Beiträge getagged mit playstation 3
Natürlich hochauflösend – oder doch nicht?
Verfasst von Hendrik Busch unter Computer & Technik, Unterhaltung am 13. Januar 2009
Hätte man mich vor einiger Zeit gefragt, ob hochauflösende Filme (z.B. via BluRay) den “normalen” Filmen (z.B. DVD) überlegen sind, hätte ich geantwortet: Natürlich! Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Ich habe seit etwas mehr als einem Jahr einen Full-HD-LCD-Fernseher und hatte eine ganze Zeit lang nur analoge Zuspielgeräte, die “nur” PAL-Auflösung lieferten. Wenn dann mal jemand nach HD fragte konnte ich immerhin einen Rechner anschließen und ein paar Kinotrailer in Full-HD, z.B. von Apple, zeigen. Ich kann mich lebendig daran erinnern wie ungläubig ich dann Aussagen wie “Ich sehe da keinen Unterschied” oder “Viel besser siehts jetzt nicht aus” zur Kenntnis nahm, denn für mich lagen subjektiv Welten zwischen den Bildqualitäten von PAL- und Full-HD-Material. Mittlerweile kann ich solche Aussagen nachvollziehen. Ist das HD-Filmerlebnis also nur eine große Mogelpackung?
Diese Frage lässt sich nicht so ohne weiteres mit Ja oder Nein beantworten. Um wirklich volle HD-Bilder (1920 x 1080 Pixel, Vollbild, auch 1080p genannt) sehen zu können, braucht man einiges an Ausrüstung: einen Fernseher oder Beamer der eine native Auflösung von mindestens 1920×1080 hat und bei dem man evtl. verzerrende Umrechnungsroutinen, z.B. Overscan, abschalten kann. Darüber hinaus braucht man eine 1080p-Quelle, die echte HD-Bilder liefert. Gibt es auch unechte? Es gibt z.B. sog. Upscale-Player, die normale DVDs auf 1080p umrechnen und dies meist besser können als der jeweilige Fernseher. Solche Geräte liefern zwar ein 1080p-Signal, aber nur aus Umrechnung von normalem PAL-Material. Dies bezeichne ich mal als “unechtes” HD. Als Zuspieler kommen also HD-Fernsehprogramme via Receiver, BluRay und HD-DVD in Frage. Ersteren spreche ich die Existenz ab und letztere haben den Formatkrieg gegen zweitere verloren, weshalb es es mittlerweile an Geräten und Discs mangelt. Bleiben also für den Filmenthusiasten nur BluRays. Für die braucht man einen entsprechenden Player (z.B. standalone oder Playstation 3), den man auf jeden Fall per HDMI anschließen muss. Das ist das Minimum an Geräten, die für eine Full-HD-Wiedergabe nötig sind.
Sehen Filme auf BluRay nun besser aus als auf normaler DVD? Meine Meinung: it depends. Bildqualität ist nicht nur eine Frage der Auflösung sondern auch der Kodierung. An den zu anfangs erwähnten Trailern kann man dies besonders gut sehen, denn da sich niemand etliche hundert MB für einen Trailer herunterladen möchte, ist die Komprimierung entsprechend hoch, was sich u.a. in Detailverlusten und dem Zusammenfließen von Farbverläufen bemerkbar macht. Und Kodierung ist hier wirklich das Stichwort.
Tim hatte vor einiger Zeit einen Link zu HD-Compare gesetzt. Auf dieser Seite kann sich jeder einen Eindruck vom Unterschied zwischen HD und SD machen, indem er Einzelbilder aus Filmen vergleicht. Als besonders krasse Beispiele möchte ich hier mal auf Fluch der Karibik und 300 hinweisen. Während man bei ersterem einen Unterschied wie Tag und Nacht in der Bildqualität sieht, muss man sich bei 300 schon fragen, ob es überhaupt einen Unterschied gibt oder nur das Rauschen auf den Bildern anders verteilt ist. Das deckt sich mit meinen persönlichen Erfahrungen: es hängt stark vom Bildmaterial an sich ab, wie gut das Bild nachher wird, HD oder SD. Beispiel: die DVDs von Star Wars Episode 1-3 sind von der Bildqualität her so hochwertig, dass man unter Verwendung eines ordentlichen Upscale-Players kein hochauflösendes Material mehr braucht (gut, es gibt in diesem Fall auch noch keins), während man sich z.B. bei The State Within doch fragen muss, warum manche Personen nur im Stehen einen Bart haben, dieser beim Gehen aber durch die Kompression mehr oder weniger verschluckt wird. Bei HD-Material ist das nicht ganz so extrem, die meisten Filme sind sehr gut von der Bildqualität her, aber wenn der Originalfilm schon stark rauscht (ich bin mal auf Battlestar Galactica HD gespannt…) rettet HD da auch nichts mehr. Normale Filmaufnahmen, z.B. von einer Videokamera hingegen wirken in HD deutlich lebendiger und natürlicher als in SD, man nehme als Referenz mal das Making-Of auf der Indiana Jones 4 BluRay.
Basierend auf diesen Erfahrungen kann ich verstehen, dass viele Leute dem Thema HD reserviert gegenüber stehen, selbst wenn sie schon Filme in HD gesehen haben. Und ich kann auch verstehen, dass man die Investition scheut, wenn man kein Filmenthusiast ist.
PC und PS3 – Zwei Kulturen
Verfasst von Hendrik Busch unter Computer & Technik, Gaming am 9. Dezember 2008
Seit dem Wochenende besitze ich neben einem spieletauglichen PC auch eine Playstation 3. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Kulturen beider Systeme so sind.
Die Playstation ist natürlich ein geschlossenes System, es gibt ein festes Betriebsystem und Sony achtet als Hersteller darauf, dass nur lizensierte Software darauf läuft. Das hat seine Vorteile: die Software läuft in jedem Fall und es lassen sich alle Spiele bequem zentral aktualisieren, falls mal Patches verfügbar sein sollten. Das hat natürlich auch potentielle Nachteile, die ich bei einer Spielekonsole aber verschmerzen kann.
Gesteuert wird die PS3 über ein Menüsystem namens XMB, dem Cross Media Bar, dass sich angenehm bedienen lässt, alle Steuerungs- und Einstellungsmöglichkeiten sind leicht erreichbar. Und davon gibt es genügend. Unterm Strich habe ich den Eindruck, dass die PS3 in ihrer Funktion als Blu-Ray-Player leichter konfigurierbar ist, als mein normaler DVD-Player. Lediglich die Bedienung während der Wiedergabe ist mit dem Sixaxis-Controller etwas umständlich – aber hierfür bietet Sony eine “filmgefälligere” Fernbedienung an.
Hier sind wir direkt bei der nächsten Besonderheit: die PS3 ist komplett drahtlos (mal abgesehen von Strom, HDMI und vielleicht optischem Audio), sie unterstützt Wireless LAN und die eigentlicher Controller werden alle per Bluetooth angebunden. Das ist sehr angenehm, da man sich nicht mehr um eine direkte Sichtlinie bemühen muss. Legacy-Controller wie z.B. die Singstar-Mikrofone aber auch Tastaturen oder externe Festplatten werden per USB angeschlossen. Ein paar mehr Ports als zwei hätten es aber schon sein können. Denn es gibt noch “Mischcontroller”, die zwar drahtlos sind, aber kein Bluetooth sprechen sondern proprietäre Funkhardware nutzen, die dann doch wieder per USB angeschlossen werden muss. Ein Beispiel ist hier z.B. die komplette Controllerpalette für Guitar Hero. Mit zwei Gitarren, dem Drumkit und dem Mikrofon bräuchte man 4 USB-Steckplätze. Immerhin hat einer der Adapter einen zusätzlichen Zwei-Port-Hub, sonst bekäme man die gar nicht alle unter. Unterm Strich würde ich mir Onboard-Bluetooth auch für jeden PC wünschen, denn was bei Notebooks schon Standard ist, ist bei Desktop-PCs eher die Ausnahme.
Ein negatives Kapitel bei der PS3 ist die Preisgestaltung. Die Konsole selber ist schon die teuerste am Markt (im Vergleich zu XBox und Wii), diese Kosten sind aber erträglich, wenn man überlegt, dass man auch noch einen Blu-Ray-Player dazu, der regelmäßig mit neuer Software versorgt wird (das ist nicht selbstverständlich – mich würde interessieren, wieviele Player schon im Umlauf sind, die gar nicht mehr alle Blu-Rays spielen können). Für einen solchen Player müsste man alleine schon 200 Euro hinlegen, von da her ist das Preis-/Leistungsverhältnis trotzdem gut.
Ungemütlicher wirds da schon beim Zubehör. Ein Sixaxis/Dualshock 3-Controller wird mitgeliefert, ein weiterer schlüge mit happigen 60 Euro zu Buche. Die Blu-Ray-Fernbedienung ist für 30 Euro zu haben, eine EyeToy genannte Webcam ist für etwa 40 Euro zu haben.
Der absolute Hammer für mich als PC-Nutzer ist aber der Preis für die einzelnen Spiele. Aktuelle Spiele wie z.B. Mirror’s Edge stehen bei einschlägigen Elektronikmärkten für bis zu 70 Euro im Regal, online sind sie etwa 10 Euro günstiger zu bekommen. Die PC-Äquivalente, so denn verfügbar, kosten meist 15 bis 20 Euro weniger. Ich führe dies mal darauf zurück, dass alle Spiele durch Sony lizensiert werden müssen und der Aufwand, sein Spiel für PS3 zu veröffentlichen höher ist (z.B. Blu-Ray als Medium anstelle von DVD). Aufgrund des vergleichsweise geringen Alters der Playstation 3 und der immer noch gegeben Verfügbarkeit der Playstation 2 gibt es wenig bis gar keine “Low-Budget-Titel” und selbst die kosten immer noch ca. 25 Euro (zum Vergleich: ältere PC-Titel kosten meist 10 bis 15 Euro).
Dann wäre da noch das Playstation-Netzwerk PSN, die Community-Plattform der Playstation, ohne die heutzutage keine Konsole mehr auskommt. Ähnlich wie mit der Steam-Plattform für den PC, lassen sich damit Videos und Demos aber auch ganze Spiele herunterladen bzw. erwerben. Für Spiele, die man bereits besitzt, lassen sich Zusatzinhalte erwerben, z.B. zusätzliche Songs für Guitar Hero. Die Preise variieren, sind aber üblicherweise recht happig (Beispiel: Einzelne Songs für GHWT kosten ca. 2 Euro, das einzige bisher verfügbare Album, Death Magnetic von Metallica, kostet 18 Euro, mehr als die CD im Handel kostet).
Soweit zu den positiven Seiten des PSN. Passend zur heutigen Zeit ist die Playstation und auch das PSN eine riesige Datenkrake. Die Playstation an sich protokolliert schon, wann sie eingeschaltet wurde, wie lange sie an war und was damit so gemacht wurde. Mit dem PSN-Konto können diese Informationen dann bequem mit den persönlichen Daten verknüpft werden. Insgesamt enthalten die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien die Klauseln, die heute schon weit verbreitet sind (eigentlich erschreckend):
- es wird Software verwendet, um die Ausführung “unautorisierter Software” (sprich Raubkopien und Grau- bzw. Parallelimporte) zu unterbinden (EULA, Abschnitt 3)
- die exklusiven Verwertungsrechte für durch den Benutzer online gestellte Materialien liegt bei Sony und der Benutzer geht dabei leer aus (PSN EULA, Abschnitt 10)
- bei der Anmeldung ans PSN werden Hardwareinformationen, Nutzerinformation und Nutzungsinformationen übertragen (PSN Datenschutzrichtlinie, Abschnitt 3)
- Der Zugriff auf die Daten wird zahlreichen Unternehmen ermöglicht, mit denen Sony Beziehungen unterhält (das ist insofern prekär, da auch Ingame-Werbeunternehmen zu diesen Firmen gehören) (PSN Datenschutzrichtlinie, Abschnitte 4 & 5)
- Es wird Ingame-Werbung verwendet (in ausgewählten Spielen) und entsprechend ausgewertet (PSN Datenschutzrichtlinie, Abschnitt 7)
- Die komplette Kommunikation über PSN kann aufgezeichnet werden (PSN Datenschutzrichtlinie, Abschnitt
Aber solche Klauseln ist man ja auch schon von Google Chrome oder anderen Produkten gewohnt. Aber was will man machen? Den Dienst nicht nutzen ist auch keine wirklich gute Lösung. Also ist man mal wieder in dem Datenschutz-kontra-Dienstleistung-Dilemma.
Zum Schluß noch was interessantes: aus dem Handbuch habe ich gelernt, dass man die WLAN-Funktionalität in einem Umkreis von 20 Kilometern um das Stadtzentrum von Ny-Ålesund (Norwegen) nicht verwendet werden darf. Warum? Der englische Wikipedia-Artikel gibt Aufschluss: die haben eine riesige Antenne für Very Long Baseline Interferometry, die von WLAN-Geräten gestört würde.









