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„Beauty and the Nerd“ – Ernsthaft?

Was muss ich da eben in der ProSieben-Vorschau sehen? Eine Kuppel-Pseudo-Reality-Show, bei der 8 Nerds zusammen mit 8 attraktiven Frauen zusammengebracht werden. Auf der Webseite dieses Unterfangens wird es mit

Männlicher Nerd trifft weibliche Schönheit. Klappt das? Die ProSieben-US-Sitcom „The Big Bang Theory“ hat es vorgemacht. Doch funktioniert das im wahren Leben?

beworben. Und es werden alle Klischees erfüllt, die man so erwarten kann, vom blonden Dummchen hin zum ungepflegten Nerd mit schiefen Zähnen. Ich ertrage viel Unsinn, aber…

…was mich hier am meisten fuchst, ist der Grundtenor der Sendung. Die findet nämlich im sonnigen Südafrika statt und von dem, was ich in der Vorschau gesehen habe, müssen sich die Nerds allerlei Aktivitäten wie Kajak fahren oder Tanzen stellen, die ihnen so überhaupt nicht liegen. Und hier liegt auch der massive Unterschied zum populären Paten wider Willen:

Natürlich ist Big Bang Theory eine Sitcom, die ihre Energie aus dem Aufeinanderprallen der Nerd-Welt mit der scheinbar normalen Welt zieht. Bei genauerem Hinsehen ist aber auch diese normale Welt in ihrer eigenen Art kaputt, verdreht und seltsam, steht also der Nerd-Welt in nichts nach. Big Bang Theory zelebriert die Nerd-Kultur, die in den USA schon viel weiter in den Mainstream (so es denn sowas überhaupt gibt) eingesickert ist als hier in Deutschland.

„Beauty and the Nerd“ hingegen enthält eine Wertung. Die Nerds sind die komischen Typen, die es an den Rest der Welt anzugleichen gilt. Das wird natürlich nicht explizit betont, aber die Sendung spielt in einem sonnigen Urlaubsland und die Nerds müssen sich ihnen fremden oder ungewohnten, meist sportlichen oder sozialen Aktivitäten widmen. Es ist nicht etwa die holde Weiblichkeit, die sich hier auf dem Chaos Communication Congress im Lockpicking üben oder im Hobbykeller den Quadcopter zusammenbauen muss. Das wäre ja kontraproduktiv.

Ich als Nerd, Geek, whatever fühle mich hier latent diskriminiert. Nicht weil hier Leute in peinlichen Situationen vorgeführt werden, sondern weil dort ein Urteil über einen Lebensstil gefällt wird und ihn als nicht gesellschaftsfähig stempelt. Die peinlichen Tanz- oder Sporteinlagen führen die Nerds vor und auch die Szene mit dem Nerd, der die Beauty auffordert, eine Gleichung zu lösen, wird bei der Zielgruppe nicht zur Reaktion „man ist die doof“ führen, sondern eher auf den Nerd zurückfallen.

Auch wenn das schwer einzusehen ist: es gibt keine Rangfolge der Wertigkeit von Lebensstilen. Hier gibt es nicht den einen, der das „richtige“ Leben führt und den anderen, der das „falsche“ führt und daher umerzogen werden muss.

Ich weiß, dass das Format aus den USA übernommen wurde, weil es dort so erfolgreich war. Aber muss das denn sein? Was kommt denn als nächstes? Veganerinnen treffen auf attraktive Metzgermeister?

 

Atlanta, Tag 2

Erstaunlicherweise hält sich mein Jetlag in Grenzen. Letzte Nacht war trotzdem fürchterlich, denn ich hatte die Wahl zwischen einer lauten Klimaanlage und fürchterlichem Schwitzen. Mit Ohrstöpseln ging es dann aber.
Das Frühstück im Four Seasons war dann aber eher enttäuschend, es gab Früchte, Oatmeal und Bagels mit zwei Sorten Cream Cheese und zwei Sorten Marmelade. Das wars. Keine Wurst, keinen Käse, keine Eier, nichts was man aus einem typischen Hotelbuffet gewohnt ist. Witziges Detail: das Hotel hat eine Art Pausengong, der die Teilnehmer daran erinnern soll, dass die Veranstaltung gleich weiter geht. Es handelt sich hierbei aber um einen manuellen Gong, eine Art Xylophon, mit dem ein Hotelmitarbeiter dann durch die Menge läuft und die typische Gongmelodie spielt.

Konferenzeindrücke

Die Konferenz an sich ist trotz des großen Ansturms von über 300 Teilnehmern extrem gut organisiert und nach der gemeinsamen Startveranstaltung verteilte sich das Teilnehmerfeld auf die einzelnen Workshops. Die, an denen ich teilgenommen habe, waren allesamt interessant, bis auf die eines externen Partners, der aus seinem Vortrag eher eine große Werbeveranstaltung gemacht hat. Schade eigentlich, denn zumindest der Titel und die Beschreibung des Kurses hatte durchaus Potential.
Ich werde vermutlich auch nie verstehen, warum hier die Klimaanlagen auf 60 Grad Fahrenheit eingestellt sind – das sind eiskalte 15 Grad Celsius. Inzwischen hats vermutlich auch die ersten Leute mit einer Erkältung erwischt.
Für den Abend waren dann sog. Bird-of-a-Feather Dinner angesetzt, Essen mit Gruppen, deren teilnehmer gleiche (beruflichen) Interessen haben. Ich hatte mich dafür usprünglich nicht angemeldet, weil ich nicht wusste, was ich davon halten sollte, aber nach dem absolut positiven ersten Konferenztag habe ich die Leute am Hospitality Desk förmlich angebettelt, mir doch noch einen Platz zu verschaffen (was sie dann auch geschafft haben). Interessantes Detail an diesem Abendessen: gleich mehrere Leute von CCH Small Firms kamen zu mir – augenscheinlich ähnele ich einem ihrer Manager sehr. Ich habe mal um ein Foto gebeten, mal sehen, was da kommt 😉 Immerhin scheint die Ähnlichkeit so frappierend zu sein, dass es einige Teilnehmer reichlich verwirrt hat.
Nach dem Abendessen bin ich dann noch in eine nahegelegenen Supermarkt gegangen – die haben hier ja lange auf. Es war interessant zu sehen, dass selbst in Downtown Atlanta (da, wo die Wolkenkratzer stehen) selbst zu später Stunde noch einiges los ist. Im Innenstadtbereich wohnen für eine amerikanische Großstadt vergleichsweise viele Leute.

TV, American Style

Der Abend ging dann im Hotelzimmer mit HD-TV zu Ende. Die meisten Sender hier sind lokale Versionen der bekannten Stationen und beschäftigt sich daher primär mit lokalen Angelegenheiten. Das sind derzeit eine Gerichtsverhandlung gegen eine Frau die ihren Säugling umgebracht haben soll, aber auch Dinge wie die Schlaglöcher in einer Bundesstraße oder der schlechte Zustand vieler Holzverandas in Atlanta. *gähn* Ich habe bisher nur einen Beitrag mit internationalen Informationen gesehen und der drehte sich kurz um die Unruhen in Griechenland und danach dann um den Angriff auf irgendeinen US-Vorposten in Afghanistan.
Das Ganze wird regelmäßig von Werbung unterbrochen, häufiger aber dafür kürzer als bei uns. Interessant sind Clips für Medikamente. Es scheint so zu sein, dass in der Werbung alle wichtigeren Nebenwirkungen genannt werden müssen. Bei Psycho-Medikamenten, also z.B. Stimmungsaufheller, kann das schonmal eine Weile dauern. Der Clip besteht dann primär aus lächelnden Personen in netten Umgebungen, die einem etwa eine Minute lang erzählen, was für schlimme Nebenwirkungen alle auf einen warten.

ST:TNG Episodenführer 1×11 – Haven

Huch, und schon ist das Jahr rum. Zum Abschluss gibts aber noch schnell eine neue Folge meines Podcasts, diesmal zur Episode Haven, in der Lwaxana Troi, Deannas Mutter ihren ersten Auftritt hat.

Nachdem ich diese Folge gesehen hatte, fiel mir auf, welche geringe Rolle Telepathen doch bei Star Trek spielen. In meiner Lieblingsserie Babylon 5 spielen Telepathen ja eine zentrale Rolle in der Gesamthandlung, aber auch in der Gesellschaft der unterschiedlichen Völker. Sie werden im Alltag bei Geschäftsverhandlungen eingesetzt und sind bei bestimmten Bevölkerungskreisen nicht wirklich beliebt.

Wenn ich das mit Star Trek vergleiche, wundere ich mich doch etwas, welches Potential für Handlungen und Konflikte sich die Schreiber haben entgehen lassen, in dem sie nicht viel näher auf Telepathen eingegangen sind. Stattdessen verkommt Lwaxanas Fähigkeit besonders in dieser Episode zum comic relief, indem sie ab und an peinliche Gedanken anderer öffentlich mitteilt. Schade eigentlich.

Hier die Notizen zur Show:

ST:TNG Episodenführer 1×10 – Hide and Q

Zuerst eine Klarstellung: entgegen anders lautenden Gerüchten arbeite ich immer noch aktiv an diesem Podcast. Leider ist die Vorweihnachtszeit eher hektisch und ich war noch erkältet. Vermutlich hätte es ein gewisses humoristisches Niveau gehabt mit einer Kermit-der-Frosch-Stimme aufzunehmen, aber das habe ich mir dann doch gespart.

Hide and Q ist eine eher mittelmäßige Episode, wieder ganz im Stile der alten TOS-Folgen, vor allem in Bezug auf Kulissenbau und Auswahl der Kostüme. Gene Roddenberry und/oder seine Mannschaft haben ihr Faible für schräge Kostüme in der Zeit zwischen TOS und TNG wohl nicht verloren. Immerhin kommt Q in dieser Episode vor, der Episoden immer seinen ganz eigenen Charme verleiht, der diesmal allerdings durch das Overacting von John de Lancie etwas getrübt wird. Q ist zwar schon eine exzentrische Person, aber John übertreibt es hier doch etwas.

Auch Jonathan Frakes als Riker macht eine gute Figur, auch wenn ich es den Drehbuchautoren ankreide, dass sie ihn einige unlogische Wendungen vollziehen lassen, die nicht zu seinem Charakter passen.

Hier die Shownotes zur Episode:

Ich habe demnächst ein paar Tage frei und plane, ein paar Folgen des Episodenführers vorzuproduzieren, damit es auch über die Feiertage was auf die Ohren gibt. Mal sehen, ob das wirklich klappt.

ST:TNG Episodenführer 1×09 – The Battle

Eine Woche liegt der letzte Podcast jetzt schon zurück, daher wurde es mal dringend Zeit für eine neue Episode. Diese trägt jetzt die Nummer 9, auch wenn die letzte die Nummer 7 getragen hat, was einen einfachen Grund hat: bisher habe ich meinen Podcast durchgängig numeriert, was aber dazu führte, dass aufgrund der Doppelfolgen (bisher der Pilotfilm) die Nummer der Podcast-Episode von der der eigentlichen TNG-Episode abwich. Mit Ausblick auf die noch ausstehenden Doppelfolgen wäre diese Abweichung mit der Zeit sogar größer geworden. Um mich und auch Euch nicht weiter zu verwirren, habe ich mich daher entschieden, die Nummerierung des Podcasts an die der TV-Folgen anzugleichen. Es wird dann also scheinbar Lücken in der Reihenfolge geben, aber das ist besser als voneinander abweichende Nummern.

Nun aber zu den Shownotes: