Archiv für Kategorie Globalisierung

“Three strikes and you’re out” – ein Wahrnehmungsproblem

Derzeit wird in vielen Einzelstaaten, aber auch auf EU-Ebene und auch bei den geheimen Verhandlungen um den geheimen ACTA-Vertrag das sog. “Three strikes”-Modell diskutiert. Kerngedanke ist, jemanden nach drei (vermeintlichen) Rechtsverstößen im Internet – und es geht hier nicht um schwere Straftaten im Sinne des Gesetzes, sondern in erster Linie Urheberrechtsverletzungen – für ein Jahr lang das Internet zu sperren.

Was für Auswirkungen das hat, wie haarsträubend das System funktioniert und welchen Umfang das diesbezügliche Wahrnehmungsproblem hat, erklärt Cory Doctorow in einem Gespräch mit David Weinberger, aufgenommen während der Broadband Strategy Week. Das Video ist Public Domain, das ürsprüngliche Posting von David Weinberger findet sich in seinem Blog.

David Weinberger, Cory Doctorow: No, three strikes and you're out

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Noch mehr als das Offensichtliche

Die letzten Artikel zu Themen, die nicht oder nur am Rande von den Medien wahrgenommen werden, haben sich in erster Linie mit alternativen Ansichten und Denkweisen für nur unzureichend erklärte Gegebenheiten und Ereignisse beschäftigt, kurz gesagt mit Verschwörungstheorien. Wenn man sich entscheidet, die Theorien zu glauben, kann einem schon schlecht werden, wenn man sieht wie man verarscht wird (wie gesagt, wenn man es denn glaubt).

Es geht aber auch ohne Verschwörungstheorien, einfach mit einer Portraitierung der derzeitigen Wirklichkeit. Bodo hat mit dem Hinweis auf We feed the World den Anfang gemacht. Ich möchte noch eine Arte-Dokumentation hinzufügen, die zeigt, wie ein einzelner Agrarkonzern, Monsanto, mit genveränderten Saaten und einer rigiden Patentdurchsetzungspolitik langsam aber allmählich die Agrarwelt – und somit auch die davon abhängigen, sprich uns alle – in den kommerziellen Würgegriff nimmt. Wie? Film anschauen und selber bewerten!

Hier also die Links:

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Mehr als das Offensichtliche

Ich hatte vor knapp zwei Jahren mal über den Film Loose Change gebloggt, ein Internet-Independent-Dokumentarfilm, der sich mit den Geschehnissen rund um den 11. September 2001 beschäftigt. Jetzt, gute zwei jahre später, ist die Welt immer noch nicht um Erkenntnisse reicher, dafür aber um weitere Freiheiten ärmer.

Statt mit befriedigen Antworten versorgt zu werden, hat sich die Welt um uns herum in eine andere Richtung entwickelt. Sei es nun der Legitimierung von Folter durch die USA, die massive Kameraüberwachung in Großbritannien oder Stasi 2.0 in Deutschland, nur um ein paar Beispiele zu nennen – es steht einiges auf dem Spiel.

Nun will ich hier keinen alten Kaffee aufwärmen, sondern ein wenig auf alternative Denkweisen aufmerksam machen. Ich habe hier auch schon Beiträge über den vermeintlichen deutschen Terrorplot gepostet, der ein gutes Beispiel dafür ist, wie mit Medien die öffentliche Wahrnehmung beeinflußt werden kann, und zeigt, wie aus fehlgeleiteten Stümpern plötzlich die islamistischen Top-Terroristen wurden.

Ich habe in letzter Zeit zwei weitere Dokumentarfilme rund um 9/11 und den War-on-Terror gesehen, die ich hier mal empfehlen möchte. Der erste Film heißt Zeitgeist und beschäftigt sich in drei Teilen mit den Themen Religion, 9/11 und einem Blick hinter die Kulissen des Weltgeschehens. Er erläutert u.a. plausibel, warum die USA solche Probleme in Vietnam und im Irak haben und wer wieso davon profitiert. Ein zweiter Teil ist zur Zeit in Vorbereitung und für Oktober angekündigt.

Der zweite Film ist eine deutsche Produktion mit dem Namen Unter falscher Flagge, die sich ebenfalls mit 9/11 und den Entwicklungen danach beschäftigt, in der zweiten Hälfte aber den Einfluss dieser Ereignisse auf die deutsche Sicherheits- und Außenpolitik beleuchtet. Hier werden mögliche Motive von Herrn Schäuble und auch dem deutschen Afghanistaneinsatz beleuchtet, der Film ist recht aktuell.

Um es in aller Deutlichkeit abschließend zu sagen: ich versuche hier niemanden zu bekehren. Auch stellen diese Filme nicht “die Wahrheit” dar und können auch nicht mit unwiderlegbaren Fakten aufwarten. Ich möchte aber deutlich machen, dass es auch eine andere Sichtweise auf verschiedene Geschehnisse um uns herum gibt, die auch nicht weniger glaubwürdig ist, als die von den Medien verbreitete Mainstream-Meinung.

Hier nochmal die Link:

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Kopfschütteln

Ich starte heute mal eine neue Kolumne, die sich mit den bekannten und weniger bekannten Vorfällen beschäftigt, die unsere Freiheit, unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung oder einfach nur unser Verständnis von der Welt beeinträchtigen.

Fall 1: Die IP-Adressenspeicherung des BKA. Nicht mal einen Monat ist es her, seit die Vorratsdatenspeicherung hier in Deutschland abgenickt wurde (wer wie Bodo und ich an der Verfassungsbeschwerde teilnehmen möchte, der besuche bitte diese Webseite). Das BKA interessierte das wohl sei jeher nicht, wie Heise berichtet, denn dort werden bereits seit Jahren die IP-Adressen von Besuchern der Webseite gespeichert und wohl auch für die Strafverfolgung verwendet. Bestes Beispiel sind die Informationsseiten des BKA über die sog. militante gruppe (mg), Besucher dieser Seiten müssen mit einem verstärkten Interesse der Behörden bis hin zu ersten Ermittlungen rechnen.

Fall 2: Die deutschen Wirtschaftsinteressen in China. Seit der Dalai Lama im September von Angela Merkel empfangen wurde, sind die Beziehungen zu China in eine neue Eiszeit geraten. Inzwischen fordert der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) die Regierung und Frau Merkel zu einer aktiven Verbesserung des Klimas auf. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Die deutschen wirtschaftlichen Interessen und die Forderung nach mehr Menschenrechten in China stehen sich leider gegenseitig im Wege. China wäre allerdings nicht das erste Land, für das wir Deutschen unsere Forderungen nach Menschenrechten aufgeben würden. Usbekistan z.B. gehört auch dazu, dort ist das Luftdrehkreuz der deutschen Armee nach Afghanistan. Siehe hier und hier.

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Sind wir zu naiv? Ja!

Zur aktuellen Diskussion ein Zitat (OK, aus Babylon 5, aber es wird nicht weniger richtig dadurch):

There is only one truth about war: people die.

Was passiert ist tragisch, keine Frage. Aber haben wir ernsthaft geglaubt, dass wir Soldaten in Krisengebiete schicken können und davon ausgehen können, dass ihnen dort nichts passiert?

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