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Musiktheorie – oder wie mir die Schule vermieste, was ich jetzt bräuchte
Verfasst von Hendrik Busch unter E-Gitarre, Musik am 25. Mai 2010
Das hier machte ich für gewöhnlich eher selten und dann meist auch nicht so ausführlich. Aber ich erzähle aus gegebenem Anlass mal einen kleinen Schwank aus meinem Leben.
Ich nehme jetzt seit etwas über einem Jahr Gitarrenunterricht und es sind Fortschritte erkennbar. Ich investiere in mein Training leider nicht so viel Zeit wie ich gerne würde, daher dauert eben alles etwas länger. Ich kann immer noch keine Noten lesen, und das obwohl ich neben dem Gitarrenunterricht vor etlichen Jahren auch ein Abitur gemacht habe und Musik auch eines meiner Fächer war (allerdings nicht im Abitur). Wer in erster Linie Gitarre im Bereich Rock- und Metal spielt, der kommt auch gut ohne Notenlesen aus, Tabulatur ist völlig ausreichend. Auch alles andere, was der Musiktheorie entspringt ist anfangs irrelevant: Welche Tonart hat eine Passage oder ein Lied? Irrelevant, die ändert nichts an den Griffen, die ich lernen muss. Warum sind die Saiten einer Gitarre immer 5 Halbtonschritte auseinander (OK, mit einer Ausnahme)? Na logisch, damit ich die Powerchords leichter greifen kann. Ignoranz, würden die einen sagen. Ich sage: Ergebnis einer gescheiterten musikalischen Erziehung.
Ich kann mich nur dunkel an meine musikalischen Anfänge erinnern. Ich weiß, dass meine Schwester schon früh ein Keyboard bekam, auf dem wir dann herumgeklimpert haben. Dabei blieb es dann auch, denn keiner von uns entwickelte den Antrieb, Keyboard oder gar Klavier lernen zu wollen und unsere Eltern hatten auch keine Pläne für uns in dieser Richtung. Eine weitere Erinnerung stammt aus der Grundschule, als ich als Erstklässler der Verbschiedung der damaligen 4. Klasse beiwohnte, und ich tief beeindruckt war, als die Klasse gemeinsam ein Lied zu Gitarrenbegleitung sang. Auch wenn ich damals noch nicht wusste, dass die Gitarrenspielfähigkeiten der meisten Grundschullehrer nicht über die “Schrammelgitarre” (wer sich dadurch beleidigt fühlt, ersetze in Gedanken bitte Schrammelgitarre durch Lagerfeuergitarre) hinausgeht, verspürte ich dennoch keinerlei Ambitionen einer musikalischen Betätigung. In den folgenden Jahren nahm ich, wie halb Deutschland, an der musikalischen Früherziehung teil. Ich konnte mich gerade so noch um die obligatorische Blockflöte herumdrücken (die dann meine Schwester bekam) und landete beim pentatonischen Glockenspiel – dem geneigten Leser besser bekannt als Xylophon. Rückblickend konnte ich mich auch hierfür nicht begeistern, ich spielte Glockenspiel nach Liedern, die mich nicht interessierten und malte Noten in mein Heft, die ich nicht verstand. Das ganze war eher eine lästige Pflicht, die mir außerhalb der Schule Zeit zum Spielen raubte.
Die Dinge wurden auf dem Gymnasium nicht besser. Recht schnell stellte sich heraus, dass nahezu jeder ein besseres Gesangstalent war als ich und auch mein Glockenspiel keine Zukunft hatte. Ich fiel daher in die Mittelmäßigkeit eines Musikignoranten zurück, nicht zuletzt auch dadurch bedingt, dass rückblickend den Eindruck habe, meine Eltern hörten eigentlich kaum aktuelle Musik. Vor allem mein Vater fühlte sich in erster Linie Mozart, Beethoven, Bach, Chopin u.a. verbunden. So wurden in den 80ern nicht etwa AC/DC, Helloween oder Iron Maiden meine Begleiter, sondern Freddy Quinn und Baldur Seifert. Nur um das klar zu stellen: ich habe hier nicht die Absicht Vorwürfe zu erheben und vermutlich stimmen meine Aussagen so auch gar nicht, denn ich muss mich auf meine verschwommenen und selektiven Erinnerungen meiner frühen Jugend verlassen. Wer als berühmter Politiker oder Star eine Biografie schreibt, und sich angeblich noch glasklar an die Erlebnisse, die er mit 7 Jahre hatte, erinnert, der lügt – oder zumindest malt er seine eigentlich schlechte Erinnerung zu einer optimierten Version aus. Wer ein besonders krasses Beispiel dafür sehen will, der lese mal die Biografie von Bill Clinton. Erst auf etwa der Hälfte dieses über 1000 Seiten starken Buches erreicht Bill Clinton das Alter von 18 Jahren…aber ich schweife ab.
Da ich also nicht singen konnte und auch kein Instrument spielte, schien mir der Musikunterrich nicht sonderlich attraktiv, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich dort nicht zum oberen Leistungsdrittel gehörte und sich ein wenig Resignation breitmachte, so dass ich dort eher meine Zeit absaß als wirklich etwas zu lernen. Lediglich die mit zunehmendem Schuljahr weniger werdenden gemeinsamen Gesangseinlage gefielen mir. Ich erinnere mich nur noch an wenige Dinge aus dieser Zeit, ich weiß noch dass ein kleines c auf der ersten Hilfslinie unterhalb der Notenlinien steht und dass es etwas gibt, dass man den Quintenzirkel nennt. Er soll wohl recht praktisch sein, ich erinnere mich aber nur daran, dass ich ihn in Form eines Spickzettels bei einem Musiktest dabei hatte und prompt erwischt wurde.
Als dann der Lehrer wechselte und ich eine Lehrerin bekam, gab auch dies keinen Anlass zur Freude, denn schnell war klar, dass es bei ihr Lieblingsschüler und den Rest gab. Während die ohnehin schon musikalisch Begabten noch weiter gefördert wurden, gehörte ich zum Rest und die ungleiche Behandlung trug auch nicht zu meiner Freude an der Musik bei. Fachlich kamen einige neue Disziplinen wie etwa Gehörbildung oder Rhythmus hinzu, in denen ich auch keine Leuchte war: “X, was hörst Du in dieser Aufnahme?” “Ich höre Violinen, Bratschen, Waldhörner, eine Querflöte und im Hintergrund einige Oboen.” Ich hörte nur Streicher und Bläser, wenn überhaupt.
Meine Begeisterung für Musik begann erst in den frühen 90ern, als mir Mitschüler damals eher zufällig CDs von Sodom und Manowar mitgaben, und ich mir das schwarze Album von Metallica kaufte. Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass ich damals, als das Album aktuell war, es nicht gekauft habe, weil mir Metallica so gut gefiel, sondern – und es ist mir inzwischen nicht mehr peinlich das zuzugeben – um mich in der Klasse beliebter zu machen. Meine CD entwickelte sich dann auch rasch zum begehrten Ausleih- oder Tauschobjekt und wurde etliche Male auf Kassette überspielt, weil der CD-Brenner und MP3 noch nicht erfunden waren. Mit der Zeit entwickelte ich Gefallen an Hetfields Gesang und Hammets Gitarrenspiel und auch die “Non-Poser” von Manowar gehörten schnell zu meinen Lieblingskünstlern (ganz im Gegensatz zu Sodom, die mir überhaupt nicht gefielen).
In der Schule kam sowas nur bedingt gut an: in der “Stellt Euren Lieblingskünstler vor”-Stunde im Musikunterricht wurde meine Vorführung von Creeping Death durch ein “ich glaube, wir haben genug gehört” vorzeitig beendet, da die Lehrerin zwar weder die Band noch die dem Lied zu grunde liegende biblische Geschichte kannte, wohl aber schnell zur Erkenntnis kam, dass dies eine Verschwendung der Unterrichtszeit darstellte. Auch die Gruppe, die Manowar vorstellen wollte, kam nicht weit und musste sich stattdessen Fragen nach der “political correctness” und der ausufernden Verantwortungslosigkeit der Texte anhören. “Ich verstehe nicht, was dieser Text soll. Worum gehts es in Wheels of Fire? Hier wird doch rücksichtsloses Rasen mit dem Motorrad verherrlicht.” Im Kunstunterricht wurden die Kataloge von EMP einkassiert und der Kunstlehrer kündigte einen Elternabend an, weil er dem zunehmendem Einfluss des Satanismus auf die Schüler die Stirn bieten müsse. Auch meinem Religionslehrer war nicht zu vermitteln, dass AC/DC mitnichten “Anti Christ/Death to Christ” bedeutet und die Band dies auch weder besingt noch danach handelt.
Fazit des ganzen: ich entwickelte etwa im Alter von 13 bis 16 einen Musikgeschmack, der damals aneckte, mit dem ich aber zufrieden war. Ich muss hier ausdrücklich mal meine Eltern loben, die meinen Geschmack eben auch als den meinen anerkannt haben, ein Erlebnis, das ihnen vermutlich half, als meine Schwester Fan der Kelly Family wurde. Hätte mir damals jemand das Prinzip der E-Gitarre erklärt und mir eine in die Hand gedrückt, könnte ich heute der zweite Eric Johnson sein. Dies geschah aber nicht und ich selber habe damals niemals an sowas gedacht – zumal Gitarren auch nicht wirklich zu den häufig im Musikunterricht gezeigten Instrumenten gehörten. In der Oberstufe wäre ich dann mit meiner ignoranten Haltung notenmäßig fast auf die Schnauze geflogen, konnte die Note aber retten und wählte danach Musik ab.
Auch in den darauf folgenden Jahren blieb ich nur passiver Konsument von Musik, auch wenn mein Geschmack sich mit der Zeit wandelte und präziser wurde. Die musikalische Grundausbildung von damals habe ich fast komplett vergessen. Wissen, dass ich inzwischen wieder brauche, denn es mag eine zeitlang ausreichen, zu wissen, was in der Tabulatur steht. Aber irgendwann möchte man auch wissen, warum es genau so da steht und was sich der Komponist wohl dabei gedacht hat.
Dem Universum sei Dank ist der alte Spruch “Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr” unzutreffend. Hans braucht nur länger dazu als er als Hänschen dazu gebraucht hätte.
TV-Flashback: Babylon 5
Verfasst von Hendrik Busch unter Unterhaltung am 14. Dezember 2009
I was there at the dawn of the third age of mankind, ten years after the Earth/Minbari war. The Babylon project was a dream given form. It’s goal: to prevent another war by creating a place where humans and aliens could work out their differences peacefully. Its a port of call, a home away from home for diplomats, hustlers, entrepreneurs and wanderers. Humans and aliens, wrapped in two million fivehundredthousand tons of spinning metal, all alone in the night. It can be a dangerous place, but it’s our last best hope for peace.
This is the story of the last of the Babylon stations. The year is 2258. The name of the place is Babylon 5.
Es ist mal wieder an der Zeit, die “alten” DVD-Boxen wieder hervor zu holen und die Abende mit einer immer noch einer großartigen Serie zu füllen…
Mein Problem mit Pay-TV
Verfasst von Hendrik Busch unter Unterhaltung am 10. Juli 2009
Holla, ich habe schon eine ganze Weile nichts mehr hier geschrieben. Zeit mal wieder was einzustellen. Aus aktuellem Anlass (genauer: ein Werbeanruf von Sky) soll es heute mal um das Thema Pay-TV gehen. Premiere ist ja bekanntlich vor kurzem verstorben und Sky schießt als Phönix aus der Asche. Ich hatte bisher kein Premiere-Abo und werde auch kein Sky-Abo kaufen. Warum? Ich stehe dem Thema Pay-TV eigentlich positiv gegenüber. Als Nutzer von Satellitenfernsehen ist die Auswahl an freien Programmen an sich schon hoch, aber das ein oder andere gibt es dann doch nicht zu sehen, sei es, weil es zu neu ist (z.B. Kinofilme), weil es zu speziell ist (z.B. Anime – und ich meine jetzt nicht Kinderprogramme wie Pokemon oder Yugi’Oh) oder es wird gesendet, ist aber unerträglich zu sehen wegen der ganzen Werbung. Pay-TV kann diese Lücken füllen. In Deutschland gibt es nicht wirklich viel Auswahl bei den Anbietern, also nehme ich mal Sky zur Hand. Dort gibt es einen Anime-Kanal, Spartensender wie National Geographic oder Discovery, Themensender wie 13th Street oder SciFi und dazu noch HD-Inhalte, also eigentlich genau was ich suche.
Mein Problem mit Pay-TV (war bei Premiere schon so, ist bei Sky immer noch so) ist die mangelnde Flexibilität bei der Zusammenstellung. Ich kann nicht meine Auswahl an Sendern + HD haben, ich kann nur Pakete buchen. Ich müsste auf jeden Fall ein Grundpaket buchen, in dem zahlreiche Sender zusätzlich enthalten, die mich herzlich wenig interessieren (z.B. Sport, Filmeklassiker, deutsche Krimiserien), dafür fehlt z.B. Anime. HD-Programme sind dann als Option zubuchbar. Die weiteren Sender, die mich wirklich interessieren, gibt es aber nur dann, wenn ich ein weiteres Premiumpaket dazu buche (Kinofilme, Sport, Bundesliga), denn dann wird das Grundpaket plötzlich um die Sender erweitert. Als DVD-Sammler interessieren mich Kinofilme im Fernsehen (auch im Pay-TV) herzlich wenig und Sport-Fan bin ich ohnehin nicht. Also müsste ich ein Premiumpaket buchen, dass ich gar nicht haben will, nur um Sender zu bekommen, die ich anders nicht buchen kann. Wenn das preislich erträglich wäre, würde ich das ja sogar machen, aber in der Zusammenstellung ist man schon bei über 40 Euro monatlich, mir persönlich einfach zu viel.
Warum ist das so? Ich persönlich vermute, dass die horrenden Lizenzgebühren für die Bundesliga irgendwie querfinanziert werden müssen und deshalb eine Wahlfreiheit eine Gefahr für das Geschäftsmodell darstellt. Zudem herrschen hier in Deutschland andere Voraussetzungen. In England bietet Sky die entsprechende Wahlfreiheit bei moderaten Preisen, dort kommt man um Pay-TV allerdings auch kaum herum, denn dort ist die Auswahl an frei verfügbaren Sendern minimal.
Fazit: ich werde sofort Pay-TV-Kunde, wenn ich meine Wunschsender + HD ohne größeren “Ballast” zu einem akzeptablen Preis (< 30 Euro/Monat) buchen kann. Leider scheint das noch eine Weile zu dauern.
Kein Stairway to Heaven
Verfasst von Hendrik Busch unter E-Gitarre, I, Me & Myself, Musik am 21. März 2009
Erinnert sich noch jemand an den Film Wayne’s World? Darin gibt es eine Szene, in der Wayne in einen Gitarrenladen geht um seine Traumgitarre spielen zu können und gerade als er zu Stairway To Heaven ansetzen will, unterbricht ihn ein Verkäufer und deutet auf ein Schild “No Stairway to Heaven”.
Was im Film mehr als Gag und zur Vermeidung von teuren Lizenzen gedacht war, habe ich heute in echt gesehen. Ich war in einem großen westfälischen Musikgeschäft und habe auch einige Gitarren durchprobiert. An den Übungsplätzen hingen Zettel, in denen mit einem zwinkernden Auge darauf hingewiesen wurde, dass man doch bitte bestimmte Songs nicht spielen möge. Darunter war auch Stairway To Heaven, aber auch Highway To Hell (AC/DC), Sweet Child o’ Mine (Guns’n'Roses), Seven Nation Army (White Stripes) Smoke On The Water (Deep Purple) sowie alles von Metallica. Irgendwie kann ich es verstehen, wenn ich da arbeiten würde und täglich von dutzenden mehr oder weniger gut spielenden Kunden mit den populärsten Rocksongs gequält würde, würde ich auch so ein Schild aufhängen. In diesem Sinne: Egbebg Ebgebg…
Shadow SH-680 Pickup einbauen – und mehr
Verfasst von Hendrik Busch unter I, Me & Myself, Musik am 16. Februar 2009
In letzter Zeit verbringe ich etliche Abende damit, E-Gitarre spielen zu lernen und seid ich Unterricht nehme, zeigen sich auch erste Erfolge. Da ich nebenberuflich ja auch noch Technik-Nerd bin, weiß ich momentan leider mehr über die Technik einer E-Gitarre als übers Spielen, was sich aber hoffentlich bald ändert. In der Zwischenzeit habe ich mein mir angeeignetes Gitarrenwissen mal in Form einiger statischer Seiten auf meiner Homepage hinterlegt. Momentan gibt es nur zwei verschiedene Seiten, aber es werden vermutlich mehr dazu kommen. Ich verweise derzeit aber mal auf:
- Funktionsweise und Bauformen eines 5-Wege-Pickup-Schalters
- Tausch eines Humbuckers gegen einen Shadow SH-680 Pickup
Sollte ich mich irgendwann mal dazu durchringen, einen EMG-81 oder einen EMG Afterburner einzubauen oder mir gleich eine neue Gitarre zu kaufen, erweitere ich die Seiten vermutlich.









