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His terrible SWIFT sword
Verfasst von Hendrik Busch unter Post 9/11, Real Life, USA am 25. November 2009
Vielen Dank liebe Bundesregierung! Danke dafür, dass Du die Welt wieder ein Stück sicherer gemacht hast. Die bösen Terroristen, die ständig versuchen uns alle zu töten, weil wir so demokratisch, freiheitlich und liberal sind, könnten sich am Ende ja noch den Sieg sichern wenn wir alle unsere Bankdaten nicht zur Kontrolle in die USA schicken. Aber mit Deinem Kurswechsel in der SWIFT-Debatte können wir die bösen Menschen jetzt fernhalten und uns vor Ländern schützen, in denen Leute entführt, gefoltert, in Geheimgefängnissen zu Geständnissen genötigt und am Ende nach einem Verfahren mit fragwürdigsten Beweisen, das eines Rechtsstaats unwürdig ist, lebenslang inhaftiert oder gleich hingerichtet werden. Dass wir unsere Kontodaten demnächst also völlig offen mit einem Land teilen, dass auch so arbeitet, ist halt der Preis für unsere Sicherheit. Hey, die sind doch gar nicht böse, die haben eines Friedensnobelpreisträger als Präsidenten.
Soviel zum lustigen Teil. Jetzt zu was Ernsterem: Liebe Bundesregierung, hast Du sie noch alle?? Wie kann man denn nach der Vorgeschichte (”Oh Hilfe, die bösen Amerikaner gucken ja schon seit Jahren in unsere Kontodaten, das geht aber auch gar keinen Fall!”) so ein Abkommen unterzeichnen?? Was war mit der “Regierung vom Volk für das Volk”? Ach ja, ich vergaß, das liest sich gut in Büchern und auf Gedenktafeln, in der Realität beeinträchtigt sowas aber die freie Wirtschaft. Und ich lese hier immer was von “massivem Druck”, den die Amerikaner ausgeübt haben. Was für Druck soll das sein? Noch erniedrigendere Einreiseformalitäten? Strafzölle für deutsche Produkte? Eine Neuauflage der Freedom Fries? Vielleicht ziehen sie ja auch ihre Truppen aus Afghanistan ab und wir werden alle von Terroristenhorden überrollt, die dort dann nicht mehr in Schach gehalten werden.
Ganz ehrlich: du hast versagt. Bekanntlich aber wählt sich jedes Schaf seinen Schlächter selber. Somit haben wir alle versagt. Und die haben gewonnen – und wir sind schuld. Ein weiterer Nagel zu unser aller Sarg. Hey, aber sehen wirs positiv: immerhin sterben wir in Sicherheit…
Mine eyes have seen the glory of the coming of the Lord:
He is trampling out the vintage where the grapes of wrath are stored;
He hath loosed the fateful lightning of His terrible SWIFT sword:
His truth is marching on.
Rundumschlag (sprich: Schnauze voll)
Verfasst von Hendrik Busch unter Real Life am 20. November 2008
Ich traue mich in letzter Zeit schon nicht mehr, die Nachrichten zu lesen. Jeden Tag fährt jemand anders sein Geschäft vor die Wand oder wird vor die Wand gefahren, jene Wand, die in etwa so plötzlich auftauchte wie die Dampfwalze in Austin Powers. Und jeder schreit nach dem Staat, und immer geht es um die Gesellschaft, die Arbeitsplätze, um Deutschland, und welchen Schaden es nehmen würde, wenn der eine oder andere risikofreudige Unternehmer von der Bildfläche verschwinden würde. Notkredit hier, Staatsbürgschaft da, nehmt das Geld, denn wir haben es ja. Auf einem anderen Sender kann ich mir ansehen, wie Leute vom Ordnungsamt Sozialschmarotzer kontrollieren, um zu prüfen, ob es nicht doch vielleicht bedürftige Mitbürger sind. Ja, so herum läuft die Kennzeichnung durch die Ämter. Wie nackig man sich da für ein paar lumpige hundert Euro im Monat machen muss, ist unbeschreiblich. Der anderen Seite der Gesellschaft hingegen steht der Staat gerne bei, ohne Prüfung, ohne Strafen, einfach nur mit nem fetten Scheck, ohne geklärt zu haben, ob man die Kohle jemals wieder bekommt und wie das überhaupt von statten gehen soll. Denn von Zockern hängen mehr als nur ein paar hungrige Blagen ab, die die Schule schwänzen und sich auf der Straße prügeln, weil das Leben ihnen sowieso nichts bieten wird. Und oben verzichtet niemand auf seine Boni und keiner sagt mal “hey, da haben wir wirklich Mist gebaut”. Die werfen einfach wieder nen Euro von Papi in den Spielautomaten und weiter gehts mit nem neuen Leben. Dem normalen Selbstständigen greift auch keiner unter die Arme in einer Notsituation. Ganz im Gegenteil sogar. Als eine Art Strafe für seinen Missstand nimmt man ihm auch noch seine Altersvorsorge weg, wenn er arbeitslos wird. Wie krank ist das?
Und das hört da ja nicht auf (ich bin gerade in Fahrt). Wenn die Prognosen stimmen, werden wir bzw. unsere Kinder in 50 bis 100 Jahren auf diesem Felsen im All verrecken, weil die Umwelt uns nicht mehr verkraftet. Dieser Prozess ist hausgemacht, die Menschen sind schuld und aus meiner Sicht in der Pflicht, hier was zu tun. Aber die, die was tun könnten und müssten, stellen sich entweder auf den schwachsinnigen Standpunkt, die Prognosen seien falsch, oder argumentieren, Umweltmaßnahmen belasten derartig die Wirtschaft, dass es unverantwortlich sei, sie umzusetzen. Beispiel: die EU-CO2-Vorgaben und die deutsche Autoindustrie. (Und bevor die Unkenrufe losgehen: ja, ich bin mir bewußt, dass Individualverkehr einen eher geringen Anteil an der Erzeugung von Treibhausgasen hat, aber die Grundeinstellung sowie die Argumentation ist a) bemerkenswert und b) in gleicher oder ähnlicher Form bei allen Industriezweigen zu finden. Und außerdem ist das hier mein Blog…). Was ist also passiert: die EU hat sich zu Grenzwerten für den CO2-Ausstoß von Neuwagen durchgerungen (eigentlich verwunderlich, wenn man überlegt, wie massiv die Lobbyarbeit auf EU-Ebene ist und wie wenig die “Volksvertreter” solche Themen normalerweise interessieren). Da fängt die deutsche Autoindustrie an zu lamentieren, sie würde durch die EU unverhältnismäßig hart getroffen, man baue halt große schwere Autos, da könne man derartige Grenzwerte gar nicht drauf anwenden. Stattdessen wird eine Staffelung nach Gewicht verlangt. Was für ein Irrsinn! Weil man es schlicht und ergreifend fahrlässig verpennt hat, sich rechtzeitig um alternative Antriebe und sparsame Motoren zu kümmern, verlangt man jetzt nach einer Extrawurst. Mit solchen Maßnahmen werden Spritfresser wie der Porsche Cayenne oder der Audi Q7 dann plötzlich zu klimafreundlichen Fahrzeugen mutieren. Das ist gerade in der auf sechs Monate befristeten Erlassung der Kfz-Steuer passiert. Wer einen Smart kauft, spart um die 100 Euro. Wer einen Q7 kauft, spart hingegen mehr als 1000 Euro. Bin ich der Einzige, der sich bei sowas an den Kopf fasst?
Ich merke gerade, ich kann gar nicht genug meckern. Meine Krankenkasse wird (merklich) teurer. Gesundheitsfond sei Dank. Was ich davon habe? Nichts. Halt doch: ich habe den Ausblick auf eventuelle Rückzahlungen. Hahahaha. Ich habe wohl eher Aussicht auf Nachzahlung, wenn die Krankenkasse nicht mit dem Geld, dass man ihr zahlt, auskommt. Das wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Vielleicht sollte ich schonmal Rücklagen bilden.
Mit dem BKA-Gesetz will ich gar nicht anfangen. Ich verweise hier einfach mal auf den Hessischen Rundfunk. Wen bitte schützt denn dieses Gesetz? Oder der Ausweis mit biometrischen Merkmalen und Fingerabdrücken? Was nützt mir bitte der RFID-Chip in meiner Kreditkarte oder die geplante “sichere” und vor allem transaktionsgeeignete Bürgermail? Wenn die missbraucht wird steht man im Regen. Denn die ist ja per Definition sicher und vor allem bindend. Kann ich selber keinen Missbrauch nachweisen, hafte ich voll für die Konsequenzen des Missbrauchs, denn es gibt (rein argumentativ) gar keine Möglichkeit, dass ich nicht derjenige war, der eine Transaktion mit der Mail bestätigt hat.
Und ja, dieser Post mag merkwürdig anmuten. Aber wenn ich sowas nicht schreiben darf oder kann, wozu nennt sich dieses Ding hier dann Blog?
Der wahre Grund für das Börsenchaos…
Verfasst von Hendrik Busch unter Real Life, World of Warcraft am 30. Oktober 2008
… könnten Makler sein, die während ihrer Arbeitszeits World of Warcraft spielen. Man beachte den Herrn rechts im Bild, der sich anscheinend auf seinem Laptop WoW mitgebracht hat und spielt, während er auf den anderen Monitoren das Börsengeschehen beobachtet. Wenig später öffnet er die Landkarte, anscheinend ist er in Tanaris unterwegs. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, die Makler hätten die Börse mit dem In-Game-Auktionshaus verwechselt, weshalb unsere Wirtschaft jetzt beschädigt ist.
Wer sich das Video ansehen will, gehe zum Mediencenter von N24 und gebe als Suchbegriff Falsche Spekulationen mit Hedgefonds ein. Danke an Markus B. für den Tipp.
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