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Atlanta, Tag 4

Tag 4 war der letzte Konferenztag. Ich tauschte das etwas armselige Frühstück dann doch lieber gegen einer Dreiviertelstunde mehr Schlaf und war dann pünktlich zum Vortrag von Nancy McKinstry, ihreszeichens CEO von Gesamt-Wolters Kluwer, im großen Ballsaal des Four Seasons. Nach zwei weiteren Workshops war dann – nach einer gemeinsamen Abschlusskundgebung – schon am frühen Nachmittag Schluss.

Nachmittags habe ich dann mit einigen Kollegen die World of Coca-Cola in Angriff genommen, wenn man ja schonmal in Atlanta ist, dann kann man auch das Touri-Programm machen. Eine der Fragen, die sich in amerikanischen Großstädten stellt, ist: wie kommt man da hin? Hier in Atlanta hat man die Wahl zwischen der U-Bahn, die aber nur die Nord-Süd und die Ost-West-Achse bedient, Bussen, die einen Mitteleuropäer regelmäßig vor ein Problem stellen, denn an den Haltestellen steht weder dran, welche Busse hier fahren noch wann. Wenn man also nicht vorher ein Online-Studium der Fahr- und Stadtpläne abgeschlossen hat, ist Busfahren mehr ein Glücksspiel als eine zuverlässige Art der Beförderung. Dann wäre da noch Taxi, was hier durchaus bezahlbar ist. Und dann gibt es noch das Courtesy Car. Eine interessante Einrichtung, jedes Hotel, dass was auf sich hält (also nur die teuren), bietet einen kostenlosen Chauffeurservice auf First-come-first-served-Basis an. Da zumindest ein Teil der Kollegen im Four Seasons wohnte und der Fahrer gerade frei war, wurden wir dann für lau im 7er BWM nach Downtown gebracht und vor der World of Coca-Cola abgesetzt.

Der Eintritt kostet 16 Dollar und ermöglicht einem den Besuch eines „Gehirnwäschezentrums“ in dem die Veranstalter nicht müde werden zu betonen, dass Coca-Cola Spaß macht und die Welt verbindet. Angesichts der Markenverbreitung ist das vielleicht gar nicht so falsch.

Das besondere Highlight dieser Tour ist, neben Dingen wie einem 4D-Kino und einer kleinen aber vollständigen Abfüllanlage definitv die Zone, in der man weit über 100 Coca-Cola-Getränke aus aller Welt kosten kann. Also ran an die Becher und an die Zapfhähne. Man stellt schnell fest, dass die Afrikaner es Süß mögen, in Latein-Amerika Kohlensäure nicht viele Freunde hat und dass Mezzo-Mix am US-Zapfhahn fast schmeckt wie zu Hause. Diese Einrichtung bietet jedenfalls die Möglichkeit, sich ziemlich schnell Magenschmerzen zuzufügen 😉

Im angeschlossenen Fanshop gab es allerlei interessante Dinge zu kaufen, die aber alle nicht in einen Koffer passen. Und 40 Dollar für ein Coca-Cola T-Shirt müssen auch nicht sein.

Im Anschluss gabs noch einen kleinen Spaziergang durch den Centennial Olympic Park, der viel kleiner ist, als man erwarten könnte. Insgesamt ist es aber positiv zu sehen, dass Atlanta insgesamt eine sehr grüne Stadt ist und man eigentlich immer irgendeinen Park in kurzer Zeit zu Fuß erreichen kann.

Der Tag ging dann mit einem Besuch des Hard Rock Cafes (nur Shop) und eines Steakhaus zu Ende.

Atlanta, Tag 3

Nach dem gleichen langweiligen Frühstücksbuffet ging die Konferenz mit einem Highlight weiter: IBM war als Partner geladen und hat seine neueste Spielerei gleich mitgebracht: den Super-Computer Watson, der nach einem Jahrzehnt Forschung in der Lage ist, gegen menschliche Gegner Jeopary zu spielen und dabei sogar gegen die großen Champions zu gewinnen. Eine spezielle Software namens DeepQA und 2880 Prozessoren mit 15 Terabyte RAM machen es möglich. Und Watson spielte dann auch bei uns auf der Konferenz gegen Freiwillige. Ich hatte ursprünglich auch überlegt mich zu melden, aber ich Nachhinein war ich froh, es nicht getan zu haben. Auch ohne Watson hätte ich eine schlechte Figur gemacht, denn mein englisches Wissen reicht weder aus um die Fragen ausreichend zu erfassen, noch um sie zu beantworten.
Es kam dann wie es kommen musste: Watson kann zwar nicht alle Fragen beantworten, aber die, die er beantwortet, beantwortet er richtig. Er hat dann auch alle Kandidaten (immerhin 3 Runden mit zwei Zweierteams) in Grund und Boden gespielt. Sehr beachtlich.
Der eigentliche Konferenzteil verlief eher unspektakulär, aber besonders im Bereich des Softwareprojektmanagements wurden einige neue User Groups gegründet, denen ich mich dann direkt man angeschlossen habe. Es kann nur nützlich sein, von dem Wissen der internationalen Kollegen hier zu profitieren.

Als Abendveranstaltung ging es dann ins Hauptquartier von CNN für eine Tour und Abendessen. Die Tour war mäßig, denn viel war nicht mehr los im Sender. Auch wenn Atlanta das Hauptstudio ist, wird die Senderleitung abends nach Washington D.C. transferiert und nur noch der spanische Ableger sendet weiter aus Atlanta. Allerdings ist das Gebäude von CNN wirklich beachtlich. Das Gebäude erinnert von innen an eine große Mall, im Erdgeschoss finden sich zahlreiche Geschäfte und Fastfoodläden. In dem Gebäude steht zudem noch ein nicht gerade kleines Hotel. Entfernt erinnert das ganze an das Sony Center in Berlin, allerdings ist das CNN-Gebäude deutlich älter (Mitte der 80er gebaut) und komplett geschlossen. In einem extra gesperrten Bereich klang der Abend dann mit einem Buffet zum Abendessen aus.

Und auch mein Tag ist jetzt vorbei, die Blogbeiträge sind geschrieben und es ist auch schon kurz nach 23 Uhr. In diesem Sinne.

Atlanta, Tag 2

Erstaunlicherweise hält sich mein Jetlag in Grenzen. Letzte Nacht war trotzdem fürchterlich, denn ich hatte die Wahl zwischen einer lauten Klimaanlage und fürchterlichem Schwitzen. Mit Ohrstöpseln ging es dann aber.
Das Frühstück im Four Seasons war dann aber eher enttäuschend, es gab Früchte, Oatmeal und Bagels mit zwei Sorten Cream Cheese und zwei Sorten Marmelade. Das wars. Keine Wurst, keinen Käse, keine Eier, nichts was man aus einem typischen Hotelbuffet gewohnt ist. Witziges Detail: das Hotel hat eine Art Pausengong, der die Teilnehmer daran erinnern soll, dass die Veranstaltung gleich weiter geht. Es handelt sich hierbei aber um einen manuellen Gong, eine Art Xylophon, mit dem ein Hotelmitarbeiter dann durch die Menge läuft und die typische Gongmelodie spielt.

Konferenzeindrücke

Die Konferenz an sich ist trotz des großen Ansturms von über 300 Teilnehmern extrem gut organisiert und nach der gemeinsamen Startveranstaltung verteilte sich das Teilnehmerfeld auf die einzelnen Workshops. Die, an denen ich teilgenommen habe, waren allesamt interessant, bis auf die eines externen Partners, der aus seinem Vortrag eher eine große Werbeveranstaltung gemacht hat. Schade eigentlich, denn zumindest der Titel und die Beschreibung des Kurses hatte durchaus Potential.
Ich werde vermutlich auch nie verstehen, warum hier die Klimaanlagen auf 60 Grad Fahrenheit eingestellt sind – das sind eiskalte 15 Grad Celsius. Inzwischen hats vermutlich auch die ersten Leute mit einer Erkältung erwischt.
Für den Abend waren dann sog. Bird-of-a-Feather Dinner angesetzt, Essen mit Gruppen, deren teilnehmer gleiche (beruflichen) Interessen haben. Ich hatte mich dafür usprünglich nicht angemeldet, weil ich nicht wusste, was ich davon halten sollte, aber nach dem absolut positiven ersten Konferenztag habe ich die Leute am Hospitality Desk förmlich angebettelt, mir doch noch einen Platz zu verschaffen (was sie dann auch geschafft haben). Interessantes Detail an diesem Abendessen: gleich mehrere Leute von CCH Small Firms kamen zu mir – augenscheinlich ähnele ich einem ihrer Manager sehr. Ich habe mal um ein Foto gebeten, mal sehen, was da kommt 😉 Immerhin scheint die Ähnlichkeit so frappierend zu sein, dass es einige Teilnehmer reichlich verwirrt hat.
Nach dem Abendessen bin ich dann noch in eine nahegelegenen Supermarkt gegangen – die haben hier ja lange auf. Es war interessant zu sehen, dass selbst in Downtown Atlanta (da, wo die Wolkenkratzer stehen) selbst zu später Stunde noch einiges los ist. Im Innenstadtbereich wohnen für eine amerikanische Großstadt vergleichsweise viele Leute.

TV, American Style

Der Abend ging dann im Hotelzimmer mit HD-TV zu Ende. Die meisten Sender hier sind lokale Versionen der bekannten Stationen und beschäftigt sich daher primär mit lokalen Angelegenheiten. Das sind derzeit eine Gerichtsverhandlung gegen eine Frau die ihren Säugling umgebracht haben soll, aber auch Dinge wie die Schlaglöcher in einer Bundesstraße oder der schlechte Zustand vieler Holzverandas in Atlanta. *gähn* Ich habe bisher nur einen Beitrag mit internationalen Informationen gesehen und der drehte sich kurz um die Unruhen in Griechenland und danach dann um den Angriff auf irgendeinen US-Vorposten in Afghanistan.
Das Ganze wird regelmäßig von Werbung unterbrochen, häufiger aber dafür kürzer als bei uns. Interessant sind Clips für Medikamente. Es scheint so zu sein, dass in der Werbung alle wichtigeren Nebenwirkungen genannt werden müssen. Bei Psycho-Medikamenten, also z.B. Stimmungsaufheller, kann das schonmal eine Weile dauern. Der Clip besteht dann primär aus lächelnden Personen in netten Umgebungen, die einem etwa eine Minute lang erzählen, was für schlimme Nebenwirkungen alle auf einen warten.

Atlanta, Tag 1

Endlich. Nach so vielen Jahren in Firmen mit nennenswertem US-Marktanteil komme ich auch wirklich mal in die USA. Da, wo ich herkomme, ist es jetzt fast 4 Uhr morgens. Da wo ich jetzt bin, ist es gerade mal 22 Uhr. Aber eins nach dem anderen:

Der Flug

Der Flug nach Atlanta ging um 9:20 in Düsseldorf und dank Economy Comfort-Upgrade konnte ich früher boarden und hatte auch noch einen Platz mit mehr Beinfreiheit. Auf dem Rückflug werde ich sogar noch mehr Platz haben ;-).  Die Sicherheitskontrollen in Düsseldorf waren überschaubar und wurden von nur bedingt motivierten Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdiensts durchgeführt. Ich Depp renne natürlich direkt mal mit einer halbvollen Flasche Eistee in die Kontrolle, die noch vom Vortag im Rucksack war. D’Oh.

9:50 Stunden war die angekündigte Flugzeit, geschafft haben wir es in ereignislosen 9:20. Immerhin war das Essen gut.

Einreisekontrolle

Als Europäer hört man ja immer wieder Horrorgeschichten über die Einreise in die USA. Sieht man davon ab, dass die meisten Beamten eher etwas ruppig sind, dann ist das aber alles halb so wild. Der Grenzbeamte, den ich erwischt habe, stelle mir nur drei Fragen und dann war ich drin. Witziges Detail: der Beamte war auf beiden Armen komplett tätowiert, also auch die Unterarme. Er hätte auch gut als Gangmitglied durchgehen können.

Da, wo in Deutschland alles vorbei ist und man nur noch seinen Koffer holt und dann den Flughafen verlässt, beginnt der Spaß in Atlanta aber erst. Man holt sein Gepäck geht durch den Zoll und gibt es dann zum Re-Check direkt wieder auf. Danach räumt man dann wieder seinen Laptop aus dem Rucksack, nimmt die Uhr ab und legt Gürtel und Schuhe ab und geht durch die TSA-Passagierkontrolle. Der reine Zufall hat mir den Nacktscanner erspart, ich stand einfach in der richtigen Schlange. Wenn man dann wieder vollständig bekleidet ist, fährt man zig Meilen mit der Bahn durch den Flughafen und sammelt dann ein letztes Mal sein Gepäck ein.

Ankunft in Downtown

Am Flughafen hatte die Firma schon Fahrten mit dem Shuttle-Bus reserviert. Blöd hier in Atlanta: der Flughafen ist auf 21 Grad gekühlt, dann kommt man raus und landet in 30 Grad Tropenklima (feucht, feucht, feucht) und wartet dann schwitzend darauf, dass der Van losfährt, der einem zum Hotel bringen soll. Im Van sind es dann aber eher 18 Grad, dann wieder 30 Grad auf dem Fußweg zum Hotel und dann wieder 20  Grad im Hotel. Ich gebe mein Bestes, mich nicht zu erkälten.

Das Hotel ist ganz gut, entgegen der ursprünglichen Planung wohne ich nicht im Four Seasons sondern direkt nebenan im Marriott Suites Downtown. Das ist optisch nicht ganz so luxuriös wie das Four Season, aber das Zimmer ist geräumig und sauber und vor allem gut ausgestattet.

Ich kann leider keine Bilder anbieten, das Dienst-Notebook hat zwar einen SD-Kartenleser, der funktioniert aber nicht unter Windows 7 (wie diverse Sachen, eigentlich peinlich für ein gar nicht so altes Dell).

Der Rest des Tages

Nach einem kleinen Spaziergang in der Umgebung des Hotels gings zur Welcome Reception der Konferenz, einem Meet & Greet auf der Terasse des Four Seasons. Leider kannte ich kaum einen der anwesenden Kollegen, bin aber mit Leuten aus Peking, Sydney und Budapest unterhalten. Da ich kein großer Fan von Fancy Fingerfood bin, bin ich danach noch in ein nettes Lokal um die Ecke gegangen, den Frontpage News Grill, der einen sehr schönen Biergarten hat. Draußen ist es aber selbst um die Zeit nur auszuhalten, weil der Laden große Ventilatoren draußen hatte. Interessanterweise hatten sie auch Heizpilze draußen, eine aus meiner Sicht sinnlose Investition hier in Atlanta.

So, genug geschrieben. Bis morgen!

Schon wieder Berlin, diesmal gutes Wetter

Am vergangenen Donnerstag (19.4.) ging es wieder auf Dienstreise nach Berlin. Diesmal hatten wir einen Termin, der erst mittags anfing, ich konnte also „ausschlafen“, der Zug ging erst um 8:34 Uhr. Zu unser aller Überraschung herrschte in Berlin gutes Wetter, also zu Abwechslung mal kein schwerer Orkan oder sintflutartiger Regen. Nach dem Termin bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau blieb uns noch etwas Zeit, die Stadt endlich mal aus der Nähe zu betrachten. Ich war jetzt schon mindestens sechs mal in Berlin – immer dienstlich – und habe bisher weder die Siegessäule noch das Brandenburger Tor aus der Nähe gesehen. Am Gendarmenmarkt war viel Polizei präsent, man erwartete die G8-Umweltminister zu einem Treffen. Ich hab mal recherchiert, da niemandem die Namen der restlichen sieben nicht-deutschen Umweltminister einfallen wollten:

Interessant ist, dass die USA nicht über ein Umweltministerium im deutschen Sinne zu verfügen scheinen, Mike Leavitt ist eher Gesundheitsminister als Umweltminister. Naja, wen wunderts.