Tag-Archive: musik

Musiktheorie – oder wie mir die Schule vermieste, was ich jetzt bräuchte

Das hier machte ich für gewöhnlich eher selten und dann meist auch nicht so ausführlich. Aber ich erzähle aus gegebenem Anlass mal einen kleinen Schwank aus meinem Leben.

Ich nehme jetzt seit etwas über einem Jahr Gitarrenunterricht und es sind Fortschritte erkennbar. Ich investiere in mein Training leider nicht so viel Zeit wie ich gerne würde, daher dauert eben alles etwas länger. Ich kann immer noch keine Noten lesen, und das obwohl ich neben dem Gitarrenunterricht vor etlichen Jahren auch ein Abitur gemacht habe und Musik auch eines meiner Fächer war (allerdings nicht im Abitur). Wer in erster Linie Gitarre im Bereich Rock- und Metal spielt, der kommt auch gut ohne Notenlesen aus, Tabulatur ist völlig ausreichend. Auch alles andere, was der Musiktheorie entspringt ist anfangs irrelevant: Welche Tonart hat eine Passage oder ein Lied? Irrelevant, die ändert nichts an den Griffen, die ich lernen muss. Warum sind die Saiten einer Gitarre immer 5 Halbtonschritte auseinander (OK, mit einer Ausnahme)? Na logisch, damit ich die Powerchords leichter greifen kann. Ignoranz, würden die einen sagen. Ich sage: Ergebnis einer gescheiterten musikalischen Erziehung.

Ich kann mich nur dunkel an meine musikalischen Anfänge erinnern. Ich weiß, dass meine Schwester schon früh ein Keyboard bekam, auf dem wir dann herumgeklimpert haben. Dabei blieb es dann auch, denn keiner von uns entwickelte den Antrieb, Keyboard oder gar Klavier lernen zu wollen und unsere Eltern hatten auch keine Pläne für uns in dieser Richtung. Eine weitere Erinnerung stammt aus der Grundschule, als ich als Erstklässler der Verbschiedung der damaligen 4. Klasse beiwohnte, und ich tief beeindruckt war, als die Klasse gemeinsam ein Lied zu Gitarrenbegleitung sang. Auch wenn ich damals noch nicht wusste, dass die Gitarrenspielfähigkeiten der meisten Grundschullehrer nicht über die „Schrammelgitarre“ (wer sich dadurch beleidigt fühlt, ersetze in Gedanken bitte Schrammelgitarre durch Lagerfeuergitarre) hinausgeht, verspürte ich dennoch keinerlei Ambitionen einer musikalischen Betätigung. In den folgenden Jahren nahm ich, wie halb Deutschland, an der musikalischen Früherziehung teil. Ich konnte mich gerade so noch um die obligatorische Blockflöte herumdrücken (die dann meine Schwester bekam) und landete beim pentatonischen Glockenspiel – dem geneigten Leser besser bekannt als Xylophon. Rückblickend konnte ich mich auch hierfür nicht begeistern, ich spielte Glockenspiel nach Liedern, die mich nicht interessierten und malte Noten in mein Heft, die ich nicht verstand. Das ganze war eher eine lästige Pflicht, die mir außerhalb der Schule Zeit zum Spielen raubte.

Die Dinge wurden auf dem Gymnasium nicht besser. Recht schnell stellte sich heraus, dass nahezu jeder ein besseres Gesangstalent war als ich und auch mein Glockenspiel keine Zukunft hatte. Ich fiel daher in die Mittelmäßigkeit eines Musikignoranten zurück, nicht zuletzt auch dadurch bedingt, dass rückblickend den Eindruck habe, meine Eltern hörten eigentlich kaum aktuelle Musik. Vor allem mein Vater fühlte sich in erster Linie Mozart, Beethoven, Bach, Chopin u.a. verbunden. So wurden in den 80ern nicht etwa AC/DC, Helloween oder Iron Maiden meine Begleiter, sondern Freddy Quinn und Baldur Seifert. Nur um das klar zu stellen: ich habe hier nicht die Absicht Vorwürfe zu erheben und vermutlich stimmen meine Aussagen so auch gar nicht, denn ich muss mich auf meine verschwommenen und selektiven Erinnerungen meiner frühen Jugend verlassen. Wer als berühmter Politiker oder Star eine Biografie schreibt, und sich angeblich noch glasklar an die Erlebnisse, die er mit 7 Jahre hatte, erinnert, der lügt – oder zumindest malt er seine eigentlich schlechte Erinnerung zu einer optimierten Version aus. Wer ein besonders krasses Beispiel dafür sehen will, der lese mal die Biografie von Bill Clinton. Erst auf etwa der Hälfte dieses über 1000 Seiten starken Buches erreicht Bill Clinton das Alter von 18 Jahren…aber ich schweife ab.

Da ich also nicht singen konnte und auch kein Instrument spielte, schien mir der Musikunterrich nicht sonderlich attraktiv, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich dort nicht zum oberen Leistungsdrittel gehörte und sich ein wenig Resignation breitmachte, so dass ich dort eher meine Zeit absaß als wirklich etwas zu lernen. Lediglich die mit zunehmendem Schuljahr weniger werdenden gemeinsamen Gesangseinlage gefielen mir. Ich erinnere mich nur noch an wenige Dinge aus dieser Zeit, ich weiß noch dass ein kleines c auf der ersten Hilfslinie unterhalb der Notenlinien steht und dass es etwas gibt, dass man den Quintenzirkel nennt. Er soll wohl recht praktisch sein, ich erinnere mich aber nur daran, dass ich ihn in Form eines Spickzettels bei einem Musiktest dabei hatte und prompt erwischt wurde.

Als dann der Lehrer wechselte und ich eine Lehrerin bekam, gab auch dies keinen Anlass zur Freude, denn schnell war klar, dass es bei ihr Lieblingsschüler und den Rest gab. Während die ohnehin schon musikalisch Begabten noch weiter gefördert wurden, gehörte ich zum Rest und die ungleiche Behandlung trug auch nicht zu meiner Freude an der Musik bei. Fachlich kamen einige neue Disziplinen wie etwa Gehörbildung oder Rhythmus hinzu, in denen ich auch keine Leuchte war: „X, was hörst Du in dieser Aufnahme?“ „Ich höre Violinen, Bratschen, Waldhörner, eine Querflöte und im Hintergrund einige Oboen.“ Ich hörte nur Streicher und Bläser, wenn überhaupt.

Meine Begeisterung für Musik begann erst in den frühen 90ern, als mir Mitschüler damals eher zufällig CDs von Sodom und Manowar mitgaben, und ich mir das schwarze Album von Metallica kaufte. Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass ich damals, als das Album aktuell war, es nicht gekauft habe, weil mir Metallica so gut gefiel, sondern – und es ist mir inzwischen nicht mehr peinlich das zuzugeben – um mich in der Klasse beliebter zu machen. Meine CD entwickelte sich dann auch rasch zum begehrten Ausleih- oder Tauschobjekt und wurde etliche Male auf Kassette überspielt, weil der CD-Brenner und MP3 noch nicht erfunden waren. Mit der Zeit entwickelte ich Gefallen an Hetfields Gesang und Hammets Gitarrenspiel und auch die „Non-Poser“ von Manowar gehörten schnell zu meinen Lieblingskünstlern (ganz im Gegensatz zu Sodom, die mir überhaupt nicht gefielen).

In der Schule kam sowas nur bedingt gut an: in der „Stellt Euren Lieblingskünstler vor“-Stunde im Musikunterricht wurde meine Vorführung von Creeping Death durch ein „ich glaube, wir haben genug gehört“ vorzeitig beendet, da die Lehrerin zwar weder die Band noch die dem Lied zu grunde liegende biblische Geschichte kannte, wohl aber schnell zur Erkenntnis kam, dass dies eine Verschwendung der Unterrichtszeit darstellte. Auch die Gruppe, die Manowar vorstellen wollte, kam nicht weit und musste sich stattdessen Fragen nach der „political correctness“ und der ausufernden Verantwortungslosigkeit der Texte anhören. „Ich verstehe nicht, was dieser Text soll. Worum gehts es in Wheels of Fire? Hier wird doch rücksichtsloses Rasen mit dem Motorrad verherrlicht.“ Im Kunstunterricht wurden die Kataloge von EMP einkassiert und der Kunstlehrer kündigte einen Elternabend an, weil er dem zunehmendem Einfluss des Satanismus auf die Schüler die Stirn bieten müsse. Auch meinem Religionslehrer war nicht zu vermitteln, dass AC/DC mitnichten „Anti Christ/Death to Christ“ bedeutet und die Band dies auch weder besingt noch danach handelt.

Fazit des ganzen: ich entwickelte etwa im Alter von 13 bis 16 einen Musikgeschmack, der damals aneckte, mit dem ich aber zufrieden war. Ich muss hier ausdrücklich mal meine Eltern loben, die meinen Geschmack eben auch als den meinen anerkannt haben, ein Erlebnis, das ihnen vermutlich half, als meine Schwester Fan der Kelly Family wurde. Hätte mir damals jemand das Prinzip der E-Gitarre erklärt und mir eine in die Hand gedrückt, könnte ich heute der zweite Eric Johnson sein. Dies geschah aber nicht und ich selber habe damals niemals an sowas gedacht – zumal Gitarren auch nicht wirklich zu den häufig im Musikunterricht gezeigten Instrumenten gehörten. In der Oberstufe wäre ich dann mit meiner ignoranten Haltung notenmäßig fast auf die Schnauze geflogen, konnte die Note aber retten und wählte danach Musik ab.

Auch in den darauf folgenden Jahren blieb ich nur passiver Konsument von Musik, auch wenn mein Geschmack sich mit der Zeit wandelte und präziser wurde. Die musikalische Grundausbildung von damals habe ich fast komplett vergessen. Wissen, dass ich inzwischen wieder brauche, denn es mag eine zeitlang ausreichen, zu wissen, was in der Tabulatur steht. Aber irgendwann möchte man auch wissen, warum es genau so da steht und was sich der Komponist wohl dabei gedacht hat.

Dem Universum sei Dank ist der alte Spruch „Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr“ unzutreffend. Hans braucht nur länger dazu als er als Hänschen dazu gebraucht hätte.

Meine Top 5-Programme für Google Android

Bodo hatte vor einiger Zeit einen Artikel über seine liebsten iPhone-Anwendungen, in dem er anregte, ich solle doch auch mal so eine Liste aufstellen, halt nur nicht fürs iPhone sondern für mein Android Handy. Damals war mein Handy noch zu neu, um mir da schon ein Bild zu machen, inzwischen kann ich zu dem Thema aber was sagen. Ich habe diese Liste für mein HTC Hero erstellt, das bereits mit einigen Zusatzanwendungen daherkommt, die die Basisfunktionalität angenehm erweitern. Es kann also sein, dass in meiner Liste Anwendungen fehlen, die ein Samsung Galaxy-Besitzer dringend empfehlen würde. Aber nun zur Liste:

TasKiller

Wie viele Android-Handys hat auch das HTC Hero einen Ticken zu wenig Arbeitsspeicher. Hinzukommt das Aufräumverhalten von Android selber, das sehr der Garbage Collection von Java ähnelt. So kann einem dann in bestimmten Situationen mal der Speicher ausgehen und alles wird unerträglich langsam. Hier hilft TasKiller, eines von zahlreichen Programmen im Market zum zwangsweisen Beenden von Anwendungen. Ein Klick und schon ist die bereits vor zig Minuten geschlossene Anwendung auch wirklich weg. Hoffen wir mal, das die nächsten Android-Generationen dieses Tool nicht mehr brauchen.

Google Sky Map

Augmented Reality ist für Android-Telefone ein großes Thema und dank der Hardwareausstattung auch kein Problem mehr. Das HTC Hero verfügt über A-GPS, einen zusätzlichen digitalen Kompass, Beschleunigungs- und Neigungssensoren sowie eine Kamera. Damit lassen sich einige nette Anwendungen umsetzen, meine Lieblingsanwendung davon ist Google Sky Map. Einfach starten und das Telefon in den Himmel halten und schon zeigt Google Sky Map genau die Sternenkonstellationen, die dort zu sehen sind (oder wären). Bewegt man das Handy dann umher kann man durch den Himmel „scrollen“. Namen von Sternen, Planeten sowie Sternbildern werden auch gleich noch angezeigt. Sehr nett.

Um sie nicht gesondert aufführen zu müssen, verweise ich auch gleich noch an meine beiden „erdlichen“ Favoriten im Bereich Augmented Reality, nämlich Layar und Wikitude, die aber leider beide Schwächen im Content haben.

Simple last.fm Scrobbler

Der Name ist Programm. Der Simple last.fm Scrobbler läuft immer mit dem Musikplayer zusammen im Hintergrund protokolliert mit, welche Musik man auf dem Handy hört und scrobbelt diese Infos zu last.fm. Ist man gerade mal nicht online, merkt sich die Software die Titel und verschickt sie, sobald wieder Internet zur Verfügung steht. Seit dem letzten Update stürzt der Scrobbler auch nicht mehr ab, wenn man die SD-Karte des Telefons abmeldet.

DroidDice

Für Rollenspieler ist das Tool ein Muss. DroidDice simuliert verschiedene Würfel, mit denen man auf Knopfdruck oder durch Schütteln des Telefons würfeln kann. Man kann sich auch selber Würfelkombinationen zusammenstellen, z.B. die berühmten 3W6 oder sowas wie 2W8+5. Sehr hilfreich, wenn man mal gerade keine echten Würfel zur Hand hat.

Google Places Directory

Anwendungen, die Datenquellen wie Qype oder so anzapfen, um einem dann zu verraten, wo man in der Nähe essen gehen kann, gibt es viele, aber keine ist so umfangreich vom Datenmaterial her wie das Google Places Directory. Hier wird die gleiche Datenbank verwendet, die auch in Google Maps oder der normalen Google-Suche steckt und die Inhalte daraus werden in einfach bedienbarer Form abhängig vom gegenwärtigen Standort anzeigt.

Das waren jetzt schon 5 Programme. Ich könnte noch mehr auflisten, es gibt da noch einige nette Sachen, aber Aufgabe war ja, eine Top 5-Liste zu erstellen. In diesem Sinne: done & done.

Kein Stairway to Heaven

Erinnert sich noch jemand an den Film Wayne’s World? Darin gibt es eine Szene, in der Wayne in einen Gitarrenladen geht um seine Traumgitarre spielen zu können und gerade als er zu Stairway To Heaven ansetzen will, unterbricht ihn ein Verkäufer und deutet auf ein Schild „No Stairway to Heaven“.

Was im Film mehr als Gag und zur Vermeidung von teuren Lizenzen gedacht war, habe ich heute in echt gesehen. Ich war in einem großen westfälischen Musikgeschäft und habe auch einige Gitarren durchprobiert. An den Übungsplätzen hingen Zettel, in denen mit einem zwinkernden Auge darauf hingewiesen wurde, dass man doch bitte bestimmte Songs nicht spielen möge. Darunter war auch Stairway To Heaven, aber auch Highway To Hell (AC/DC), Sweet Child o‘ Mine (Guns’n’Roses), Seven Nation Army (White Stripes) Smoke On The Water (Deep Purple) sowie alles von Metallica. Irgendwie kann ich es verstehen, wenn ich da arbeiten würde und täglich von dutzenden mehr oder weniger gut spielenden Kunden mit den populärsten Rocksongs gequält würde, würde ich auch so ein Schild aufhängen. In diesem Sinne: Egbebg Ebgebg…

Shadow SH-680 Pickup einbauen – und mehr

In letzter Zeit verbringe ich etliche Abende damit, E-Gitarre spielen zu lernen und seid ich Unterricht nehme, zeigen sich auch erste Erfolge. Da ich nebenberuflich ja auch noch Technik-Nerd bin, weiß ich momentan leider mehr über die Technik einer E-Gitarre als übers Spielen, was sich aber hoffentlich bald ändert. In der Zwischenzeit habe ich mein mir angeeignetes Gitarrenwissen mal in Form einiger statischer Seiten auf meiner Homepage hinterlegt. Momentan gibt es nur zwei verschiedene Seiten, aber es werden vermutlich mehr dazu kommen. Ich verweise derzeit aber mal auf:

Sollte ich mich irgendwann mal dazu durchringen, einen EMG-81 oder einen EMG Afterburner einzubauen oder mir gleich eine neue Gitarre zu kaufen, erweitere ich die Seiten vermutlich.

Der Klang macht die (E-Gitarren)-Musik

Nachdem ich mir Metal Rhythm Guitar Volume 1 zugelegt habe, verbessern sich meine Fähigkeiten im Bereich Metal ein wenig. Selbst wenn man eine Tabulatur besitzt und sie auch halbwegs spielen kann, klingt es meist trotzdem bescheiden. Einiges kann der Modeler noch rausreißen (ich liebe dieses Teil), die Klangfarbe kann man mit den Bässen/Mitten/Höhen-Reglern noch anpassen. Das klingt dann nicht mehr ganz so schlimm, aber bei weitem nicht gut. Warum ist das so?
Erste Antwort nach Lesen einiger Seiten in dem Buch: es gibt ne Menge Tricks und ich beherrsche keinen davon. Zeit was zu lernen. Man nehme folgenden Riff:

Get the Flash Player to see this content.

Der Riff, offen gespielt

Der ist zwar metalmäßig verzerrt, hat aber ein Problem (außer meiner Unfähigkeit sauber und im Takt zu spielen): er schrammelt fies. Die Lösung des Problems lautet: Palm Muting. Wenn man die Schlaghand (bei den meisten ist das die rechte) mit dem Handballen auf die Stelle der Brücke legt, über die die Saiten laufen und die Hand dann zum Anschlagen nach links neigt, erhält man einen dämpfenden Effekt. Auf dem äußerten Ende der Seiten ruht jetzt der Handballen und dämpft dadurch die Saiten ab. Dann klingt die Sache beim Spielen schon etwas anders:

Get the Flash Player to see this content.

Der Riff, mit leichtem Palm Muting gespielt

Ohne Verzerrung geht hier natürlich gar nichts. Das ganze mit einem cleanen Sound gespielt klingt ziemlich erbärmlich, somit ist Verzerrung Pflicht. Je stärker die Verzerrung, umso weniger fällt der dumpfe, abgedämpfte Klang an sich auf, lediglich das schnelle Ausklingen bleibt. Durch die Verzerrung kann man es mit dem Palm Muting auch ruhig etwas übertreiben, je nachdem, wie es gefällt:

Get the Flash Player to see this content.

Der Riff, mit starkem Palm Muting gespielt