Kollegen im Four Seasons wohnte und der Fahrer gerade frei war, wurden wir dann für lau im 7er BWM nach Downtown gebracht und vor der World of Coca-Cola abgesetzt.</p>
<p>Der Eintritt kostet 16 Dollar und ermöglicht einem den Besuch eines &#8220;Gehirnwäschezentrums&#8221; in dem die Veranstalter nicht müde werden zu betonen, dass Coca-Cola Spaß macht und die Welt verbindet. Angesichts der Markenverbreitung ist das vielleicht gar nicht so falsch.</p>
<p>Das besondere Highlight dieser Tour ist, neben Dingen wie einem 4D-Kino und einer kleinen aber vollständigen Abfüllanlage definitv die Zone, in der man weit über 100 Coca-Cola-Getränke aus aller Welt kosten kann. Also ran an die Becher und an die Zapfhähne. Man stellt schnell fest, dass die Afrikaner es Süß mögen, in Latein-Amerika Kohlensäure nicht viele Freunde hat und dass Mezzo-Mix am US-Zapfhahn fast schmeckt wie zu Hause. Diese Einrichtung bietet jedenfalls die Möglichkeit, sich ziemlich schnell Magenschmerzen zuzufügen <img src='http://www.icanmakeit.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Im angeschlossenen Fanshop gab es allerlei interessante Dinge zu kaufen, die aber alle nicht in einen Koffer passen. Und 40 Dollar für ein Coca-Cola T-Shirt müssen auch nicht sein.</p>
<p>Im Anschluss gabs noch einen kleinen Spaziergang durch den Centennial Olympic Park, der viel kleiner ist, als man erwarten könnte. Insgesamt ist es aber positiv zu sehen, dass Atlanta insgesamt eine sehr grüne Stadt ist und man eigentlich immer irgendeinen Park in kurzer Zeit zu Fuß erreichen kann.</p>
<p>Der Tag ging dann mit einem Besuch des Hard Rock Cafes (nur Shop) und eines Steakhaus zu Ende.</p>

	Tags: <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/atlanta/" title="atlanta" rel="tag">atlanta</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/coca-cola/" title="Coca-Cola" rel="tag">Coca-Cola</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/reise/" title="reise" rel="tag">reise</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/sightseeing/" title="sightseeing" rel="tag">sightseeing</a><br />
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		<title>Atlanta, Tag 3</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 13:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach dem gleichen langweiligen Frühstücksbuffet ging die Konferenz mit einem Highlight weiter: IBM war als Partner geladen und hat seine neueste Spielerei gleich mitgebracht: den Super-Computer Watson, der nach einem Jahrzehnt Forschung in der Lage ist, gegen menschliche Gegner Jeopary zu spielen und dabei sogar gegen die großen Champions zu gewinnen. Eine spezielle Software namens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem gleichen langweiligen Frühstücksbuffet ging die Konferenz mit einem Highlight weiter: IBM war als Partner geladen und hat seine neueste Spielerei gleich mitgebracht: den Super-Computer Watson, der nach einem Jahrzehnt Forschung in der Lage ist, gegen menschliche Gegner Jeopary zu spielen und dabei sogar gegen die großen Champions zu gewinnen. Eine spezielle Software namens DeepQA und 2880 Prozessoren mit 15 Terabyte RAM machen es möglich. Und Watson spielte dann auch bei uns auf der Konferenz gegen Freiwillige. Ich hatte ursprünglich auch überlegt mich zu melden, aber ich Nachhinein war ich froh, es nicht getan zu haben. Auch ohne Watson hätte ich eine schlechte Figur gemacht, denn mein englisches Wissen reicht weder aus um die Fragen ausreichend zu erfassen, noch um sie zu beantworten.<br />
Es kam dann wie es kommen musste: Watson kann zwar nicht alle Fragen beantworten, aber die, die er beantwortet, beantwortet er richtig. Er hat dann auch alle Kandidaten (immerhin 3 Runden mit zwei Zweierteams) in Grund und Boden gespielt. Sehr beachtlich.<br />
Der eigentliche Konferenzteil verlief eher unspektakulär, aber besonders im Bereich des Softwareprojektmanagements wurden einige neue User Groups gegründet, denen ich mich dann direkt man angeschlossen habe. Es kann nur nützlich sein, von dem Wissen der internationalen Kollegen hier zu profitieren.</p>
<p>Als Abendveranstaltung ging es dann ins Hauptquartier von CNN für eine Tour und Abendessen. Die Tour war mäßig, denn viel war nicht mehr los im Sender. Auch wenn Atlanta das Hauptstudio ist, wird die Senderleitung abends nach Washington D.C. transferiert und nur noch der spanische Ableger sendet weiter aus Atlanta. Allerdings ist das Gebäude von CNN wirklich beachtlich. Das Gebäude erinnert von innen an eine große Mall, im Erdgeschoss finden sich zahlreiche Geschäfte und Fastfoodläden. In dem Gebäude steht zudem noch ein nicht gerade kleines Hotel. Entfernt erinnert das ganze an das Sony Center in Berlin, allerdings ist das CNN-Gebäude deutlich älter (Mitte der 80er gebaut) und komplett geschlossen. In einem extra gesperrten Bereich klang der Abend dann mit einem Buffet zum Abendessen aus.</p>
<p>Und auch mein Tag ist jetzt vorbei, die Blogbeiträge sind geschrieben und es ist auch schon kurz nach 23 Uhr. In diesem Sinne.</p>

	Tags: <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/atlanta/" title="atlanta" rel="tag">atlanta</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/cnn/" title="CNN" rel="tag">CNN</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/reise/" title="reise" rel="tag">reise</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/usa/" title="USA" rel="tag">USA</a><br />
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		<title>Atlanta, Tag 2</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 12:04:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erstaunlicherweise hält sich mein Jetlag in Grenzen. Letzte Nacht war trotzdem fürchterlich, denn ich hatte die Wahl zwischen einer lauten Klimaanlage und fürchterlichem Schwitzen. Mit Ohrstöpseln ging es dann aber. Das Frühstück im Four Seasons war dann aber eher enttäuschend, es gab Früchte, Oatmeal und Bagels mit zwei Sorten Cream Cheese und zwei Sorten Marmelade. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erstaunlicherweise hält sich mein Jetlag in Grenzen. Letzte Nacht war trotzdem fürchterlich, denn ich hatte die Wahl zwischen einer lauten Klimaanlage und fürchterlichem Schwitzen. Mit Ohrstöpseln ging es dann aber.<br />
Das Frühstück im Four Seasons war dann aber eher enttäuschend, es gab Früchte, Oatmeal und Bagels mit zwei Sorten Cream Cheese und zwei Sorten Marmelade. Das wars. Keine Wurst, keinen Käse, keine Eier, nichts was man aus einem typischen Hotelbuffet gewohnt ist. Witziges Detail: das Hotel hat eine Art Pausengong, der die Teilnehmer daran erinnern soll, dass die Veranstaltung gleich weiter geht. Es handelt sich hierbei aber um einen manuellen Gong, eine Art Xylophon, mit dem ein Hotelmitarbeiter dann durch die Menge läuft und die typische Gongmelodie spielt.</p>
<h3>Konferenzeindrücke</h3>
<p>Die Konferenz an sich ist trotz des großen Ansturms von über 300 Teilnehmern extrem gut organisiert und nach der gemeinsamen Startveranstaltung verteilte sich das Teilnehmerfeld auf die einzelnen Workshops. Die, an denen ich teilgenommen habe, waren allesamt interessant, bis auf die eines externen Partners, der aus seinem Vortrag eher eine große Werbeveranstaltung gemacht hat. Schade eigentlich, denn zumindest der Titel und die Beschreibung des Kurses hatte durchaus Potential.<br />
Ich werde vermutlich auch nie verstehen, warum hier die Klimaanlagen auf 60 Grad Fahrenheit eingestellt sind &#8211; das sind eiskalte 15 Grad Celsius. Inzwischen hats vermutlich auch die ersten Leute mit einer Erkältung erwischt.<br />
Für den Abend waren dann sog. Bird-of-a-Feather Dinner angesetzt, Essen mit Gruppen, deren teilnehmer gleiche (beruflichen) Interessen haben. Ich hatte mich dafür usprünglich nicht angemeldet, weil ich nicht wusste, was ich davon halten sollte, aber nach dem absolut positiven ersten Konferenztag habe ich die Leute am Hospitality Desk förmlich angebettelt, mir doch noch einen Platz zu verschaffen (was sie dann auch geschafft haben). Interessantes Detail an diesem Abendessen: gleich mehrere Leute von CCH Small Firms kamen zu mir &#8211; augenscheinlich ähnele ich einem ihrer Manager sehr. Ich habe mal um ein Foto gebeten, mal sehen, was da kommt <img src='http://www.icanmakeit.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Immerhin scheint die Ähnlichkeit so frappierend zu sein, dass es einige Teilnehmer reichlich verwirrt hat.<br />
Nach dem Abendessen bin ich dann noch in eine nahegelegenen Supermarkt gegangen &#8211; die haben hier ja lange auf. Es war interessant zu sehen, dass selbst in Downtown Atlanta (da, wo die Wolkenkratzer stehen) selbst zu später Stunde noch einiges los ist. Im Innenstadtbereich wohnen für eine amerikanische Großstadt vergleichsweise viele Leute.</p>
<h3>TV, American Style</h3>
<p>Der Abend ging dann im Hotelzimmer mit HD-TV zu Ende. Die meisten Sender hier sind lokale Versionen der bekannten Stationen und beschäftigt sich daher primär mit lokalen Angelegenheiten. Das sind derzeit eine Gerichtsverhandlung gegen eine Frau die ihren Säugling umgebracht haben soll, aber auch Dinge wie die Schlaglöcher in einer Bundesstraße oder der schlechte Zustand vieler Holzverandas in Atlanta. *gähn* Ich habe bisher nur einen Beitrag mit internationalen Informationen gesehen und der drehte sich kurz um die Unruhen in Griechenland und danach dann um den Angriff auf irgendeinen US-Vorposten in Afghanistan.<br />
Das Ganze wird regelmäßig von Werbung unterbrochen, häufiger aber dafür kürzer als bei uns. Interessant sind Clips für Medikamente. Es scheint so zu sein, dass in der Werbung alle wichtigeren Nebenwirkungen genannt werden müssen. Bei Psycho-Medikamenten, also z.B. Stimmungsaufheller, kann das schonmal eine Weile dauern. Der Clip besteht dann primär aus lächelnden Personen in netten Umgebungen, die einem etwa eine Minute lang erzählen, was für schlimme Nebenwirkungen alle auf einen warten.</p>

	Tags: <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/atlanta/" title="atlanta" rel="tag">atlanta</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/reise/" title="reise" rel="tag">reise</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/tv/" title="tv" rel="tag">tv</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/usa/" title="USA" rel="tag">USA</a><br />
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		<title>Atlanta, Tag 1</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 02:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Endlich. Nach so vielen Jahren in Firmen mit nennenswertem US-Marktanteil komme ich auch wirklich mal in die USA. Da, wo ich herkomme, ist es jetzt fast 4 Uhr morgens. Da wo ich jetzt bin, ist es gerade mal 22 Uhr. Aber eins nach dem anderen: Der Flug Der Flug nach Atlanta ging um 9:20 in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich. Nach so vielen Jahren in Firmen mit nennenswertem US-Marktanteil komme ich auch wirklich mal in die USA. Da, wo ich herkomme, ist es jetzt fast 4 Uhr morgens. Da wo ich jetzt bin, ist es gerade mal 22 Uhr. Aber eins nach dem anderen:</p>
<h3>Der Flug</h3>
<p>Der Flug nach Atlanta ging um 9:20 in Düsseldorf und dank Economy Comfort-Upgrade konnte ich früher boarden und hatte auch noch einen Platz mit mehr Beinfreiheit. Auf dem Rückflug werde ich sogar noch mehr Platz haben <img src='http://www.icanmakeit.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> .  Die Sicherheitskontrollen in Düsseldorf waren überschaubar und wurden von nur bedingt motivierten Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdiensts durchgeführt. Ich Depp renne natürlich direkt mal mit einer halbvollen Flasche Eistee in die Kontrolle, die noch vom Vortag im Rucksack war. D&#8217;Oh.</p>
<p>9:50 Stunden war die angekündigte Flugzeit, geschafft haben wir es in ereignislosen 9:20. Immerhin war das Essen gut.</p>
<h3>Einreisekontrolle</h3>
<p>Als Europäer hört man ja immer wieder Horrorgeschichten über die Einreise in die USA. Sieht man davon ab, dass die meisten Beamten eher etwas ruppig sind, dann ist das aber alles halb so wild. Der Grenzbeamte, den ich erwischt habe, stelle mir nur drei Fragen und dann war ich drin. Witziges Detail: der Beamte war auf beiden Armen komplett tätowiert, also auch die Unterarme. Er hätte auch gut als Gangmitglied durchgehen können.</p>
<p>Da, wo in Deutschland alles vorbei ist und man nur noch seinen Koffer holt und dann den Flughafen verlässt, beginnt der Spaß in Atlanta aber erst. Man holt sein Gepäck geht durch den Zoll und gibt es dann zum Re-Check direkt wieder auf. Danach räumt man dann wieder seinen Laptop aus dem Rucksack, nimmt die Uhr ab und legt Gürtel und Schuhe ab und geht durch die TSA-Passagierkontrolle. Der reine Zufall hat mir den Nacktscanner erspart, ich stand einfach in der richtigen Schlange. Wenn man dann wieder vollständig bekleidet ist, fährt man zig Meilen mit der Bahn durch den Flughafen und sammelt dann ein letztes Mal sein Gepäck ein.</p>
<h3>Ankunft in Downtown</h3>
<p>Am Flughafen hatte die Firma schon Fahrten mit dem Shuttle-Bus reserviert. Blöd hier in Atlanta: der Flughafen ist auf 21 Grad gekühlt, dann kommt man raus und landet in 30 Grad Tropenklima (feucht, feucht, feucht) und wartet dann schwitzend darauf, dass der Van losfährt, der einem zum Hotel bringen soll. Im Van sind es dann aber eher 18 Grad, dann wieder 30 Grad auf dem Fußweg zum Hotel und dann wieder 20  Grad im Hotel. Ich gebe mein Bestes, mich nicht zu erkälten.</p>
<p>Das Hotel ist ganz gut, entgegen der ursprünglichen Planung wohne ich nicht im Four Seasons sondern direkt nebenan im Marriott Suites Downtown. Das ist optisch nicht ganz so luxuriös wie das Four Season, aber das Zimmer ist geräumig und sauber und vor allem gut ausgestattet.</p>
<p>Ich kann leider keine Bilder anbieten, das Dienst-Notebook hat zwar einen SD-Kartenleser, der funktioniert aber nicht unter Windows 7 (wie diverse Sachen, eigentlich peinlich für ein gar nicht so altes Dell).</p>
<h3>Der Rest des Tages</h3>
<p>Nach einem kleinen Spaziergang in der Umgebung des Hotels gings zur Welcome Reception der Konferenz, einem Meet &amp; Greet auf der Terasse des Four Seasons. Leider kannte ich kaum einen der anwesenden Kollegen, bin aber mit Leuten aus Peking, Sydney und Budapest unterhalten. Da ich kein großer Fan von Fancy Fingerfood bin, bin ich danach noch in ein nettes Lokal um die Ecke gegangen, den <a title="Homepage des Front Page News Grill" href="http://www.frontpageatlanta.com/">Frontpage News Grill</a>, der einen sehr schönen Biergarten hat. Draußen ist es aber selbst um die Zeit nur auszuhalten, weil der Laden große Ventilatoren draußen hatte. Interessanterweise hatten sie auch Heizpilze draußen, eine aus meiner Sicht sinnlose Investition hier in Atlanta.</p>
<p>So, genug geschrieben. Bis morgen!</p>

	Tags: <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/atlanta/" title="atlanta" rel="tag">atlanta</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/hotel/" title="hotel" rel="tag">hotel</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/reise/" title="reise" rel="tag">reise</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/usa/" title="USA" rel="tag">USA</a><br />
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		<title>Feiertage &#8211; ignorierter Wertewandel</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 17:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im heutigen Tagesgespräch auf WDR5 wurde intensiv darüber diskutiert, ob ein stiller Feiertag wie Karfreitag in der heutigen Zeit noch angemessen ist, oder ob die Gesellschaft nicht auf die Bevormundung durch eine religiöse Gruppe verzichten kann. Studiogast war Arndt Brummer von der evangelischen Zeitschrift Chrismon. Durch einige Hörer, vor allem aber durch den Studiogast selber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im heutigen<a title="Tagesgespräch auf WDR5, 28.04.2011" href="http://www.wdr5.de/sendungen/tagesgespraech/s/d/18.04.2011-09.20/b/ruhe-oder-rummel.html"> Tagesgespräch auf WDR5</a> wurde intensiv darüber diskutiert, ob ein stiller Feiertag wie Karfreitag in der heutigen Zeit noch angemessen ist, oder ob die Gesellschaft nicht auf die Bevormundung durch eine religiöse Gruppe verzichten kann. Studiogast war Arndt Brummer von der evangelischen Zeitschrift Chrismon.</p>
<p>Durch einige Hörer, vor allem aber durch den Studiogast selber wurde häufig die Aussage &#8220;wenn man keinen stillen Feiertag wie den Karfreitag akzeptieren kann, dann möge man doch bitte gleich alle religiösen Feiertage und auch noch den Sonntag abschaffen und dann die Gewerkschaften über mehr Urlaub verhandeln lassen&#8221; kolportiert.</p>
<p>Hier meine zwei Cent Meinung dazu: die Argumentation, dass jemand, der die christliche Bedeutung der Feiertage nicht anerkennen will, gefälligst auf alle solchen Feiertage und auch gleich den Sonntag verzichten solle, blendet einen aus meiner Sicht sehr wichtigen Punkt aus, nämlich die Trennung von Ursprung und Bedeutung solcher Tage. Ja, richtig, die meisten Feiertage &#8211; mit Ausnahme des 1. Mai und des 3. Oktobers &#8211; sind christlichen Ursprungs, ebenso wie die Sonderstellung des Sonntags. Die Bedeutung dieser Tage für den durchschnittlichen Bürger hingegen hat in den meisten Fällen rein gar nichts mehr mit dem Christentum zu tun. Folglich muss ein Ablehnen der christlichen Bedeutung diese Tage nicht gleichzeitig einen Verzicht auf die Tage selber mit sich bringen. Das wäre in etwa so wie zu behaupten, das Konzept der Nächstenliebe wäre unabdingbar an die Religion geknüpft und Agnostiker und Atheisten wären daher nicht zu Nächstenliebe fähig.</p>
<p>Fakt ist: seit der ursprünglichen Einführung dieser Feiertage und der Sonderstellung des Sonntags, hat sich die Gesellschaft massiv gewandelt. Im finsteren Mittelalter, als Unwissenheit und Analphabetismus noch an der Tagesordnung waren, war die Religion von fundamentaler Bedeutung, um das Machtgefüge zu erhalten. Je weiter aber die Aufklärung und die Möglichkeiten des Einzelnen, sich selbst zu verwirklichen, voranschreiten, desto mehr wird Religion zu einem Auslaufmodell. Richard Dawkins sagte dazu mal sehr passend:</p>
<blockquote><p>&#8220;We are all atheists about most of the gods that humanity has ever believed in. Some of us just go one god further.&#8221;</p></blockquote>
<p>Unbestreitbar hat Religion unsere Kultur geprägt. Wer das aber als Rechtfertigung für das Aufrechterhalten von Gängeleien an solchen Feiertagen oder gar die weitere Daseinsberechtigung dieser Feiertage knüpft, der solle sich vor Augen führen, dass unsere Gesellschaft auch von ganz anderen Dingen geprägt wurden, für die keiner einen Feiertag einfordert.</p>
<p>Wie wäre es denn mit Feiertagen für</p>
<ul>
<li>die erste Mondlandung</li>
<li>die Erfindung des Transistors</li>
<li>das Bohr&#8217;sche Atommodell</li>
<li>die Erfindung der doppelten Buchführung</li>
<li>Einsteins Relativitätstheorie</li>
<li>die erste verschickte E-Mail</li>
<li>das Ende der Apartheid</li>
<li>Gandhis Sieg über die englische Kolonialherrschaft</li>
<li>usw.</li>
</ul>
<p>All dies sind Dinge, die auch unbestreitbar unsere Gesellschaft geprägt haben. Und trotzdem gibt es dafür keine Feiertage und auch niemand fordert sie. Und wieso? Weil die bisherigen Feiertage völlig ausreichen. Nicht wegen ihrer christlichen Bedeutung, sondern einfach weil frei ist.</p>

	Tags: <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/atheismus/" title="atheismus" rel="tag">atheismus</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/karfreitag/" title="karfreitag" rel="tag">karfreitag</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/kultur/" title="kultur" rel="tag">kultur</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/religion/" title="religion" rel="tag">religion</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/richard-dawkins/" title="richard dawkins" rel="tag">richard dawkins</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/ruhe/" title="ruhe" rel="tag">ruhe</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/zeit/" title="zeit" rel="tag">zeit</a><br />
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		<item>
		<title>Wie man sich bettet&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jan 2011 20:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich blogge ich ja nicht über die Arbeit &#8211; aber da ich heute auf Dienstreise bin und etwas Zeit habe, mache ich heute mal eine Ausnahme, zumindest in gewisser Hinsicht. Ich sitze zur Zeit in dem wohl schlechtesten Hotelzimmer, in dem ich dienstlich je untergebracht war &#8211; und das sage ich nicht nur, weil ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich blogge ich ja nicht über die Arbeit &#8211; aber da ich heute auf Dienstreise bin und etwas Zeit habe, mache ich heute mal eine Ausnahme, zumindest in gewisser Hinsicht.</p>
<p>Ich sitze zur Zeit in dem wohl schlechtesten Hotelzimmer, in dem ich dienstlich je untergebracht war &#8211; und das sage ich nicht nur, weil ich am Wochenende noch in einem 5-Sterne-Superior-Hotel &#8220;residieren&#8221; durfte.</p>
<p>Es fängt an mit dem schiefen Bild an der Wand. Interessant ist auch die Beleuchtung: neben der kleinen Deckenlampe, die direkt hinter der Tür angebracht ist, gibt es keine. Die Zusatzbeleuchtung erbringt ein Deckenfluter, dessen Dimmer aber defekt ist und den ich daher nur durch Rausziehen des Steckers abschalten kann.</p>
<p>Das schummerige Licht ist aber vielleicht auch Absicht, dann sehe ich nicht so viel von der Einrichtung, die mein Hotelzimmer wie das Behandlungszimmer eines Arztes in den 90er-Jahren aussehen lässt. In einem der Nachttische ist ein Radio eingebaut, dass sogar auf ein noch höheres Alter der Einrichtung schließen lässt &#8211; und das Radio funktioniert nicht mal.</p>
<p>Dann wären da noch Flecken auf dem Bett, die Schubladenfront die abfiel, als ich die Schublade aufmachen wollte, die Staubschicht auf der Nachttischlampe oder mein Favorit: der große Spiegel an der Wand, vor dem aber leider der Fernseher (echte Grundig-Röhre aus den 90ern) steht.</p>
<p>Immerhin ist die Bettwäsche frisch und vermutlich auch gekocht, so dass ich mir da wenigstens keine Sorgen machen muss. Gute Nacht!</p>
<p>Nachtrag: Bevor das jemand falsch versteht: ich machen denjenigen, die das Hotel gebucht haben, keinerlei Vorwürfe. Sowas ist eigentlich nicht vorher zu sehen. Genauso wenig werde ich den Namen oder die Stadt des Hotels nennen.</p>

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		<title>Schicht im Schacht</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Dec 2010 11:47:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die EU berät heute darüber, wie lange Deutschland noch seinen Steinkohleabbau subventionieren darf. Unsere Führungsriege war der Ansicht, dies müsse bis 2018 möglich sein, hat aber vergessen, dies von der EU genehmigen zu lassen. Dort ist man daher der Ansicht, 2014 würde völlig reichen. Ich sage: jedes Jahr ist eins zu viel. Und das sage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die EU berät heute darüber, wie lange Deutschland noch seinen Steinkohleabbau subventionieren darf. Unsere Führungsriege war der Ansicht, dies müsse bis 2018 möglich sein, hat aber vergessen, dies von der EU genehmigen zu lassen. Dort ist man daher der Ansicht, 2014 würde völlig reichen. Ich sage: jedes Jahr ist eins zu viel. Und das sage ich mittlerweile seit über 10 Jahren. Deutsche Kohle ist schlicht und ergreifend nicht wettbewerbsfähig.</p>
<p>Es ist eine Frage des Geschäftsmodells: wer auf dem Markt mit einem Geschäftsmodell agiert, das sich beweisbar nicht selber tragen kann, der soll den Laden dichtmachen. Das betrifft die Steinkohle ebenso wie andere gescheiterte Unternehmungen (Hallo Opel!). Es dem dem selbständigen Werbedesigner nicht verständlich zu machen, warum er jetzt Insolvenz anmelden soll, während sein Nachbar, der bei Opel arbeitet, vom Staat gerettet wird. Um da nicht erst in die missliche Lage zu kommen, bestimmen zu müssen, wo man die Linie zieht, wen man retten wird und wen nicht, rettet einfach man niemanden, sondern fördert lieber sie soziale Komponente der sozialen Marktwirtschaft. Ansonsten entsteht auch das falsche Signal: &#8220;Hey, kein Problem, macht einfach euer Ding und wenns schiefgeht, dann rettet euch halt der Staat.&#8221;</p>
<p>Aber das hier soll nicht in einen &#8220;Alles ist schlimm&#8221;-Rant ausarten, daher zurück zum Bergbau: in den Nachrichten auf WDR5 wurde heute erwähnt, dass der Staat die Steinkohleförderung mit 2 Milliarden Euro jährlich subventioniert und dass in den Zeichen ca. 23.000 Personen beschäftigt sind. Der Staat fördert also diesen Wirtschaftszweig mit ca. 90.000 Euro pro Beschäftigtem. Das ist mal eine beachtliche Zahl, aber natürlich nur eine statistische. Die Subventionierung hat vermutlich keine direkten Auswirkungen auf die Löhne sondern dient eher dazu, die Differenz zwischen Förderkosten und Weltmarktpreis auszugleichen.</p>
<p>Natürlich gibt es da auch die bekannten Einwände, die gerne vorgebracht werden, um eine weitere Subventionierung zu rechtfertigen:</p>
<p>Da wäre zu einen das Argument der Auswirkung auf den Arbeitsmarkt. Natürlich sind auch neben den 23.000 Beschäftigten auch Kollateralschäden zu erwarten wie z.B. der Imbissbudenbetreiber oder der Kioskbesitzer oder andere, weniger klischeehafte indirekt Abhängige. Wenn man aber bedenkt. dass der hochgelobte KT (zu Guttenberg) es angeblich schaffen kann, die Bundeswehr sozialverträglich von 250.000 auf 185.000 Soldaten runter zu bringen (und Zivilangestellte sind da nicht mal berücksichtigt), dann kann auch die Unterbringung der 23K+ Bergleute kein wirkliches Problem sein.</p>
<p>Dann wäre da die Befürchtung, die um den Bergbau herum angesiedelte Industrie, z.B. der Maschinenbau, könnte seinen Wissensvorsprung und einen erheblichen Absatzmarkt verlieren. Als Wuppertaler bin ich mit Hemscheidt, später Deutsche Bergbautechnik groß geworden. Nicht das mich das je sonderlich interessiert hätte, aber auch in Wuppertal gab es eben bergbaunahe Industrie. DBT wurde an Bucyrus verkauft und war somit kein deutsches Unternehmen mehr, sondern ein amerikanisches mit einem Standort in Deutschland. Anderen Zulieferern erging es ähnlich, und die übrigen verbliebenen <a title="DW-World-Artikel zur Exportlage deutscher Bergbautechnik" href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5004116,00.html">Firmen erwirtschaften ohnehin 80-90% ihres Umsatzes durch Export</a>, denn es gibt in Deutschland <a title="Übersicht über die deutschen Steinkohlezechen" href="http://www.steinkohle-portal.de/rubrik.php?id=1034&amp;ParentID=1024">nur noch 4 aktive Zechen</a> (Ibbenbüren, Prosper Haniel, Auguste Victoria und Ruhr West) und deren Bedarf an Bergbautechnik ist überschaubar. Aufstrebene Märkte wie China sind da vermutlich <a title="400 Milliarden Investitionsvolumen in Bergbautechnik weltweit" href="http://www.steinkohle-portal.de/content.php?id=171">weitaus rentabler</a> und somit wird das Ende der Steinkohle in Deutschland keine signifikanten Auswirkung auf die deutschen Zulieferer haben.</p>
<p>Bliebe noch die irrationale Furcht, sich durch die Aufgabe der Steinkohleförderung in zu große Rohstoffabhängigkeit von anderen Staaten zu begeben. Das ist das unsinnigste Argument von allen, denn wir sind nicht nur Exportvizeweltmeister, sondern auch Importvizeweltmeister. Das bezieht sich zwar nicht nur auf Rohstoffe sondern vor allem auf fertige Waren, macht aber dennoch deutlich, wie abhängig wir ohnehin schon sind. Wer die Nachrichten verfolgt, weiß auch, wie sich ein <a title="Übersicht über verschiedene Streitigkeiten um Energie" href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Gasstreit">Streit um Erdgas zwischen Russland und der Ukraine</a> sich auf Deutschland auswirkt. Vor diesem Hintergrund ist gar nicht einzusehen, wieso wir ausgerechnet bei der Steinkohle unabhängig sein wollen, wo wir es doch in unzähligen anderen Bereichen schon lange nicht mehr sind. Im Übrigen sind die <a title="Japans Bodenschätze" href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Wirtschaft_Japans#Bodensch.C3.A4tze.2C_Energie">Japaner so ganz ohne Bodenschätze</a> noch viel schlimmer dran und die leben auch immer noch.</p>
<p>Die Zeiten des Imperialismus sind schon lange vorbei und Deutschland ist zu einem wichtigen Teil der EU geworden, ein Staatenbündnis von immenser Wichtigkeit, dessen Relevanz und Notwendigkeit aus meiner Sicht enorm sind. Man mag dies aber derzeit erst auf den zweiten Blick erkennen, wenn man an Dingen wie Eurokrise und Marktregulierung vorbei auf die internationale Ebene blickt. Länder wie Liechtenstein, Portugal oder selbst Deutschland können sich alleine nicht gegen Riesen wie die USA oder China behaupten, die EU hingegen schon, wenn sie sich endlich mal einigen würde.</p>
<p>Auf lange Sicht wird die Steinkohle ein Kapitel der Geschichte sein, der Zugmotor, der das Wirtschaftswunder ermöglichte. Nicht weniger. Aber eben auch nicht mehr.</p>

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		<title>Musiktheorie &#8211; oder wie mir die Schule vermieste, was ich jetzt bräuchte</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 22:43:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
				<category><![CDATA[E-Gitarre]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<category><![CDATA[musiktheorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Das hier machte ich für gewöhnlich eher selten und dann meist auch nicht so ausführlich. Aber ich erzähle aus gegebenem Anlass mal einen kleinen Schwank aus meinem Leben. Ich nehme jetzt seit etwas über einem Jahr Gitarrenunterricht und es sind Fortschritte erkennbar. Ich investiere in mein Training leider nicht so viel Zeit wie ich gerne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das hier machte ich für gewöhnlich eher selten und dann meist auch nicht so ausführlich. Aber ich erzähle aus gegebenem Anlass mal einen kleinen Schwank aus meinem Leben.</p>
<p>Ich nehme jetzt seit etwas über einem Jahr Gitarrenunterricht und es sind Fortschritte erkennbar. Ich investiere in mein Training leider nicht so viel Zeit wie ich gerne würde, daher dauert eben alles etwas länger. Ich kann immer noch keine Noten lesen, und das obwohl ich neben dem Gitarrenunterricht vor etlichen Jahren auch ein Abitur gemacht habe und Musik auch eines meiner Fächer war (allerdings nicht im Abitur). Wer in erster Linie Gitarre im Bereich Rock- und Metal spielt, der kommt auch gut ohne Notenlesen aus, Tabulatur ist völlig ausreichend. Auch alles andere, was der Musiktheorie entspringt ist anfangs irrelevant: Welche Tonart hat eine Passage oder ein Lied? Irrelevant, die ändert nichts an den Griffen, die ich lernen muss. Warum sind die Saiten einer Gitarre immer 5 Halbtonschritte auseinander (OK, mit einer Ausnahme)? Na logisch, damit ich die Powerchords leichter greifen kann. Ignoranz, würden die einen sagen. Ich sage: Ergebnis einer gescheiterten musikalischen Erziehung.</p>
<p>Ich kann mich nur dunkel an meine musikalischen Anfänge erinnern. Ich weiß, dass meine Schwester schon früh ein Keyboard bekam, auf dem wir dann herumgeklimpert haben. Dabei blieb es dann auch, denn keiner von uns entwickelte den Antrieb, Keyboard oder gar Klavier lernen zu wollen und unsere Eltern hatten auch keine Pläne für uns in dieser Richtung. Eine weitere Erinnerung stammt aus der Grundschule, als ich als Erstklässler der Verbschiedung der damaligen 4. Klasse beiwohnte, und ich tief beeindruckt war, als die Klasse gemeinsam ein Lied zu Gitarrenbegleitung sang. Auch wenn ich damals noch nicht wusste, dass die Gitarrenspielfähigkeiten der meisten Grundschullehrer nicht über die &#8220;Schrammelgitarre&#8221; (wer sich dadurch beleidigt fühlt, ersetze in Gedanken bitte Schrammelgitarre durch Lagerfeuergitarre) hinausgeht, verspürte ich dennoch keinerlei Ambitionen einer musikalischen Betätigung. In den folgenden Jahren nahm ich, wie halb Deutschland, an der musikalischen Früherziehung teil. Ich konnte mich gerade so noch um die obligatorische Blockflöte herumdrücken (die dann meine Schwester bekam) und landete beim pentatonischen Glockenspiel &#8211; dem geneigten Leser besser bekannt als Xylophon. Rückblickend konnte ich mich auch hierfür nicht begeistern, ich spielte Glockenspiel nach Liedern, die mich nicht interessierten und malte Noten in mein Heft, die ich nicht verstand. Das ganze war eher eine lästige Pflicht, die mir außerhalb der Schule Zeit zum Spielen raubte.</p>
<p>Die Dinge wurden auf dem Gymnasium nicht besser. Recht schnell stellte sich heraus, dass nahezu jeder ein besseres Gesangstalent war als ich und auch mein Glockenspiel keine Zukunft hatte. Ich fiel daher in die Mittelmäßigkeit eines Musikignoranten zurück, nicht zuletzt auch dadurch bedingt, dass rückblickend den Eindruck habe, meine Eltern hörten eigentlich kaum aktuelle Musik. Vor allem mein Vater fühlte sich in erster Linie Mozart, Beethoven, Bach, Chopin u.a. verbunden. So wurden in den 80ern nicht etwa AC/DC, Helloween oder Iron Maiden meine Begleiter, sondern Freddy Quinn und <a title="Baldur Seifert" href="http://www.rundfunkwiki.de/Baldur_Seifert">Baldur Seifert</a>. Nur um das klar zu stellen: ich habe hier nicht die Absicht Vorwürfe zu erheben und vermutlich stimmen meine Aussagen so auch gar nicht, denn ich muss mich auf meine verschwommenen und selektiven Erinnerungen meiner frühen Jugend verlassen. Wer als berühmter Politiker oder Star eine Biografie schreibt, und sich angeblich noch glasklar an die Erlebnisse, die er mit 7 Jahre hatte, erinnert, der lügt &#8211; oder zumindest malt er seine eigentlich schlechte Erinnerung zu einer optimierten Version aus. Wer ein besonders krasses Beispiel dafür sehen will, der lese mal die Biografie von Bill Clinton. Erst auf etwa der Hälfte dieses über 1000 Seiten starken Buches erreicht Bill Clinton das Alter von 18 Jahren&#8230;aber ich schweife ab.</p>
<p>Da ich also nicht singen konnte und auch kein Instrument spielte, schien mir der Musikunterrich nicht sonderlich attraktiv, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich dort nicht zum oberen Leistungsdrittel gehörte und sich ein wenig Resignation breitmachte, so dass ich dort eher meine Zeit absaß als wirklich etwas zu lernen. Lediglich die mit zunehmendem Schuljahr weniger werdenden gemeinsamen Gesangseinlage gefielen mir. Ich erinnere mich nur noch an wenige Dinge aus dieser Zeit, ich weiß noch dass ein kleines c auf der ersten Hilfslinie unterhalb der Notenlinien steht und dass es etwas gibt, dass man den Quintenzirkel nennt. Er soll wohl recht praktisch sein, ich erinnere mich aber nur daran, dass ich ihn in Form eines Spickzettels bei einem Musiktest dabei hatte und prompt erwischt wurde.</p>
<p>Als dann der Lehrer wechselte und ich eine Lehrerin bekam, gab auch dies keinen Anlass zur Freude, denn schnell war klar, dass es bei ihr Lieblingsschüler und den Rest gab. Während die ohnehin schon musikalisch Begabten noch weiter gefördert wurden, gehörte ich zum Rest und die ungleiche Behandlung trug auch nicht zu meiner Freude an der Musik bei. Fachlich kamen einige neue Disziplinen wie etwa Gehörbildung oder Rhythmus hinzu, in denen ich auch keine Leuchte war: &#8220;X, was hörst Du in dieser Aufnahme?&#8221; &#8220;Ich höre Violinen, Bratschen, Waldhörner, eine Querflöte und im Hintergrund einige Oboen.&#8221; Ich hörte nur Streicher und Bläser, wenn überhaupt.</p>
<p>Meine Begeisterung für Musik begann erst in den frühen 90ern, als mir Mitschüler damals eher zufällig CDs von Sodom und Manowar mitgaben, und ich mir das schwarze Album von Metallica kaufte. Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass ich damals, als das Album aktuell war, es nicht gekauft habe, weil mir Metallica so gut gefiel, sondern &#8211; und es ist mir inzwischen nicht mehr peinlich das zuzugeben &#8211; um mich in der Klasse beliebter zu machen. Meine CD entwickelte sich dann auch rasch zum begehrten Ausleih- oder Tauschobjekt und wurde etliche Male auf Kassette überspielt, weil der CD-Brenner und MP3 noch nicht erfunden waren. Mit der Zeit entwickelte ich Gefallen an Hetfields Gesang und Hammets Gitarrenspiel und auch die &#8220;Non-Poser&#8221; von Manowar gehörten schnell zu meinen Lieblingskünstlern (ganz im Gegensatz zu Sodom, die mir überhaupt nicht gefielen).</p>
<p>In der Schule kam sowas nur bedingt gut an: in der &#8220;Stellt Euren Lieblingskünstler vor&#8221;-Stunde im Musikunterricht wurde meine Vorführung von <a title="Creeping Death" href="http://www.lastfm.de/music/Metallica/Ride+The+Lightning/Creeping+Death">Creeping Death</a> durch ein &#8220;ich glaube, wir haben genug gehört&#8221; vorzeitig beendet, da die Lehrerin zwar weder die Band noch die dem Lied zu grunde liegende biblische Geschichte kannte, wohl aber schnell zur Erkenntnis kam, dass dies eine Verschwendung der Unterrichtszeit darstellte. Auch die Gruppe, die Manowar vorstellen wollte, kam nicht weit und musste sich stattdessen Fragen nach der &#8220;political correctness&#8221; und der ausufernden Verantwortungslosigkeit der Texte anhören. &#8220;Ich verstehe nicht, was dieser Text soll. Worum gehts es in Wheels of Fire? Hier wird doch rücksichtsloses Rasen mit dem Motorrad verherrlicht.&#8221; Im Kunstunterricht wurden die Kataloge von EMP einkassiert und der Kunstlehrer kündigte einen Elternabend an, weil er dem zunehmendem Einfluss des Satanismus auf die Schüler die Stirn bieten müsse. Auch meinem Religionslehrer war nicht zu vermitteln, dass AC/DC mitnichten &#8220;Anti Christ/Death to Christ&#8221; bedeutet und die Band dies auch weder besingt noch danach handelt.</p>
<p>Fazit des ganzen: ich entwickelte etwa im Alter von 13 bis 16 einen Musikgeschmack, der damals aneckte, mit dem ich aber zufrieden war. Ich muss hier ausdrücklich mal meine Eltern loben, die meinen Geschmack eben auch als den meinen anerkannt haben, ein Erlebnis, das ihnen vermutlich half, als meine Schwester Fan der Kelly Family wurde. Hätte mir damals jemand das Prinzip der E-Gitarre erklärt und mir eine in die Hand gedrückt, könnte ich heute der zweite Eric Johnson sein. Dies geschah aber nicht und ich selber habe damals niemals an sowas gedacht &#8211; zumal Gitarren auch nicht wirklich zu den häufig im Musikunterricht gezeigten Instrumenten gehörten. In der Oberstufe wäre ich dann mit meiner ignoranten Haltung notenmäßig fast auf die Schnauze geflogen, konnte die Note aber retten und wählte danach Musik ab.</p>
<p>Auch in den darauf folgenden Jahren blieb ich nur passiver Konsument von Musik, auch wenn mein Geschmack sich mit der Zeit wandelte und präziser wurde. Die musikalische Grundausbildung von damals habe ich fast komplett vergessen. Wissen, dass ich inzwischen wieder brauche, denn es mag eine zeitlang ausreichen, zu wissen, was in der Tabulatur steht. Aber irgendwann möchte man auch wissen, warum es genau so da steht und was sich der Komponist wohl dabei gedacht hat.</p>
<p>Dem Universum sei Dank ist der alte Spruch &#8220;Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr&#8221; unzutreffend. Hans braucht nur länger dazu als er als Hänschen dazu gebraucht hätte.</p>

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		<title>Wahlarena NRW 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 23:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach dem Wahl&#8221;duell&#8221; zwischen den Spitzenkandidaten von CDU und SPD, Rüttgers und Kraft, am vergangenen Montag hatte ich eher wenig Hoffnung für das Duell in der großen Runde am heutigen Abend. Aber es kam dann anders. Ich möchte hier kurz meine Beobachtungen aus der heutigen Diskussion zusammenfassen und bewerten. Bewerten ist dabei der wichtige Punkt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Wahl&#8221;duell&#8221; zwischen den Spitzenkandidaten von CDU und SPD, Rüttgers und Kraft, am vergangenen Montag hatte ich eher wenig Hoffnung für das Duell in der großen Runde am heutigen Abend. Aber es kam dann anders. Ich möchte hier kurz meine Beobachtungen aus der heutigen Diskussion zusammenfassen und bewerten. Bewerten ist dabei der wichtige Punkt, denn diese Darstellung wird nicht objektiv und sie ignoriert auch zahlreiche Aussagen, die meine Aufmerksamkeit nicht nennenswert erregt haben. Wer eine neutrale Wahlberichterstattung lesen möchte, der ist hier falsch.</p>
<p><span id="more-456"></span>In wenigen Tagen ist schon Landtagswahl in NRW und viele, mich eingeschlossen, sind noch nicht wirklich sicher wen sie wählen sollen. Bei Landeswahlen ist es ja üblicherweise so, dass auch die Bundespolitik einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Wahlergebnis hat. Viele unken, dies sei ungerecht, da die Landespolitik andere Schwerpunkte habe als die Bundespolitik. Wenn man aber bedenkt, dass es vermutlich von NRW abhängen wird, ob die Bundes-FDP ihren Steuersenkungsplan beschließen kann, ist eine Trennung der beiden Politikgebiete nur bedingt möglich. Und so drehte sich auch die Debatte zwischen CDU, FDP, SPD, den Grünen und den Linken um das zentrale Thema Arbeit, das Thema Schuldenabbau bzw. Finanzen im Allgemeinen und primär, das muss man auch sagen, um das Thema Bildung.</p>
<h3>Bildung</h3>
<p>Bildungspolitik ist die klassischste Ausprägung von Landespolitik überhaupt, was aus meiner Sicht einer den größten Schwachpunkte des föderalistischen Systems in Deutschland ist, den 16 Bundesländer unterhalten gefühlt 30 unterschiedliche Schullandschaften, die Vergleichbarkeit und Orientierung erschweren.</p>
<p>Der große Diskussionspunkt zur diesjährigen Wahl ist die Einführung Gemeinschaftsschule bis zur 10. Klasse (oder Variationen davon) oder die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems. Dazu möchte ich kurz meinen Standpunkt erläutern: nachdem zahlreiche andere Länder die Vorzüge eines gemeinsamen Lernens bis in höhere Klassen erkannt haben und ihr Schulsystem entsprechend ausgerichtet haben, hinkt Deutschland deutlich hinterher. Meine Hauptargumente für die Gemeinschaftsschulen (bzw. gegen das bisherige Schulsystem):</p>
<ul>
<li>Eine Aufteilung der Schüler nach nur 4 Schuljahren ist unzuverlässig und fördert die Schichtenbildung hinsichtlich der Bildung wie auch sozial. Herr Pinkwart bestätigte dies, indem er das gängige Klischee Hauptschüler = Handwerker bediente, letzten Endes ein Eingeständnis, dass man sich der Trennung der Gesellschaft durch Bildung bewußt ist und dies auch duldet.</li>
<li>Der Umkehrschluss aus der ersten Position ist die Annahme, dass gemeinsame Klassen bis zur 10 die Brücke zwischen den sozialen Schichten und den Bildungsschichten schlagen können. Ich bin der festen Überzeugung, dass dies dazu beitragen wird, gerade die leistungsschwachen Schüler auf ein höheres Niveau zu hieven (immer im Durchschnitt gesehen) und ich akzeptiere auch etwaige Leistungsverluste bei der sehr dünnen Leistungselite. Im Schnitt wird das Bildungsniveau steigen, ebenso das Gruppenverständnis auf sozialer Ebene.</li>
<li>Reibereien im Hinblick auf Schulempfehlungen und andere Planungen nehmen ab.</li>
</ul>
<p>Die Regierung lehnt die Gemeinschaftsschulen ab, die Opposition ist dafür, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Die schlimmste davon vertreten die Grünen. Frau Löhrmann möchte keine landesweite Vorgabe, sondern eine Unterstützung für lokale Initiativen und experimentierfreudige Schulen vor Ort. Diese Position ist aus gleich mehreren Gründen zu kritisieren: Wie bereits eingangs erwähnt ist Deutschland im Hinblick auf die Bildungslandschaft schon unnötig stark fragmentiert, daher ist mehr als unverantwortlich, zu dem Flickenteppich auch noch durch die Einführung einer kommunale Bildungspolitik beizutragen. Diese Position zu vertreten ist sehr bequem für die Grünen, denn so kann man sich gleichmäßig bei allen Lagern anbiedern: die, die den Wechsel wollen, können ihn mit den Grünen bekommen, für die, die alles beim alten belassen wollen ist auch gesorgt, da es mehr als unwahrscheinlich ist, dass plötzlich eine Vielzahl von Gemeinden die Gemeinschaftsschule einführen wird, wenn sie es dürften. Und falls das Experiment scheitern sollte, können die Grünen sich geschickt aus der Affäre ziehen und auf die unzureichenden kommunalen Konzepte hinweisen, denn als Landespartei hat man die ja nicht zu verantworten.</p>
<p>Der nächste große Themenkomplex drehte sich um die Studiengebühren, die die SPD, vertreten durch Hannelore Kraft, nicht eingeführt haben will, seien sie doch schließlich durch die CDU-Regierung beschlossen worden. So vehement, wie Frau Kraft diesen Standpunkt vertritt, mag man ihr Glauben schenken, aber wie üblich liegt die Wahrheit dazwischen, denn im Jahre 2002 hatte bereits Wolfgang Clement, damals Ministerpräsident in NRW mit Peer Steinbrück zusammen ein Konzept für &#8220;Verwaltungs- und Strafgebühren&#8221; vorgelegt, die sich zwar von den heutigen Studiengebühren unterscheiden, aber nicht weniger umstritten waren. Beschlossen wurden sie damals nicht, aber nun als SPD zu behaupten, man habe nie was mit Studiengebühren zu tun gehabt, ist schlichtweg gelogen. Leuten mit Erinnerungslücken kann gerne geholfen werden: erinnert sich noch jemand an den Spruch &#8220;Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer war mit dabei? Die grüne Partei!&#8221;? Nein? Eine kleine Auffrischung gibt es <a title="Bericht über die SPD-Version der Studiengebühren in NRW (Spiegel online)" href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,201256,00.html">hier</a> und <a title="Studierendenzeitung der Uni Bochum zum Thema Studiengebühren durch SPD" href="http://www.ruhr-uni-bochum.de/bsz/pdf/569.pdf">hier</a>.</p>
<p>Wie nicht anders zu erwarten verteidigten Rüttgers und Pinkwart das derzeitige Modell und führten Verbesserungen wie eine bessere Ausstattung von Universitäten und bessere Lehr- und Lernangebote an, die natürlich alle umgehend wegfallen würden, wenn man die Studiengebühren wieder abschafft. Ebenfalls erwartungsgemäß verhielt sich die Opposition. Löhrmann verwies auf die Erfolge der Grünen in Hessen, Kraft und Zimmermann bekräftigten nochmals ihren Willen zur Abschaffung der Gebühren, die SPD vertritt eine schrittweise Abschaffung, die Linke eine sofortige. Da Frau Kraft aber nicht in die &#8220;Ypsilanti-Falle&#8221; geraten will, teilte sie gegen die Linken gleich mit der großen Kelle aus. Die sofortige Abschaffung der Studiengebühren sei ein unrealistisches Versprechen, wie im übrigen alle anderen Punkte aus dem Wahlprogramm der Linken. Zimmermann, der kurzfristig für die verhinderte Spitzenkandidatin Breuermann einspringen musste, wehrte sich zu meinem Erstaunen nicht gegen diesen Vorwurf. Er war aber auch der einzige, der einen sehr konkreten Vorschlag unterbreitete, wie man den Einahmeausfall durch die Abschaffung der Studiengebühren kompensieren kann: mit 500 zusätzlichen Betriebs- und Steuerprüfern liessen sich in NRW ohne weiteres 500 Millionen Euro an hinterzogenen Steuern pro Jahr wiederbeschaffen, in der Summe ist dies etwa doppelt so viel, wie durch die Abschaffung der Gebühren verloren ginge. Und was antworteten die anderen Teilnehmer in der Runde: gar nichts. Ich persönlich habe Zweifel, dass dies alleine in den engen Redezeitkonten oder der generellen Missachtung den Linken gegenüber begründet liegt.</p>
<p>Zum Abschluss der Debatte wies Herr Pinkwart noch auf den Umstand hin, seit Einführung der Studiengebühren sei die durchschnittliche Studiendauer merklich gesunken, für ihn ein Erfolg des Systems. Meine Meinung: wie man es nimmt. Der Effekt dürfte durch das Ausbleiben von &#8220;Bummelstudenten&#8221; und das Fernbleiben jener, bei denen die Entscheidung für ein Studium ohnehin auf der Kippe steht, zu erklären sein. Das zum Erfolg zu Verklären kommt in etwa der Aussage gleich, Hartz IV wäre ein voller Erfolg, weil man ja zahlreiche Menschen in Niedriglohnjobs habe, die sonst ja arbeitslos wären. Denn wer will schon gerne Hartz IV-Empfänger sein, vor allem wenn die FDP im Wahlkampf ist?</p>
<h3>Arbeit</h3>
<p>Die Einleitung für den Themenkomplex Arbeit machte Frau Kraft, indem sie ihre Pläne, &#8220;hoffnungslose&#8221; Langzeitarbeitslose (erwähnt werden der 55-jährige Handwerker mit dem kaputten Rücken und die ältere Dame mit MS) in spezielle Jobs, z.B. bei kommunen oder gemeinnützigen Trägern zu vermitteln, da sie auf dem offenen Arbeitsmarkt vermutlich keine Stelle mehr bekommen würden. Dies ist offensichtlich das Bekenntnis der SPD zum Zweiklassenarbeitsmarkt.</p>
<p>Nicht viel besser startete Frau Löhrmann in das Thema, denn die Grünen möchten eine behutsame Wiedereinführung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt durch individuelle Begleitung sicherstellen. Wenn Hartz IV ein bewirkt hat, dann das eine individuelle Betreuung schlicht unmöglich gemacht wird, wenn ein Fallmanager 90 oder mehr &#8220;Kunden&#8221; hat. Der Gedanke ist nobel, aber leider wird kein Konzept für eine Umsetzung geliefert und bleibt, wie viele andere Aussagen an diesem Abend auch, letzten Endes nur ein Wahlversprechen.</p>
<p>Herr Rüttgers hingegen erfuhr anscheinend plötzlich und unerwartet eine Offenbarung, denn er schilderte, dass viele Arbeitslose, vor allem Alleinerziehende, sich aufgrund mangelnder Versorgungsinfrastruktur nicht (wieder) in den Arbeitsmarkt eingliedern können. Und zudem sei eine Trennung des Arbeitsmarkts in 1. und 2. Klasse entwürdigung und unnötig. An dieser Stelle muss ich Rüttgers sogar zustimmen.</p>
<p>Arbeit und Hartz IV sind auf Bundesebene die Spezialgebiete der Linkspartei, daher waren meine Erwartungen an die Äußerungen von Herrn Zimmermann hoch. Der war aber leider schlecht eingewiesen worden und holte ziemlich unsortiert zum Rundumschlag aus. Er bezeichnete Hartz IV als asozial (womit er Recht hat) und die jetzigen Bemühungen um Änderungen nur als Alibi um sich nicht als Regierung nicht später vorwerfen lassen zu müssen, man habe nichts unternommen (womit er auch Recht hat). Von da aus ging es dann zur Rente mit 67 und zu sozialversicherungspflichtigen Jobs und mündete in dem Vorschlag, über eine Verkürzung der Arbeitszeit zur Erhöhung der Beschäftigung nachzudenken. Auch hier gab es wieder keine Reaktion seiner Kontrahenten.</p>
<p>Nachdem sich die Studiomehrheit, die laut Moderator einen halbwegs repräsentativen Querschnitt durch NRW darstellte, mit 62% zu 35% für Mindestlöhne aussprach, schritt Herr Pinkwart an und brachte den FDP-Leitspruch &#8220;Arbeit muss sich wieder lohnen&#8221; und die Zusammenfassung des Standpunkts der FDP in dem Satz &#8220;Jemand der arbeitet muss netto mehr haben, als jemand, der arbeiten könnte, aber nicht will.&#8221; Hierin enthalten wieder die unsachliche Aussage, Arbeit würde sich bei den derzeitigen Hartz IV-Sätzen nicht lohnen und die Pauschalverurteilung aller Arbeitlosen als faule Tagdiebe. Ich werde nicht müde,<a title="&quot;Der Lohnabstand ist gewahrt&quot;, Studie des Paritätischen Wohlfahrtverbands" href="http://www.der-paritaetische.de/1802/"> die Studie des Paritätischen Wohlfahrtverbands</a> zu erwähnen, die belegt, dass Arbeit sich bereits jetzt lohnt und das gerne von der FDP bemühte Märchen von der Lohnungerechtigkeit eben ein Märchen ist.</p>
<p>Den Einwand von Hannelore Kraft, das Problem des mangelnden Lohnabstand sei hausgemacht, da sogar im Koalitionsvertrag die Ausweitung des Niedriglohnsektors und die Vereinfachung von befristeter Beschäftigung beschlossen werden, weisen Pinkwart und Rüttgers zurück. Tatsächlich enthält der <a title="Koaltionsvereinbarung CDU/SPD für NRW ab 2005" href="http://www.im.nrw.de/vm/doks/Koalitionsvereinbarung.pdf">Koalitionsvertrag</a> keine solche Klauseln, er folgt jedoch der Maxime &#8220;Sozial ist, was Arbeit schafft.&#8221; ohne besondere Ansprüche an diese Arbeit zu stellen. Er enthält aber folgende Aussage: &#8220;Es ist eine nicht vertretbare Einschränkung von Selbstbestimmung, wenn  Arbeit so teuer ist und die Zugangsschwellen zum Arbeitsmarkt so hoch liegen, daß Millionen Menschen  ausgeschlossen bleiben.&#8221; Wieder mal liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.</p>
<p>In der Diskussion wies Frau Kraft wieder Gedächtnislücken auf: Rüttgers warf ihr vor, die SPD-nahe AWO hätte in großem Stil Arbeiter ausgelagert und via AÜG über Zeitarbeitsfirmen für weniger Lohn wieder eingestellt. Frau Kraft bestritt sowohl die Nähe der SPD zur AWO als auch die Personalschiebereien. Beide Behauptungen treffen aber zu. Wer sich alleine mal das Präsidium des AWO Bundesverbandes ansieht, stellt fest, dass fast die Hälfte der aufgeführten Personen irgendeinen Bezug zur SPD hatten oder immer noch haben, und <a title="ZDF-Reporter" href="http://www.youtube.com/watch?v=i61Atc-kh0U">ältere Presseberichte</a> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=F9dgO6fMLd4">zeugen auch von der</a> <a href="http://www.premiumpresse.de/fall-schlecker-wie-auslagerung-von-stammpersonal-in-zeitarbeitsfirmen-wirksam-zu-begrenzen-ist-PR720030.html">damals aktuellen Personalauslagerung</a>.</p>
<p>Spätestens hier wünschte man sich als Zuschauer, dass man einfach Jörg Schönbohm wählen könnte.</p>
<h3>Finanzen</h3>
<p>70% der Studiogäste sprachen sich für einen Sparplan aus, nur 29% wollen eine Entlastung durch Senkung von Steuern und Abgaben. Hier ist es wichtig im Blick zu haben, dass die derzeit disktutierte bundesweite Steuerreform vermutlich von der Zustimmung NRWs abhängt. Herr Pinkwart beschwerte sich auch prompt über die Fragestellung, seiner Meinung nach sind die Leute gar nicht gegen Steuersenkungen, wenn man ihnen Steuersenkungen in Verbindung mit einer Haushaltskonsolidierung anbietet. Selten so gelacht, denn wer einigermaßen blickt, wie es um Deutschlands und auch NRWs Finanzen steht, der weiß, das eigentlich weder das eine noch das andere realistisch ist, geschweige denn beides zusammen.</p>
<p>Rüttgers war da etwas geschickter und hielt sich bedeckter: die CDU würde keiner Steuerreform zustimmen, die zu Lasten der Kommunen geht. Kraft entgegnet, diese Aussage würde niemand mehr glauben, nachdem die CDU dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz zugestimmt und so einigen Hoteliers Milliardengeschenke gemacht habe.</p>
<p>Frau Löhrmann sah in dem Thema wohl den letzten Strohhalm um zu erklären, warum ihre Agenda grün ist. Ihr einfacher Plan: man könne ja z.B. mit Gebäudesanierungen und anderen Energieoptimierungen einsparen. Die Qualität einer solchen Aussage lasse ich mal unkommentiert.</p>
<p>Im Gegensatz zu den anderen Parteien hat die Linke keinen speziellen Plan für NRW. Zimmermann verwies auf die Untrennbarkeit von Landes- und Bundesfinanzpolitik und forderte das, was die Bundeslinken auch fordern: nach der Entlastung der oberen Zehntausend durch CDU/FDP wird es jetzt Zeit für die Wiedereinführung der Kapitalsteuer, Schaffung einer Börsensteuer und Erhöhung des Spitzensteuersatzes.</p>
<h3>Koalitionen</h3>
<p>Wie nicht anders zu erwarten, gab es eigentliche keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Koalitionsbildung. Bemerkenswert war allein die Bemerkung von Hannelore Kraft, dass Thema &#8220;Koalition mit der Linkspartei&#8221; gäbe es nicht, da diese ja bereits bewiesen hätten, dass sie keine Regierungspolitik machen können und auch nicht machen wollen. Als Beispiel für eine untaugliche Forderung führt sie die von der Linkspartei geforderte Verstaatlichung von RWE und E.ON an. Diese Forderung findet sich sowohl im <a title="Wahlprogramm der Linken NRW 2010, Abschnitt Energie und Verkehr" href="http://www.dielinke-nrw.de/energieundverkehr0.html">Wahlprogramm der Linken</a> als auch in einem <a title="Ruhrnachrichten: Interview mit Bärbel Breuermann" href="http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/politik/landtagswahl-2010/parteien/linke/Interview-mit-Baerbel-Beuermann;art85218,864103">Interview mit Bärbel Breuermann</a>, der Spitzenkandidatin der Linken. Vielen dient diese Forderung als Beweis, dass die Linken als antidemokratische Extremisten einzustufen sind. Man kann dazu stehen wie man will, aber es lohnt sich, einen Blick in die Verfassung des Landes NRW zu werfen, dort steht unter Artikel 27: &#8220;Großbetriebe der Grundstoffindustrie und Unternehmen, die wegen ihrer  monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in  Gemeineigentum überführt werden.&#8221;</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Sind wir jetzt schlauer? Mir persönlich wird immer klarer, wen ich nicht wählen möchte oder kann. Aber wer von denjenigen, die übrig bleiben, es wird, vermag ich auch nach der heutigen Debatte nicht zu entscheiden. Pest oder Cholera <img src='http://www.icanmakeit.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

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		<title>Warum Hartz IV nicht abgeschafft wird</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 23:40:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hendrik Busch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen bin ich im Rahmen einer Geburtstagsfeier auf zwei Herren getroffen, die als Fallmanager in einem Jobcenter arbeiten. Beide waren, so entnahm ich dem Gespräch, von Grund auf unzufrieden mit ihrer Arbeit, klagten über zuviele &#8220;Kunden&#8221; für zu wenige Fallmanager. In die Verbitterung mischten sich dann auch Aussagen wie &#8220;Wenn der wiederkommt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen bin ich im Rahmen einer Geburtstagsfeier auf zwei Herren getroffen, die als Fallmanager in einem Jobcenter arbeiten. Beide waren, so entnahm ich dem Gespräch, von Grund auf unzufrieden mit ihrer Arbeit, klagten über zuviele &#8220;Kunden&#8221; für zu wenige Fallmanager. In die Verbitterung mischten sich dann auch Aussagen wie &#8220;Wenn der wiederkommt, dann habe ich endlich genügend Gründe für ne 100%-tige. Zwei hat er ja schon gekriegt und die dritte wird gerade verhandelt.&#8221; Eine &#8220;100%-tige&#8221; ist eines der heftigeren Druckmittel aus dem Sanktionskatalog, mit dem die ARGE einen Hartz IV-Empfänger <span style="text-decoration: line-through;">drangsalieren</span> erziehen kann. Was das mitunter für Auswirkungen hat, ist u.a. bei Telepolis ausführlich geschildert worden, exemplarisch sei auf den Artikel &#8220;<a title="Telepolis - Aushungern und Fordern" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31162/1.html">Aushungern und Fordern</a>&#8221; hingewiesen. Fallmanager und Leistungsbezieher &#8211; zwei Parteien, die eigentlich zusammenarbeiten sollten, stehen sich verfeindet gegenüber.</p>
<p>Wie konnte es dazu kommen? Traurig aber wahr, beide sind Opfer einer unsozialen Politik geworden. Die Fallmanager können nicht anders. Und die Leistungsbezieher auch nicht. Die Missstände, die Hartz IV seit seiner Einführung verursacht hat, sind ebenfalls hinlänglich diskutiert worden und sollen hier nicht wiedegekäut werden. Ich möchte die Frage beleuchten, warum sich in all den Jahren nichts an Hartz IV gebessert hat bzw. warum der politische Wille zur Abschaffung von Hartz IV nicht existiert, zumindest nicht bei denen, die reelle Chancen auf eine Regierungsbeteiligung haben. Ein Gedankenspiel:</p>
<p>Welchem Zweck dient Hartz IV? Irgendwo unter dem Gerede über soziale Absicherung und die Reintegration in den Arbeitsmarkt kann man eine &#8220;hidden agenda&#8221; ausmachen, einen tieferen Zweck. Hartz IV ist ein Werkzeug geworden, dessen eigentliches Ziel nicht die Arbeitslosen oder die Sozialfälle sind, sondern die einkommensschwachen Schichten, die noch Arbeit haben. Ich unterstelle nicht, dass Hartz IV ursprünglich zu diesem Zweck angedacht war, aber die zu beobachtenden Effekte wurde nicht nur billigend in Kauf genommen sondern aktiv gefördert und provoziert &#8211; die Misere ist mit voller Absicht hausgemacht.</p>
<p>Mit viel Medienchaos werden Leistungsempfänger (die historisch eigentlich mal zwei unterschiedliche Gruppen waren, nämlich Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger, und daher eigentlich auch unterschiedlich &#8220;verarztet&#8221; werden müssten) zum Feindbild erhoben. Jeder arbeitende Bürger und jeder Rentner hat einen Grund, Hartz IV-Empfänger zu verabscheuen, so wird suggeriert. Ein faules Pack, das arbeiten könnte, aber nicht will, und mit dieser Verweigerungshaltung auch noch mehr Geld bekommt als Vollzeitbeschäftigte in Niedriglohnjobs und trotzdem noch betrügt wo es geht. &#8220;Arbeit muss sich wieder lohnen!&#8221; schallt es aus der Politik &#8211; und meint damit nicht etwa einen Anstieg der Löhne, sondern eine Absenkung der Hartz IV-Leistungen. Und das geBILDete Volk klatscht Beifall. Das Arbeit sich in nahezu jedem Fall lohnt, hat gerade erst der Paritätische Gesamtverband mit einer Studie belegt: <a title="Pressemitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes" href="http://www.der-paritaetische.de/1802/">Damit sich Arbeit lohnt</a>. Das Getöse um Hartz IV sollte damit eigentlich verstummen, da ja widerlegt, aber das Getöse erfüllt einen Zweck: es suggeriert der Gesellschaft, Hartz IV ist fürchterlich, der schlimmste Abstieg, den man erleiden kann. Zusammen mit den Gruselgeschichten, die Hartz IV-Empfänger über die ARGE, die Sanktionen, die Kontrollen, die Bewerbungen, usw. erzählen, wird Hartz IV so zur Horrorvorstellung für jeden Arbeitnehmer. Und wer solche Angst vor der Arbeitslosigkeit hat und auch reell von ihr bedroht ist, der lässt sich zu Zugeständnissen drängen. Die Folge: niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Und genau darum geht es: einen &#8220;gefügigen&#8221; und flexiblen Niedriglohnsektor zu etablieren und zu pflegen.</p>
<p>Ein Spiel, bei dem alle verlieren. Die Hartz IV-Empfänger verlieren, weil sie in den Mühlen dieses Systems langsam zermahlen werden und durch Hartz IV sozial gebrandmarkt sind. Die Mitarbeiter der Jobcenter verlieren, weil sie die Aufgabe, die man ihnen gegeben hat, mit dem Werkzeug, das man ihnen gegeben hat, überhaupt nicht erfüllen können &#8211; <a title="Begriffserklärung Kobayashi Maru" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kobayashi_Maru">Kobayashi Maru</a>. Die Einkommensschwachen verlieren, denn auf sie zielen alle Maßnahmen ab, sie machen Zugeständnisse und lassen sich erpressen. Wer ein höheres Einkommen hat, ist so gut wie nie von Hartz IV betroffen und macht sich daher auch weniger Sorgen. Doch auch diese Gruppe verliert, denn sie wird von der Politik und den Medien manipuliert.</p>
<p>Wenn aber so viele verlieren, wer gewinnt denn dann? Zum einen gewinnt die Politik. Hartz IV eignet sich sehr gut, um sich auf Kosten der Arbeitslosen zu profilieren. Nachdem man die nach Kindern sozial schwächste Gruppe zu Schmarotzern gestempelt hat, kann man Wählerstimmen sammeln, wenn man den geblendeten Massen verspricht, den Missbrauch einzudämmen. Eine perfide Taktik, funktioniert aber. Und von allen weiteren Gewinnern profitiert indirekt auch wieder die Politik. Weitere Gewinner der Situation sind Unternehmen, denn ihnen steht ein recht großer Pool an billigen Arbeitskräften zu Verfügung, der Niedriglohnsektor, der durch Hartz IV im Zaum gehalten wird. Ebenso profitieren diverse Organisationen, Kirchen und auch Städte und Gemeinden, denn bei Ihnen stehen die 1-Euro-Jobber unter Vertrag, Arbeitskräfte, die man nicht wirklich bezahlen muss, die aber trotzdem Vollzeitstellen innehaben. Und diesen Leuten bleibt keine Wahl, um weiter uneingeschränkt Leistungen beziehen zu können, müssen sie solche Jobs annehmen. Was man früher Zwangsarbeit nannte, heißt heute 1-Euro-Job und hat für die Politik noch den schönen Nebeneffekt, dass die Arbeitslosenzahlen geschönt werden. Denn wer sich in einem 1-Euro-Job oder auch einer Weiterbildungsmaßnahme befindet, der gilt nicht als arbeitslos.</p>
<p>Das alles kulminiert in einer Erkenntnis: es kann keinen politischen Willen geben Hartz IV abzuschaffen, so lange die Kritiker in der Minderheit sind und das Volk sich hinters Licht führen lässt.</p>
<p>Zum Abschluss noch eine (einseitige) Auswahl an Artikeln, nach denen klar sein sollte, was für ein Elend Hartz IV letzten Endes ist:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32175/1.html">Lohndumping im Auftrag des Staats</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32139/1.html">Von der Politik des Elends und dem Elend der Politik</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32068/1.html">Hartz IV und der hausgemachte Niedriglohnsektor</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31940/1.html">Hartz IV wirkt</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32000/1.html">Ein Sechsjähriger isst eben weniger als ein Fünfjähriger</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31864/1.html">Mehr Peitsche, weniger Zuckerbrot</a></li>
</ul>

	Tags: <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/1-euro-job/" title="1-Euro-Job" rel="tag">1-Euro-Job</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/angst/" title="angst" rel="tag">angst</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/arbeit/" title="Arbeit" rel="tag">Arbeit</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/bundesregierung/" title="bundesregierung" rel="tag">bundesregierung</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/hartz-iv/" title="hartz iv" rel="tag">hartz iv</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/kritik/" title="kritik" rel="tag">kritik</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/niedriglohn/" title="niedriglohn" rel="tag">niedriglohn</a>, <a href="http://www.icanmakeit.de/tag/politik/" title="politik" rel="tag">politik</a><br />
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