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Wie er sich dabei ertappt, das Richtige zu denken…
Verfasst von Hendrik Busch unter Post 9/11 am 23. Oktober 2008
Heute in den Tagesthemen moderierte Marietta Slomka einen Beitrag über den sog. “Nacktscanner” an Flughäfen an. Dabei sagte sie:
“Als unbescholtener Bürger hatte man sich ja bisher schon gelegentlich bei dem Gedanken ertappt, ob all die strengen Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen nicht vielleicht doch ein bißchen weit gehen – Terrorgefahr hin oder her. Etwa dass Eltern Babymilch probekosten müssen bevor das Fläschchen mit an Bord darf oder das man vor großem Publikum seine Gürtelschnalle öffnen oder Schuhe ausziehen muss, das ist auch nicht jedermanns Sache.”
Im normalen Sprachgebrauch verwendet man “ertappen” doch eigentlich nur wenn es um schlechte oder negative Dinge geht, bei denen man jemanden oder sich selber ertappt. Demnach ist es jetzt schon negativ, im besten Falle etwas, das man nicht tun sollte, die unsinnigen Sicherheitsmaßnahmen, die uns gegen Gefahren wie Schuhbomber und Sprengstoffmixern schützen sollen, zu kritisieren.
So weit ist es schon gekommen, dass uns suggeriert wird, es sei negativ, Dinge wie die Notwendigkeit bestimmter Sicherheitsmaßnahmen in Frage zu stellen. In dieser Aussage manifestiert sie sich, die Zensur im Kopf. Ich sage oder denke etwas bestimmtes nicht, nicht weil es verboten wäre – nein, es könnte falsch verstanden werden und handfeste Konsequenzen für mich haben. Ich erinnere nur an Geschichten wie die von der Reisenden, die am Flughafen während einer Kontrolle rumwitzelte, die gesuchte Bombe sei im anderen Koffer.
Ich fühle mich hier sehr an Jens Ferner und seinen Artikel “Furcht vor dem, was geschehen könnte” erinnert:
Der Unschuldige, der seine Freiheit nutzen möchte, wird sie mitunter nicht mehr nutzen, weil er Sorge hat (und haben muss), dass etwas falsch verstanden werden kann und er ?Verdächtiger? wird. Doch wenn wir uns selbst schon gängeln, weil wir selbst damit rechnen, dass ein Irrtum uns verdächtig werden lässt – wie weit ist es dann vom Recht noch bis zur Willkür?
Ich habe mich beim Schreiben dieses Beitrags auch schon dabei ertappt, wie ich mich bei der Recherche über den Schuhbomber fragte, ob es wirklich eine so gute Idee ist, über Google erfahren zu wollen, ob man TATP auch per Feuer zünden kann. Früher wären mir solche Fragen nicht gekommen… früher wurde man dadurch aber auch noch nicht verdächtig…
Craig Murray schweigt (zwangsweise)
Verfasst von Hendrik Busch unter Post 9/11 am 24. September 2007
Es ist erschreckend, was alles so passiert. Ich hatte vor ein paar Tagen ja bereits Craig Murray zum Thema “Islamistische Dschihad Union” angeführt. Dabei kam die Sprache auch auf den Gazprom-Deal, den Gerhard Schröder zusammen mit dem Milliardär Alischer Usmanow eingefädelt hatte (Stichwort Gaspipeline).
Craig Murray hatte in diesem Zusammenhang recht harsche Worte über Usmanows Vergangenheit gefunden. Er sagte recht unverblümt, dass Usmanow seine kriminelle Vergangenheit mittlerweile mit massivem Einsatz von Geld und Anwälten umschreiben und vertuschen will. Der Beitrag war recht schnell von Murrays Seite verschwunden, sein Webmaster bekam kalte Füße nachdem Usmanows Anwälte mit den Säbeln rasselten.
Mittlerweile ist das ganze zu einer kleinen Krise geworden, der Hoster hat Murrays Webseite jetzt komplett abgeschaltet. Das stelle man sich mal vor: Auf unfundierte Behauptungen von Anwälten hin wurde ein ganzes Blog, dass eine deutlich breitete Themenauswahl hatte als nur Usmanow, abgeschaltet. Bis heute ist seine Seite offline.
Mittlerweile schlägt die Geschichte hohe Wellen im Internet und auch ich bin entsetzt darüber, was dort passiert. Immerhin gibt es mittlerweile eine Schwemme an Kopien der Beiträge und zahllose Kommentare zu dem Thema, so dass Herr Usamnow vermutlich genau das Gegenteil seines ursprünglichen Vorhabens erreicht hat. Sogar die Wikipedia-Einträge von Craig Murray und Alischer Usmanow wurden bereits entsprechend erweitert.









