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Mein Problem mit Pay-TV

Holla, ich habe schon eine ganze Weile nichts mehr hier geschrieben. Zeit mal wieder was einzustellen. Aus aktuellem Anlass (genauer: ein Werbeanruf von Sky) soll es heute mal um das Thema Pay-TV gehen. Premiere ist ja bekanntlich vor kurzem verstorben und Sky schießt als Phönix aus der Asche. Ich hatte bisher kein Premiere-Abo und werde auch kein Sky-Abo kaufen. Warum? Ich stehe dem Thema Pay-TV eigentlich positiv gegenüber. Als Nutzer von Satellitenfernsehen ist die Auswahl an freien Programmen an sich schon hoch, aber das ein oder andere gibt es dann doch nicht zu sehen, sei es, weil es zu neu ist (z.B. Kinofilme), weil es zu speziell ist (z.B. Anime – und ich meine jetzt nicht Kinderprogramme wie Pokemon oder Yugi’Oh) oder es wird gesendet, ist aber unerträglich zu sehen wegen der ganzen Werbung. Pay-TV kann diese Lücken füllen. In Deutschland gibt es nicht wirklich viel Auswahl bei den Anbietern, also nehme ich mal Sky zur Hand. Dort gibt es einen Anime-Kanal, Spartensender wie National Geographic oder Discovery, Themensender wie 13th Street oder SciFi und dazu noch HD-Inhalte, also eigentlich genau was ich suche.

Mein Problem mit Pay-TV (war bei Premiere schon so, ist bei Sky immer noch so) ist die mangelnde Flexibilität bei der Zusammenstellung. Ich kann nicht meine Auswahl an Sendern + HD haben, ich kann nur Pakete buchen. Ich müsste auf jeden Fall ein Grundpaket buchen, in dem zahlreiche Sender zusätzlich enthalten, die mich herzlich wenig interessieren (z.B. Sport, Filmeklassiker, deutsche Krimiserien), dafür fehlt z.B. Anime. HD-Programme sind dann als Option zubuchbar. Die weiteren Sender, die mich wirklich interessieren, gibt es aber nur dann, wenn ich ein weiteres Premiumpaket dazu buche (Kinofilme, Sport, Bundesliga), denn dann wird das Grundpaket plötzlich um die Sender erweitert. Als DVD-Sammler interessieren mich Kinofilme im Fernsehen (auch im Pay-TV) herzlich wenig und Sport-Fan bin ich ohnehin nicht. Also müsste ich ein Premiumpaket buchen, dass ich gar nicht haben will, nur um Sender zu bekommen, die ich anders nicht buchen kann. Wenn das preislich erträglich wäre, würde ich das ja sogar machen, aber in der Zusammenstellung ist man schon bei über 40 Euro monatlich, mir persönlich einfach zu viel.

Warum ist das so? Ich persönlich vermute, dass die horrenden Lizenzgebühren für die Bundesliga irgendwie querfinanziert werden müssen und deshalb eine Wahlfreiheit eine Gefahr für das Geschäftsmodell darstellt. Zudem herrschen hier in Deutschland andere Voraussetzungen. In England bietet Sky die entsprechende Wahlfreiheit bei moderaten Preisen, dort kommt man um Pay-TV allerdings auch kaum herum, denn dort ist die Auswahl an frei verfügbaren Sendern minimal.

Fazit: ich werde sofort Pay-TV-Kunde, wenn ich meine Wunschsender + HD ohne größeren “Ballast” zu einem akzeptablen Preis (< 30 Euro/Monat) buchen kann. Leider scheint das noch eine Weile zu dauern.

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Natürlich hochauflösend – oder doch nicht?

Hätte man mich vor einiger Zeit gefragt, ob hochauflösende Filme (z.B. via BluRay) den “normalen” Filmen (z.B. DVD) überlegen sind, hätte ich geantwortet: Natürlich! Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Ich habe seit etwas mehr als einem Jahr einen Full-HD-LCD-Fernseher und hatte eine ganze Zeit lang nur analoge Zuspielgeräte, die “nur” PAL-Auflösung lieferten. Wenn dann mal jemand nach HD fragte konnte ich immerhin einen Rechner anschließen und ein paar Kinotrailer in Full-HD, z.B. von Apple, zeigen. Ich kann mich lebendig daran erinnern wie ungläubig ich dann Aussagen wie “Ich sehe da keinen Unterschied” oder “Viel besser siehts jetzt nicht aus” zur Kenntnis nahm, denn für mich lagen subjektiv Welten zwischen den Bildqualitäten von PAL- und Full-HD-Material. Mittlerweile kann ich solche Aussagen nachvollziehen. Ist das HD-Filmerlebnis also nur eine große Mogelpackung?

Diese Frage lässt sich nicht so ohne weiteres mit Ja oder Nein beantworten. Um wirklich volle HD-Bilder (1920 x 1080 Pixel, Vollbild, auch 1080p genannt) sehen zu können, braucht man einiges an Ausrüstung: einen Fernseher oder Beamer der eine native Auflösung von mindestens 1920×1080 hat und bei dem man evtl. verzerrende Umrechnungsroutinen, z.B. Overscan, abschalten kann. Darüber hinaus braucht man eine 1080p-Quelle, die echte HD-Bilder liefert. Gibt es auch unechte? Es gibt z.B. sog. Upscale-Player, die normale DVDs auf 1080p umrechnen und dies meist besser können als der jeweilige Fernseher. Solche Geräte liefern zwar ein 1080p-Signal, aber nur aus Umrechnung von normalem PAL-Material. Dies bezeichne ich mal als “unechtes” HD. Als Zuspieler kommen also HD-Fernsehprogramme via Receiver, BluRay und HD-DVD in Frage. Ersteren spreche ich die Existenz ab und letztere haben den Formatkrieg gegen zweitere verloren, weshalb es es mittlerweile an Geräten und Discs mangelt. Bleiben also für den Filmenthusiasten nur BluRays. Für die braucht man einen entsprechenden Player (z.B. standalone oder Playstation 3), den man auf jeden Fall per HDMI anschließen muss. Das ist das Minimum an Geräten, die für eine Full-HD-Wiedergabe nötig sind.

Sehen Filme auf BluRay nun besser aus als auf normaler DVD? Meine Meinung: it depends. Bildqualität ist nicht nur eine Frage der Auflösung sondern auch der Kodierung. An den zu anfangs erwähnten Trailern kann man dies besonders gut sehen, denn da sich niemand etliche hundert MB für einen Trailer herunterladen möchte, ist die Komprimierung entsprechend hoch, was sich u.a. in Detailverlusten und dem Zusammenfließen von Farbverläufen bemerkbar macht. Und Kodierung ist hier wirklich das Stichwort.

Tim hatte vor einiger Zeit einen Link zu HD-Compare gesetzt. Auf dieser Seite kann sich jeder einen Eindruck vom Unterschied zwischen HD und SD machen, indem er Einzelbilder aus Filmen vergleicht. Als besonders krasse Beispiele möchte ich hier mal auf Fluch der Karibik und 300 hinweisen. Während man bei ersterem einen Unterschied wie Tag und Nacht in der Bildqualität sieht, muss man sich bei 300 schon fragen, ob es überhaupt einen Unterschied gibt oder nur das Rauschen auf den Bildern anders verteilt ist. Das deckt sich mit meinen persönlichen Erfahrungen: es hängt stark vom Bildmaterial an sich ab, wie gut das Bild nachher wird, HD oder SD. Beispiel: die DVDs von Star Wars Episode 1-3 sind von der Bildqualität her so hochwertig, dass man unter Verwendung eines ordentlichen Upscale-Players kein hochauflösendes Material mehr braucht (gut, es gibt in diesem Fall auch noch keins), während man sich z.B. bei The State Within doch fragen muss, warum manche Personen nur im Stehen einen Bart haben, dieser beim Gehen aber durch die Kompression mehr oder weniger verschluckt wird. Bei HD-Material ist das nicht ganz so extrem, die meisten Filme sind sehr gut von der Bildqualität her, aber wenn der Originalfilm schon stark rauscht (ich bin mal auf Battlestar Galactica HD gespannt…) rettet HD da auch nichts mehr. Normale Filmaufnahmen, z.B. von einer Videokamera hingegen wirken in HD deutlich lebendiger und natürlicher als in SD, man nehme als Referenz mal das Making-Of auf der Indiana Jones 4 BluRay.

Basierend auf diesen Erfahrungen kann ich verstehen, dass viele Leute dem Thema HD reserviert gegenüber stehen, selbst wenn sie schon Filme in HD gesehen haben. Und ich kann auch verstehen, dass man die Investition scheut, wenn man kein Filmenthusiast ist.

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