Beiträge getagged mit politik
Wahlkampf multimedial
Verfasst von Hendrik Busch unter Wahl 2008 am 4. März 2008
Dass in den USA TV-Debatten zum Handwerkszeug eines Wahlkämpfers gehören und sich Horden von Wahlkampfhelfern recht schnell (und notfalls mit Geld) mobilisieren lassen, ist auch nichts wirklich neues. Mit den großen Wahlkampfspenden lässt sich auch vortrefflich Werbezeit bei den Fernsehsendern buchen, um Wahlwerbespots zu zeigen.
Ein Phänomen, dass ich in diesem Wahlkampf das erste Mal gesehen habe, sind die Musikvideos und weitere Videoclips, die einige, vornehmlich prominente Zeitgenossen, für ihre jeweiligen Kandidaten machen.
Den Anfang machen Mike Huckabee (der mittlerweile aus dem Rennen ist) und sein Unterstützer Chuck Norris in einem eher peinlichen Video, das eigentlich nur geeignet ist, die tumben Waffennarren zu motivieren: Mike Huckabee & Chuck Norris.
Interessanter wurde es, als Black Eyed Peas-Mitglied will.i.am aus Teilen von Barack Obamas Reden den Ohrwurm Yes We Can komponierte. Es spielen allerlei (Semi-)Prominente mit, u.a. Scarlett Johansson: Yes We Can von will.i.am.
Das wiederum inspirierte weitere Internetkünstler, das Mittel der Satire zu verwenden und ganz ähnliche Videoclips zu erstellen, bei denen der republikanische Spitzenreiter nicht wirklich gut wegkommt: No You Can’t, No You Can’t – No Se Puede und ein Video von john.he.is. McCain ist daran nicht ganz unschuldig, sang er doch auf einer Pressekonferenz seine eigene Adaption des alten Beach Boy Songs Barbara Ann: Bomb Iran.
Und während sich Hillary Clinton und Barack Obama bei Saturday Night Live veralbern lassen müssen, bekommt Hillary Clinton Unterstützung von Jack Nicholson: Jack Nicholson Medley für Hillary Clinton.
Aber auch Obama wird bedacht, wieder von will.i.am, diesmal mit dem Song We Are The Ones. SeinYouTube-Profil ist ebenfalls sehenswert, ebenso wie die Seite, die seine Videos hostet: DipDive.
Mal gucken, was uns noch so erwartet.
Kopfschütteln: Die Mindestlohndebatte
Verfasst von Hendrik Busch unter Arbeit am 4. Dezember 2007
Bei Anne Will wurde am Sonntag über den Mindestlohn diskutiert. Bemerkenswertes Zitat von Norbert Röttgen (CDU):
 ”Es ist nicht die Aufgabe des Staates den Markt zu ersetzen in der Lohnfindung, sondern zu ergänzen dafür, dass die Menschen und die Familien das haben, was sie ergänzend zum Leben brauchen.”
Für mich übersetzt heißt das: Lass die Wirtschaft munter irgendwelche Niedrigstlöhne zahlen, der Staat ist ja in der Verantwortung, den fehlenden Teil bis zum Existenzminimum draufzulegen. Die Katze beißt sich hier aber in den Schwanz: Die Unternehmen zahlen ihren Angestellten niedrige Löhne. Dadurch kann das niedrige Preisniveau der Produkte, die trotzdem noch eine gute Gewinnmarge bringen, gehalten werden, so dass sich mehr Leute die Produkte leisten können. Die könnten nämlich keine höheren Preise bezahlen, weil sie
- von Sozialleistungen oder
- selber vom Kombilohn leben oder
- höhere Steuerbelastungen haben, weil sie den Kombilohn der anderen finanzieren müssen
Was bleibt also? Kopfschütteln. Oder Gregor Gysis (Die Linke) völlig richtige Aussage:
“Kombilohn bedeutet, die Risiken der Marktwirtschaft einfach auf den Staat zu übertragen.”
Monitor und das Phantom
Verfasst von Hendrik Busch unter Post 9/11 am 5. Oktober 2007
Ich hatte ja bereits über die Islamistische Dschihad Union berichtet und deren Existenz bezweifelt. Mittlerweile hat sich sogar das Magazin Monitor der Sache angenommen und in einem Beitrag sogar Craig Murra zu Wort kommen lassen. Wer mag, kann sich das Ganze bei Youtube ansehen, dort ist die Qualität etwas besser als beim Web-TV des WDR.
Übrigens: Jemand hat das Blog von Craig Murray anscheinend gespiegelt und unter http://www.craigmurray.org.uk/ neu errichtet. Ob Craig Murray dieses Blog auch wirklich nutzt, sei allerdings mal dahin gestellt.
Craig Murray schweigt (zwangsweise)
Verfasst von Hendrik Busch unter Post 9/11 am 24. September 2007
Es ist erschreckend, was alles so passiert. Ich hatte vor ein paar Tagen ja bereits Craig Murray zum Thema “Islamistische Dschihad Union” angeführt. Dabei kam die Sprache auch auf den Gazprom-Deal, den Gerhard Schröder zusammen mit dem Milliardär Alischer Usmanow eingefädelt hatte (Stichwort Gaspipeline).
Craig Murray hatte in diesem Zusammenhang recht harsche Worte über Usmanows Vergangenheit gefunden. Er sagte recht unverblümt, dass Usmanow seine kriminelle Vergangenheit mittlerweile mit massivem Einsatz von Geld und Anwälten umschreiben und vertuschen will. Der Beitrag war recht schnell von Murrays Seite verschwunden, sein Webmaster bekam kalte Füße nachdem Usmanows Anwälte mit den Säbeln rasselten.
Mittlerweile ist das ganze zu einer kleinen Krise geworden, der Hoster hat Murrays Webseite jetzt komplett abgeschaltet. Das stelle man sich mal vor: Auf unfundierte Behauptungen von Anwälten hin wurde ein ganzes Blog, dass eine deutlich breitete Themenauswahl hatte als nur Usmanow, abgeschaltet. Bis heute ist seine Seite offline.
Mittlerweile schlägt die Geschichte hohe Wellen im Internet und auch ich bin entsetzt darüber, was dort passiert. Immerhin gibt es mittlerweile eine Schwemme an Kopien der Beiträge und zahllose Kommentare zu dem Thema, so dass Herr Usamnow vermutlich genau das Gegenteil seines ursprünglichen Vorhabens erreicht hat. Sogar die Wikipedia-Einträge von Craig Murray und Alischer Usmanow wurden bereits entsprechend erweitert.
Flucht vor der Datenkrake
Verfasst von Hendrik Busch unter Big Brother am 18. September 2007
Nach sachlicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht ständig über mangelnden Datenschutz lästern kann, solange ich selber nicht auch auf den Schutz meiner Daten achte. Das ändert sich jetzt. Ab heute unternehme ich den Versuch, mich der “abstrakten” Datenkrake zu entziehen. Den Anfang dabei macht meine Kundenrabattkarte.
Ich weiß nicht genau, was ich mir damals dabei gedacht habe, als ich meine Payback-Karte beantragt habe. Jedenfalls hat Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, völlig recht. Über ihn und sein neues Buch gibt es einen Artikel bei Spiegel Online, der das Thema Datenschutz und Gewohnheit thematisiert. Dort heißt es:
Viele Bürger scheinen gar nicht zu wollen, dass Peter Schaar sie schützt. Sie fürchten nicht die schöne neue Welt, wie sie Aldous Huxley in seinem Roman beschrieb, sondern sie freuen sich über den schönen neuen Toaster, den sie für ihre Bonuspunkte erhalten – auch wenn der Supermarkt-Computer dank der Kundenkarte nun speichert, wann sie Kondome kaufen oder wie sich der Alkohol-Konsum entwickelt.
Verdammt! Ok, bei mir war es ein Grill und Alkohol trinke ich auch keinen, aber das Problem besteht trotzdem. Ich habe daher mal über das Kontaktformular auf der Payback-Webseite eine Kündigung ausgesprochen. Auf der Seite habe ich leider keine Informationen zum Thema Kontoauflösung gefunden. Mal gucken, was draus wird.









