Archiv für Kategorie I, Me & Myself

Agrar-Tage im Nebel

Der Winter ist da. Ich merke es, als ich auf der siebten Ebene im Cineplex-Parkhaus am Albersloher Weg aus meinem Auto steige. Aber ist das der Winter? Ich habe meine Zweifel. Es ist kalt, aber nicht richtig. Es friert, aber nicht richtig. Es schneit, aber nicht richtig. Und es gibt ne Menge Nebel. In Anlehnung an Terry Pratchett würde ich vermuten, dass es sich nicht um den Winter, sondern lediglich um den “Rattenwinter“, sprich: eine kleinere Ausgabe, handelt. Quiek!

Blick vom Cineplex-Parkhaus auf die Halle Münsterland

Auf Ebene 7 muss ich parken weil in der Halle Münsterland gerade die Agrar Unternehmertage stattfinden, eine große Messe für Landwirte und Leidensgenossen. Diese, oder besser ihre fahrbaren Untersätze bevölkern das ganze Parkhaus und die umliegenden Parkplätze. Ebene 7 ist die höchste, ich stehe quasi auf dem Dach. Vor mir steht eine E-Klasse, die man gerade einem Batterietest unterzieht, jedenfalls leuchten Rückleuchten und Bi-Xenon-Scheinwerfer munter vor sich hin, vom Besitzer keine Spur. Der wird sich freuen.

In diesem Parkhaus sind alle Ebenen mit schlecht gemalten Portraits von Hollywood-Stars versehen. Ebene 3 ist zum Beispiel die George Clooney-Ebene, während Ebene 4 die Sean Connery-Ebene ist. Ebene 7 ziert das Bild von Brad Pitt. Dieser scheint nicht sehr beliebt zu sein beim Betreiber dieses Parkhauses, denn seit Bild hängt dort, wo an normalen Tagen nie jemand parkt, weil es weiter unten genug Parkplätze gibt, die man auch ohne Drehwurm erreichen kann.

Nach fast zwei Stunden im Fitnesstudio komme ich zurück zum Parkhaus und finde eine Schlange aus Bauern mit ihren Landjugend-Söhnen sowie schnieken Geschäftsleuten vor dem Kassenautomaten vor. Dummerweise ist genau der Automat, der auch Scheine nehmen würde, kaputt, so dass sich alles vor dem anderen Automaten sammelt und lauthals nach Kleingeld schreit. Einem Herrn kann ich seinen 5-Euro-Schein wechseln, der Geschäftsmann danach hat Pech gehabt.

Nach dem Training bin ich zu faul zum Treppensteigen und bemühe den Aufzug. Dieser fährt sogar, entgegen dem anderslautenden Schild darauf. Durch die längere Wartezeit habe ich erstmals Gelegenheit, den Schrieb näher zu betrachten. Oben steht groß drauf “Aufzug außer Betrieb”. Darunter steht in einem kleinen (Faktor 10) Textblock, dass der Aufzug ab 23 Uhr ausgeschaltet wird. Clever. Wie viele Leute lesen sich das wohl durch? Vermutlich fahren nur Analphabeten und Ausländer, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, mit diesem Aufzug, denn alle anderen hat die Überschrift schon verschreckt.

Oben angekommen stelle ich fest, dass die E-Klasse eine ziemlich starke Batterie hat, denn die Scheinwerfer leuchten immer noch mit voller Leistung. Alle Achtung. Gleich kommt ja auch der Besitzer zurück, es ist immerhin schon 22 Uhr und die Agrar-Tage schliessen um 22 Uhr. Ich kenne auf Anhieb keine Messe, die so lange geöffnet ist. Andereseits macht sie auch erst ab 13 Uhr auf, wenn die Kühe schon gemolken sind. Das nenne ich Zielgruppenorientierung.

Der Rattenwinter hat versucht sich meines Autos zu bemächtigen, was ihm aber nicht wirklich gelungen ist. Auf dem Heimweg stelle ich fest, dass Deutschlands berühmtester Dichter in Münster zu Gast ist. Der Dichter Nebel. Wüßte ich nicht, dass ich aus meinem Wohnzimmerfenster heraus normalerweise ein anderes Haus sehen kann, so könnte ich vermuten, hinter meinem Fenster würde sich eine gespenstische Leere erstrecken.

Ich könnte jetzt noch andere Themen ausführen, z.B. warum ich Schwierigkeiten mit der Auswahl eines neuen Autos habe und warum Al Gore daran schuld ist oder wie ich aus Versehen die Software-Matroschka entwickelt habe, aber das sind alles andere Geschichten. Vielen Dank fürs Lesen! Worte von mir, Stil von Jan Weiler (ich habe es zumindest versucht).

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Unterwegs im Orkan – ein Reisebericht

Hier der von mir angekündigte Reisebericht über meine Dienstreise von Münster nach Berlin und wieder zurück am Donnerstag letzter Woche (18.01.2007).

Zugegeben, ich wurde etwa skeptisch als ich am Vorabend ins Internet schaute und zum ersten mal eine komplett rote Deutschlandkarte bei Unwetterzentrale.de sah. Aber der Optimismus überwiegt dann doch, zumal die Dienstreise recht wichtig war. Die Hinreise nach Berlin war dann auch eher unproblematisch, die Züge fuhren passend, die Welt war noch in Ordnung, wenn man davon absieht, dass ich ungerne um 5 Uhr aufstehe. In der Mittagspause in der Kantine des Kunden erreichten uns dann Informationen, z.B. dass alle Eltern gebeten wurden, ihre Kinder wegen des aufziehenden Sturms von der Schule abzuholen. Als das Kundentreffen dann um halb vier beendet war, informierten sich die Kollegen, die per Flugzeug angereist waren, ob ihre Flüge wohl auch tatsächlich noch stattfinden würden. Es kam die Information, dass Frankfurt schon etliche Flüge gestrichen hat, Berlin aber wohl ganz normalen Flugbetrieb hat. Für meine beiden anderen Kollegen und mich stellte sich dieses Problem ja gar nicht, der Zug würde schon fahren. Wir hätten das Angebot des Kunden, uns im Zweifelsfall ein Hotelzimmer zu buchen mal besser angenommen. Andererseits säße ich dann vermutlich immer noch in Berlin und hätte nicht sonderlich viel zu erzählen.

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Münster – Berlin und wieder zurück, am Tage Kyrill

Ich bin wieder zurück aus Berlin und habe es geschafft, dem Sturm zu trotzen. Einfach und billig war es nicht, hat mir und meinen Kollegen aber einen längeren Aufenthalt in Hannover erspart. Jetzt sitze ich wieder wohlbehalten in Münster und schreibe diese Zeilen.

Von hier aus geht ein Dank an all jene, die sich um mich gesorgt haben und mir aufmunternde Zeilen haben zukommen lassen. Außerdem danke ich dem Taxifahrer, der mit uns diesen Husarenritt gewagt hat. Einen ausführlicheren Bericht gibt es morgen.

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Ab nach Bayern

Die Woche mit dem Tag der Deutschen Einheit drin bot sich an, um Urlaub zu nehmen. Also habe ich jetzt bis nächsten Montag Urlaub und fahre meine Verwandschaft in Bayern besuchen. Ich war schon recht lange nicht mehr da unten. Zu recht, mögen einige jetzt sagen, aber zum Urlaub machen oder für den Lebensabend ist Bayern recht schön.

Ich hoffe, ich schaffe es diesmal wieder in Deutsche Museum (das ist mal ne peinliche Seite für ein Technikmuseum), meine Erinnerungen daran sind eher vage und ich war gut 10 Jahre jünger, seit ich das letzte Mal da war, um genau zu sein war es mit den Austauschamerikanern im Jahre 1996. Lustigerweise wollten damals nur sehr wenige amerikanische Schüler nach Deutschland kommen, und das obwohl die ganze Kiste mit Old Europe, 9/11, Afghanistan, Irak, Guantanamo, Swift, CIA-Gefängnissen u.ä. die transatlanischen Beziehungen noch nicht belastete. Aber ich schweife schon wieder ab…bis Montag!

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Fortbildungswahn?!

Was tut jemand, der meint, er hätte zuviel Zeit? Ich jedenfalls hab mich für Weiterbildung entschieden. Ich besuche ja bereits seit zwei Jahren Schwedischkurse an der VHS und habe mich deshalb für den dritten auch angemeldet. Parallel dazu hat mein Arbeitgeber einen Englischkurs angeboten und in der Hoffnung, wieder mal ans Englischsprechen zu kommen, habe ich mich dafür auch angemeldet. Da man mit zwei Sprachkursen immer noch viel zu viel Zeit hat, mache ich jetzt neuerdings auch die “Ausbildung der Ausbilder” (kurz AdA) bei der IHK Münster mit. Der Kurs schlägt im Gegensatz zu den Sprachkursen, die jeweils 90 Minuten dauern, mit vollen 5 Stunden jede Woche zu Buche. Somit wären wir dann bei 8 Stunden Weiterbildung pro Woche – warum habe ich jetzt nur keine Zeit mehr?

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